Wilde Elefanten, die in Gefangenschaft leben müssen, sterben sieben Jahre zu früh

Wilde Elefanten, die gezwungen wurden, in Gefangenschaft zu leben, sterben normalerweise sieben Jahre früher als Tiere, die zur Domestikation geboren wurden, wie eine neue Studie gezeigt hat.

Nach neuesten Erkenntnissen verkürzen Menschen die Lebenserwartung wilder Elefanten seit Tausenden von Jahren, indem sie sie in freier Wildbahn fangen und in Gefangenschaft bringen.

Alle Elefantenarten hatten das höchste Todesrisiko in dem Jahr unmittelbar nach der Gefangennahme, und ältere Elefanten litten am meisten, wie die Studie ergab.

Langzeitstress aufgrund von Fang und Zähmung könnte ein Grund für die kürzere Lebensdauer sein, jedoch ist mehr Forschung notwendig, um die genaue Ursache zu bestimmen.

Wissenschaftler untersuchten die Aufzeichnungen von mehr als 5.000 Holzelefanten, die fast ein Jahrhundert zurückliegen, um den Zusammenhang zwischen Gefangenschaft und Lebenserwartung zu finden.

Forscher glauben, dass wild gefangene Elefanten im Vergleich zu in Gefangenschaft geborenen Kälbern je nach Alter, Geschlecht und Persönlichkeit einer härteren Behandlung ausgesetzt sein könnten.

Millionen von wilden Tieren werden jedes Jahr lebend für eine Vielzahl von Zwecken gefangen.

Während einige Arten in der Gefangenschaft gedeihen und ein gesünderes Leben genießen, schneiden viele viel schlechter ab, sobald sie von der Wildnis genommen werden.

Elefanten haben beispielsweise ein höheres Risiko, in Zoos zu sterben, als in freier Wildbahn.

Laut Forschern, die Aufzeichnungen von Holzelefanten in Myanmar analysierten, sind wild gefangene Elefanten einem höheren Sterberisiko ausgesetzt als solche, die in Gefangenschaft gezüchtet werden.

Dieses erhöhte Risiko dauert Jahre nach ihrer ursprünglichen Einnahme, sagen Wissenschaftler.

Forscher der Universität Turku in Finnland und des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin nutzten detaillierte Aufzeichnungen der lokalen Regierungen zur Tierhaltung.

"Die langfristigen Gesamtkosten für Fang und Zähmung führten zu einer mittleren Lebensdauer, die drei bis sieben Jahre kürzer ist als die der in Gefangenschaft geborenen Elefanten", sagte der leitende Forscher der Studie, Professor Virpi Lummaa von der Universität Turku.

"Elefanten gefangen zu nehmen, um in Gefangenschaft gehaltene Populationen zu erhalten, ist folglich schädlich, weil sie nicht nur die Populationen dieser bedrohten Tierart reduziert, sondern auch keine tragfähige Lösung für die Erhaltung der Populationen in Gefangenschaft darstellt."

"Diese Wildfänge leben kürzer und vermehren sich in Gefangenschaft schlecht", sagte sie.

Obwohl das Risiko in den Folgejahren in Gefangenschaft abnimmt, dauern diese negativen Auswirkungen noch etwa ein Jahrzehnt, so das in Nature Communications veröffentlichte Papier.

"Unsere Analyse zeigt, dass wild gefangene Elefanten geringere Überlebenschancen haben als in Gefangenschaft geborene Elefanten, unabhängig davon, wie sie gefangen wurden, sei es durch Einlagerung ganzer Gruppen, Lassowerfen einzelner Elefanten oder Ruhigstellung durch Ruhigstellung", sagte Mirkka Lahdenpera, Hauptautor der Studie von der Universität von Turku.

Das bedeutet, dass all diese Methoden das spätere Leben des Elefanten gleichermaßen negativ beeinflusst haben.

"Wir fanden auch heraus, dass ältere Elefanten am meisten unter der Gefangennahme litten; Sie hatten eine höhere Sterblichkeit als Elefanten, die in jüngeren Jahren gefangen wurden ", sagte sie.

Sowohl in Gefangenschaft geborene als auch wild gefangene Holzelefanten leben in Myanmar in halb gefangenen Populationen.

Die in Gefangenschaft gehaltenen Tiere unterliegen ebenfalls den gleichen staatlichen Vorschriften in Bezug auf Datenerfassung, Arbeitsbelastung und Ruhezeiten (Arbeitselefanten haben Urlaub, Mutterschaftsurlaub und ein obligatorisches Rentenalter).

Sowohl in Gefangenschaft geborene als auch wild gefangene Elefanten werden gezähmt und trainiert, bevor sie in die Arbeitswelt eintreten.

"Wir haben uns auf Daten aus Holzlagern verlassen, da sowohl wild gefangene als auch in Gefangenschaft geborene Elefanten einen sehr ähnlichen Lebensstil haben", sagte Dr. Alexandre Courtiol, Datenwissenschaftler der Studie vom Leibniz-Institut für Zoo und Tierschutz Wildtierforschung.

"Diese einzigartige Situation erlaubt einen Vergleich zwischen diesen beiden Gruppen, der durch andere Faktoren wie Ernährung oder Bewegung nicht beeinflusst wird", sagte er.

Den Forschern zufolge könnte langfristiger Stress durch Gefangennahme und Zähmung für die verkürzte Lebensdauer verantwortlich sein.

Dramatische Veränderungen im sozialen Umfeld beim Übergang von der Wildnis in die Gefangenschaft wurden als mögliche Gründe für die erhöhte Wahrscheinlichkeit des Todes hervorgehoben, so die Studie.

Den Forschern zufolge sind weitere Studien erforderlich, um vollständig zu verstehen und zu bewerten, wie weit die negativen Auswirkungen des Fangens bei anderen Arten verbreitet sind.

Diese zusätzlichen Studien sind auch erforderlich, um den Grund für den Rückgang der Lebensdauer zu bestimmen.

Unterstützung und Pflege für die Tiere ist besonders kritisch in der Zeit unmittelbar nach der Erfassung, so die Forscher.

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