Schöne mittelalterliche Handschriften sind wahrscheinlich das Werk von Nonnen, NICHT Mönchen.

0

Schöne mittelalterliche illuminierte Manuskripte sind seit Jahrhunderten das Werk männlicher Schriftgelehrter.

Aber jetzt haben Archäologen einen schlüssigen Beweis dafür gefunden, dass Nonnen an der Produktion heiliger Texte beteiligt waren.

Tests an den Zähnen eines weiblichen Skeletts mittleren Alters auf einem Friedhof an einem mittelalterlichen Nonnenkloster in Deutschland zeigten Flecken eines seltenen blauen Pigments auf den Zähnen.

Wissenschaftliche Detektivarbeit zeigt, dass die blaue Farbe – Ultramarin, hergestellt aus dem Halbedelstein Lapislazuli – darauf hindeutet, dass sie an der Bemalung der heiligen Bücher beteiligt war und das Ende ihres Pinsels mit dem seltenen Pigment geleckt hat.

Die Entdeckung zeigt, dass Frauen Kunst in einer Zeit produzierten, in der sie als weitgehend der Männer vorbehalten galt.

Lapislazuli war teuer, da es aus einer einzigen Mine in Afghanistan hergestellt wurde.

Im Mittelalter war es genauso teuer wie Gold und es gab nur wenige andere blaue Pigmente, die den Künstlern zur Verfügung standen.

Die Verwendung von Ultramarin war neben Gold und Silber den luxuriösesten Manuskripten und den erfahrensten Künstlern vorbehalten.

In einer in Science Advances veröffentlichten Studie entdeckte ein Forscherteam vom Max-Planck-Institut für die Wissenschaft der Menschheitsgeschichte und der University of York, dass um 1100 n. Chr. eine Frau im Kloster begraben wurde.

Das einzige ungewöhnliche Merkmal an ihr waren die blauen Partikel in ihren Zähnen, sagten die Forscher.

Aus dem Kloster Dalheim in Deutschland sind keine Bücher erhalten geblieben.

Die Erstautorin Anita Radini von der University of York sagte: „Es war eine völlige Überraschung – als sich der Zahnstein auflöste, setzte er Hunderte von winzigen blauen Partikeln frei.

Sie fügte hinzu: „Wir untersuchten viele Szenarien, wie dieses Mineral in den Zahnstein auf den Zähnen dieser Frau eingebettet sein könnte.

Die Autorin Monica Tromp vom Max-Planck-Institut für die Wissenschaft der Menschheitsgeschichte sagte: „Basierend auf der Verteilung des Pigments in ihrem Mund kamen wir zu dem Schluss, dass das wahrscheinlichste Szenario darin bestand, dass sie selbst mit dem Pigment malt und das Ende des Pinsels beim Malen leckt“.

Christina Warinner vom Institut, eine leitende Autorin auf dem Papier, fügte hinzu: „Die Geschichte dieser Frau hätte ohne den Einsatz dieser Techniken für immer verborgen bleiben können.

„Es lässt mich fragen, wie viele andere Künstler wir auf mittelalterlichen Friedhöfen finden könnten – wenn wir nur schauen.

Tekk Tv

Share.

Leave A Reply