Jupiters größter Mond Ganymed schafft 'Killerwellen'

Jupiters größter Mond produziert spezielle elektromagnetische Wellen – bekannt als Chorwellen – auf einem beispiellosen Niveau, wie neue Forschungen gezeigt haben.

Der Mond, der Ganymed genannt wird, produziert Chorus-Wellen, die eine Million Mal stärker sind als der Durchschnitt auf dem Planeten.

Diese dringen durch das ganze Sonnensystem hindurch und erzeugen Polarlichter, wie die Aurora Borealis, und emittieren hochenergetische "Killer" -Elektronen.

Diese hoch geladenen Elektronenpartikel, die fast tausend Mal mehr Energie als ein herkömmliches Dental-Röntgengerät aufnehmen können, durchdringen leicht die dicke Abschirmung und vergraben sich in der Isolierung um empfindliche Satellitenelektronik.

Wenn sich Elektrizität aus diesen sich ansammelnden Elektronen im Inneren des Raumfahrzeugs ansammelt, kann eine starke interne elektrische Entladung auftreten, die einen kleinen Blitzschlag innerhalb des Fahrzeugs erzeugt und möglicherweise wichtige Komponenten und Funktionen schädigt.

Chorwellen werden von jedem Himmelskörper im Universum erzeugt.

Wissenschaftler glauben jedoch, dass die von Ganymed erzeugten Teilchen viel stärker sind als im Durchschnitt, weil der Mond im Magnetfeld von Jupiter gefunden wird.

Nach den neuesten Erkenntnissen werden die Wellen auch durch den Jupitermond Europa verstärkt, der Choruswellen allein hundertmal stärker macht als der Durchschnitt für den Planeten.

Chorus-Wellen haben ihren Namen bekommen, nachdem Wissenschaftler sich auf die niederfrequenten Emissionen eingestellt hatten und entdeckten, dass der Klang dem Gezwitscher von Vogelgezwitscher oder dem Knistern eines Feuers ähnelte.

Die neuesten Messwerte der von Ganymed ausgestrahlten Wellen wurden in Daten gefunden, die über Nasa's Galileo Probe Sonde gewonnen wurden.

"Es ist eine wirklich überraschende und rätselhafte Beobachtung, die zeigt, dass ein Mond mit einem Magnetfeld eine so enorme Verstärkung der Wellenkraft erzeugen kann", sagt der Hauptautor der Studie Professor Yuri Shprits von der Universität Potsdam.

Chorus-Wellen sind eine besondere Art von Radiowellen, die bei sehr niedrigen Frequenzen auftreten.

Anders als die Erde umkreisen Ganymed und Europa das riesige Magnetfeld des Jupiter, des größten Planeten im Sonnensystem.

Das Magnetfeld des Jupiters ist das größte im Sonnensystem und ist etwa 20.000 Mal stärker als das der Erde.

Laut den Autoren der neuesten Studie ist dieser Ort innerhalb des Magnetfelds einer der Schlüsselfaktoren, die die Wellen um die Monde antreiben.

"Chorwellen wurden im Weltraum um die Erde herum entdeckt, aber sie sind bei weitem nicht so stark wie die Wellen am Jupiter", sagt Professor Richard Horne vom British Antarctic Survey, der an der Studie mitgearbeitet hat.

"Selbst wenn ein kleiner Teil dieser Wellen aus der unmittelbaren Umgebung von Ganymed entweicht, werden sie in der Lage sein, Teilchen auf sehr hohe Energien zu beschleunigen und schließlich innerhalb des Jupiter-Magnetfelds sehr schnelle Elektronen zu erzeugen."

Auf der Erde spielen Chorwellen eine Hauptrolle bei der Erzeugung hochenergetischer "Killer" -Elektronen, die das Raumfahrzeug bei Missionen beschädigen können.

Diese jüngsten Beobachtungen werfen die Frage auf, ob die Wellen um Jupiter dasselbe tun werden und welche Auswirkungen dies auf zukünftige Missionen zum Gasriesen haben könnte.

Beobachtungen von Jupiters Wellen bieten eine einzigartige Gelegenheit, die grundlegenden Prozesse zu verstehen, die bei der Suche nach neuen Energiequellen relevant sind.

Es könnte auch in der Lage sein, die Prozesse der Beschleunigung und des Verlustes um die Planeten im Sonnensystem und in den entfernten Ecken des Universums zu beleuchten.

Ähnliche Prozesse können in Exoplaneten auftreten, die andere Sterne umkreisen.

Das neueste Verständnis, das wir in dieser Studie erhalten haben, könnte uns helfen herauszufinden, ob Exoplaneten magnetische Felder haben.

Die Forschung wurde in der Zeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

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