Foundation-Finanzierung ändert internationale Berichterstattung

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Die Finanzierung durch private Stiftungen verändert versehentlich den von ihr unterstützten internationalen Journalismus, so eine neue Studie der University of East Anglia (UEA).

Forscher fanden heraus, dass Journalisten die Art und Weise ändern, wie sie ihre Arbeit verstehen, schätzen und ausführen, wenn sie von Organisationen wie der Bill and Melinda Gates Foundation, der Rockefeller Foundation und der Ford Foundation unterstützt werden.

Dies liegt nicht daran, dass Stiftungen bewusst versuchen, die redaktionelle Entscheidungsfindung bei den von ihnen finanzierten Nachrichtenorganisationen zu beeinflussen. Wenige tun es, und die Wahrung der redaktionellen Unabhängigkeit ist sowohl für Journalisten als auch für Stiftungen sehr wichtig. Die Art der Stiftungsfinanzierung führt jedoch zu drei wichtigen Änderungen in der internationalen Berichterstattung.

Zum einen übernehmen Journalisten zur Sicherung und Bindung von Stiftungsgeldern neue Marketing- und Verwaltungsaufgaben. Dies erfordert oft einen erheblichen Zeitaufwand für die redaktionelle Arbeit und führt zu einer Reduzierung der Nachrichtenproduktion.

Zweitens verlangen Stiftungen oft, dass Nachrichtenagenturen die Auswirkungen ihrer Arbeit nachweisen. Dies motiviert Journalisten, längerformatige Inhalte außerhalb der Agenda zu produzieren, um das Fachpublikum zu beeinflussen, anstatt kürzere, zeitaufwändigere Stücke für ein breiteres Publikum.

Drittens unterstützt die Stiftungsfinanzierung in der Regel die Abdeckung spezifischer Themenbereiche, wie z.B. Globale Entwicklung. Dies ermutigt die Journalisten jedoch, sich auf ein relativ enges Themenspektrum zu konzentrieren, das weitgehend auf die Prioritäten der aktivsten Stiftungen ausgerichtet ist.

Die Forscherinnen und Forscher kommen zu dem Schluss, dass die Stiftungsförderung den internationalen Journalismus unbeabsichtigt umgestaltet, um eine ergebnisorientierte, erklärende Berichterstattung in einer kleinen Anzahl von Nischenbereichen zu begünstigen.

Zwischen 2011 und 2015 gewährten Stiftungen laut Media Impact Funders Zuschüsse in Höhe von jährlich mehr als 1,3 Milliarden US-Dollar an Medien und Journalismus. Es wurde sogar vorgeschlagen, dass Stiftungen eine Teillösung für die Wirtschaftskrise des Journalismus bieten könnten.

Die Studie wurde von Dr. Martin Scott von der UEA School of International Development, Dr. Mel Bunce von der City, University of London, und Dr. Kate Wright von der University of Edinburgh durchgeführt.

sagte Hauptautor Dr. Scott: „Stiftungen unterstützen eine beträchtliche Menge an wichtigem internationalem Journalismus. Ohne sie würden nur sehr wenige der gemeinnützigen Nachrichtenagenturen, mit denen wir gesprochen haben, überleben. Aber wir sind besorgt, dass die Art dieses Journalisten – und die Rolle, die er in der Demokratie spielt – versehentlich von einer Handvoll Stiftungen und nicht von den Journalisten selbst geprägt wird.

„Für Journalisten, die mit Stiftungen zusammenarbeiten, ist eine der wichtigsten Implikationen der Studie, nicht nur zu überlegen, wie sie ihre Unabhängigkeit schützen können, sondern auch darüber, welche Art von Journalismus sie produzieren wollen.“

Foundation funding and the boundaries of journalism“, Martin Scott, Mel Bunce und Kate Wright, werden am 11. Januar in der Zeitschrift Journalism Studies online veröffentlicht.

Mehr Informationen:
Journalismus-Studien, DOI: 10.1080/1461670X.2018.155632

tekk.tv

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