"Beispiellose" 3D-Animation zeigt, was wirklich in einer Lawine passiert

Eine atemberaubende 3D-Animation hat zum ersten Mal gezeigt, was wirklich in einer Lawine passiert.

Die digitale Simulation könnte sich dramatisch darauf auswirken, wie Bergrettungsteams arbeiten und wie lawinengefährdete Gebiete bewirtschaftet werden.

Bislang konnten Experten die Vielzahl der Variablen in einer Lawine nicht exakt simulieren.

"Was unseren Ansatz so originell gemacht hat, war, dass wir berücksichtigt haben, dass der Schnee in dieser Art von Lawine sich sowohl als fest als auch flüssig verhält", sagt Johan Gaume, Forscher im Laboratorium für Kryosphärenwissenschaften der ECOLE POLYTECHNIQUE FÉDÉRALE DE LAUSANNE, der an der Entwicklung des Systems mitgewirkt hat

Gaume verbrachte letztes Jahr mehrere Monate an der University of California in Los Angeles (UCLA) und arbeitete mit 3D-Modellierungsexperten zusammen, von denen einige mit Disneys Ingenieuren gearbeitet hatten, um den Schnee im Film Frozen zu simulieren.

"Eine Lawine ist ein äußerst komplexes Ereignis, bei dem unzählige Parameter und physikalische Größen von der Zeit bis zum Ende der Lawine ins Spiel kommen", sagen Forscher.

Die Studie, die heute in Nature Communications veröffentlicht wurde, kombinierte das Know-how der Mathematiker mit der wissenschaftlichen Expertise von Gaume.

  Die Mathematiker konnten die Genauigkeit ihrer Schneesimulation erhöhen dank Gaumes fundiertem Wissen und den Daten und Feldbeobachtungen, die Alec Van Herwijnen, Gaumes SLF-Kollege und Co-Autor der Studie, gesammelt und analysiert hat.

Die Forscher entlehnten eine Technik, die als die "Material Point Method" bekannt ist, die verwendet wird, um zu analysieren, wie sich bewegende Materialien verhalten, aber noch nie in der Erforschung der Lawinenfreisetzung angewendet wurden.

Es untermauerte den neuartigen Ansatz der Forscher bei der Vorhersage von Lawinen – und beugt ihnen somit auch effektiver vor.

"Neben der Vertiefung unseres Wissens über das Verhalten von Schnee könnte dieses Projekt es ermöglichen, die potenzielle Größe einer Lawine, die Run-out-Distanz und den Druck auf etwaige Hindernisse auf dem Lawinenweg genauer einzuschätzen", sagt Gaume.

Die Simulationen des Forschers könnten auch in der Kunst – und besonders in Animationsfilmen – angewendet werden.

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