Hey Europa! t3n 56 ist da – Technik Report

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t3n 56: Manifest für ein digitales Europa. (Grafik: t3n)

Nicht USA, nicht China: Europa hält den Schlüssel zu einer besseren digitalen Zukunft in den Händen. Was zeichnet die neue europäische Identität aus? Und was muss sich ändern, damit der Kontinent zum digitalen Vorreiter wird? t3n 56 verrät es.

Wo sind Europas Techgiganten? Google, Facebook, Amazon, Apple: Sie alle stammen aus den USA. In China finden sich mit Alibaba, Tencent oder Baidu weitere Schwergewichte der Branche. Und Europa? Fehlanzeige. „Europa war bisher nicht besonders gut ­darin, Techgiganten zu schaffen“, sagt Andrea Renda, Head of ­Regulatory Policy beim Thinktank ­Centre for European ­Policy Studies (CEPS).

„Europa war bisher nicht besonders gut ­darin, Techgiganten zu schaffen.“

Gründe dafür gibt es viele: den sehr heterogenen Markt etwa, dem sich junge Tech-Unternehmen hier von Anfang an stellen müssen, aber auch eine deutlich strengere Regulierung. Das gibt so manchem Beobachter Anlass zur Sorge: Werden wir den Vorsprung der US-amerikanischen und chinesischen Konzerne noch einholen können? Oder werden wir uns in ein paar Jahren mit einem von den großen Plattformen aus Übersee geprägten Internet arrangieren müssen, ohne noch selbst Einfluss nehmen zu können?

Innovationsforscher Renda hält dieses Schreckensszenario für unwahrscheinlich. Zudem sei eine Aufholjagd ohnehin „nie eine erfolgreiche Strategie, um zu gewinnen“: Eine Chance für Europa läge vielmehr darin, eine eigene, alternative Vision des digitalen Raums zu bauen. „Mit den Wahlen und der sich anbahnenden Agenda 2030 findet Europa vielleicht wirklich den Mut dazu.“

Europa braucht einen eigenen Weg

So wie Renda sehen das immer mehr Vertreter, gerade auch der Digitalbranche. In Brüssel und überall in Europa arbeiten Politiker, Beamte, Aktivisten und Unternehmer an einer neuen, dediziert europäischen Digitalpolitik. Schlagworte wie Regulierung, Verbraucherrechte, Ethik und Datenschutz spielen dabei eine herausragende Rolle: Sie könnten den europäischen Weg bestimmen und den Kontinent zu einer echten Alternative werden lassen. Ein durchaus steiniger Weg, denn anders als in den USA oder China müssen in Europa viele Interessen – politische, wirtschaftliche und länderspezifische – unter einen Hut gebracht werden, das Ringen um einen tragfähigen Kompromiss ist mitunter zäh und langwierig. Aber gerade das könnte dazu beitragen, dass neue Rahmenbedingungen entstehen, die Innovationen zulassen und trotzdem sicherstellen, dass niemand durch die Digitalisierung auf der Strecke bleibt.

#HeyEuropa – das t3n Manifest für unsere digitale Zukunft

Die Zukunft des digitalen Europas ist alles andere als in Stein gemeißelt. Wir alle haben noch die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen und die Vision für eine positive digitale Zukunft mit zu gestalten. Das will t3n unterstützen: Mit unserem Manifest für ein digitales Europa rufen wir zur Diskussion auf – über die offensive Rolle, die Europa bei der Regulierung der digitalen Welt spielen sollte. ­Anregungen, Kritik und Feedback sind sehr willkommen – wir freuen uns darauf, in den nächsten Wochen mit euch ins Gespräch zu kommen. Hier könnt ihr das Manifest direkt kommentieren: t3n.de/HeyEuropa.

Peter Altmaier: „Wir brauchen einen Datenpool für Europa“

Print-Chefredakteur Luca Caracciolo traf Peter Altmaier in Berlin (Foto: Ole Witt)

Auch Peter Altmaier will Europa stärken – vor allem natürlich als Wirtschaftsstandort. Hierzu brauche es mehr Kooperation der Unternehmen untereinander, etwa beim Datenaustausch, erklärt der Bundeswirtschaftsminister: Wenn Daten, die in Unternehmen anfielen, nur den einzelnen Unternehmen zur Verfügung stünden, vergebe Europa wichtige Möglichkeiten.

Auf den Vorwurf seiner Kritiker, zu sehr auf den Staat als wirtschaftlichen Akteur zu setzen, antwortet er im Interview mit Chefredakteur Luca Caracciolo ebenfalls: „Der Staat ist ein lausig schlechter Unternehmer.“ Er müsse sich in allen Bereichen zurückhalten, in denen die Wirtschaft es besser könne. Aber es gebe eben auch Bereiche, in denen die Politik weiterhin eine Rolle spielen müsse.

Der Schwerpunkt in der Übersicht

  • Manifest für ein digitales Europa: Wie wir die Digitalisierung positiv gestalten
  • Regulierung als Exportschlager: In der EU entsteht eine eigene digitale Identität
  • „Wir brauchen einen Datenpool für Europa“: Wirtschaftsminister Peter Altmaier im Interview
  • Startups ohne Grenzen? Gründer brauchen einen einheitlichen Markt
  • Cybersecurity – wie sicher ist der digitale Raum der EU?

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Oh weh, 5G!

Foto: (TPROduction/Shutterstock)

Einer der Bereiche, in denen wirtschaftliche und politische Interessen aufeinanderprallen, ist die Einführung des neuen Mobilfunkstandards 5G. Die dazugehörige Debatte hat schon einige Kapriolen hinter sich: Ging es vor wenigen Monaten noch um die Frage, ob 5G „an jeder Milchkanne“ nötig sei, steht seit einiger Zeit vor allem Ausrüster Huawei im Zentrum des Interesses. Unser Autor Jan Vollmer erklärt, worum es bei all der Aufregung im Kern geht – und zwar jenseits von plakativen Forderungen und überzogenen Vorwürfen.

Warum erhalten Frauen so viel weniger Risikokapital?

Little-Bird-Gründerin Anke Odrig. (Foto: Heidi Scherm)

Als Anke Odrig, Geschäftsführerin des IT-Startups Little Bird, ihre Idee zum ersten Mal vor potenziellen Geldgebern präsentierte, erlebte sie eine Niederlage: Die Berater der staatlichen Investitionsbank würdigten ihre Idee nur eines kurzen Blickes – und lehnten ab. Wie Odrig später erfuhr, schätzten sie ihre Idee, eine Software zur Vergabe von Kita-Plätzen, zunächst lediglich als „ein weiteres Onlineratgeberportal für Mütter“ ein. Erst im zweiten Anlauf, nach der Fürsprache eines Beraters, erhielt sie die Zusage: „Ich glaube, mir als Frau wurde so eine IT-lastige Geschäftsidee einfach gar nicht zugetraut.“

Viele weibliche Unternehmensgründer machen ähnliche Erfahrungen wie Odrig: 2018 flossen laut der Atomico-Studie „State of European Tech“ gerade einmal zwei Prozent des Risikokapitals in von Frauen gegründete Startups, weitere sieben Prozent in gemischte Teams. Warum ist das noch immer so? Beobachter machen dafür vor allem Vorurteile gegenüber Frauen in der Gründer- und Investoren­szene verantwortlich. Das stimmt aber nur zum Teil. Katja Scherer hat sich für t3n auf die Suche nach Erklärungen gemacht.

Fortnite, digitale Transformation bei Tui, Employer-Branding bei Snapchat, Modals im UX-Design

Außerdem im t3n Magazin 56: Wir analysieren das Phänomen Fortnite, beleuchten die digitale Transformation in Deutschlands größtem Reisekonzern Tui, stellen Unternehmen vor, die via Snapchat und Instagram neue Mitarbeiter finden, und zeigen, wie sich Modals im UX-Design richtig einsetzen lassen.

Weitere Themen der Ausgabe

  • Vom Netz auf die Straße: Digital Natives machen mit Youtube und Whatsapp mobil
  • „Digitale Transformation ist keine Magie“: Ottos Digitalchef Sebastian Klauke im Interview
  • Sabbaticals: Das müssen Unternehmen und Mitarbeiter beachten
  • Marketing mit Haltung: Sind Nike, Gillette, Hornbach und Co. auf dem richtigen Dampfer?
  • Kleine Marken, großes Wachstum: Wie Microbrands den Handel auf den Kopf stellen
  • Helpdesksoftware: Bewährte Cloud-Lösungen für den Kundenservice
  • Security by Design: Mit durchdachter User-Experience zu mehr Sicherheit
  • Guerilla UX: Schnell und einfach zu besserer Nutzererfahrung (Teil 2)

t3n 56: Ins Magazin reinblättern

Eine Übersicht über alle Artikel der Ausgabe erhaltet ihr im Inhaltsverzeichnis (PDF).

In unserem Pageflip zur Ausgabe 56 könnt ihr euch 50 Seiten des Magazins anschauen – das funktioniert nicht nur auf eurem Desktop-PC, sondern auch auf dem Smartphone oder Tablet.

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