Stolpersteine in Frankfurt (Oder) gestohlen

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Die gestohlenen Gedenktafeln erinnerten an sieben Juden, die von den Nazis ermordet wurden. Nun ermittelt der für politische Taten zuständige Staatsschutz.

Es geschah ausgerechnet an jenem Tag, an dem Anne Frank 90 Jahre alt geworden wäre. In Frankfurt (Oder) sind am Mittwoch Stolpersteine gestohlen worden, die an sieben von den Nazis aus der Stadt verschleppte und ermordete Jüdinnen und Juden erinnern.

Die Stolpersteine lagen an einer Zufahrt zum Lennépark in Frankfurt (Oder). In der Stadt ist es ein historischer Erinnerungsort an die Shoa. Dort stand einst das Jüdische Krankenhaus der Stadt. Die Nazis nutzten die Einrichtung im Dritten Reich als sogenanntes Judenhaus: Von dort deportierten Sie die Juden in die Konzentrationslager – also in den Tod.

Die Täter müssen nach Angaben der städtischen Initiativgruppe Stolpersteine am Mittwoch zwischen 14 und 17 Uhr zugeschlagen und die Steine aus dem Pflaster genommen haben. Die Polizei wurde eingeschaltet. Jetzt ermittelt der für politisch motivierte Straftaten zuständige Staatsschutz, wie die Polizei am Donnerstag auf Anfrage bestätigt hat.

Die Initiative sammelt Spenden für Ersatz

Die gestohlenen Stolpersteine erinnern nach Angaben der Initiativgruppe an sieben Jüdinnen und Juden, die von den Nazis ermordet worden sind: Cäcilie Lewy, Isidor Bernhard, Elisa Köhler, Emma Lewin, Johanna Bykiel, Else Nathan und Margarete Landshoff.

„Über die Hintergründe der Schädigung der Erinnerungskultur liegen noch keine Informationen vor“, erklärte die Initiativgruppe. Sie will sich die darum kümmern, Ersatz für die gestohlenen Stolpersteine zu beschaffen. Die Unterstützer seien „über die in Frankfurt (Oder) einmalige Tat schockiert“

Einer der Paten der gestohlenen Stolpersteine ist Frankfurts Oberbürgermeister René Wilke. Er hatte 2014 als Kreisvorsitzender der Linkspartei die Patenschaft für Stolperstein von Emma Lewin übernommen. Paten tragen die Kosten für einen Stolperstein in Höhe von 120 Euro. 

„Sollte sich bei den Ermittlungen bewahrheiten, dass es sich um einen Anschlag auf unsere kollektive Erinnerung handelt, verurteilte ich das aufs Schärfste“, sagte Wilke dem Tagesspiegel. Er erklärte sich bereit, die Patenschaft für einen neuen Stolperstein für Emma Lewin wieder zu übernehmen. 

Für die Neubeschaffung der gestohlenen Stolpersteine bitte die Initiativgruppe nun um Spenden. Näherer Informationen dazu gibt es hier: www.stolpersteine-ffo.de/sponsoren-und-putzpaten.

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