Österreichs Filmbranche setzt sich für Gleichberechtigung ein

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Mehr Frauen vor und hinter der Kamera, gleiche Bezahlung: 38 österreichische Produktionsfirmen haben einen “Inclusion Rider” unterzeichnet.

Österreichs Filmbranche will sich künftig für mehr Geschlechtergerechtigkeit einsetzen. Wie “Der Standard” berichtete, haben 38 Produktionsfirmen einen “Inclusion Rider” unterzeichnet und sich damit freiwillig selbst verpflichtet, Frauen mehr in den Fokus zu nehmen und besser zu bezahlen. Mit dabei sind Firmen wie Amour Fou, Mischief und Golden Girls. Initiiert wurde die Erklärung von dem Produzentinnen-Netzwerk Film Fatal, das Frauen in der österreichischen Filmbranche unterstützen will.

In dem Dokument geht es dem Bericht zufolge um drei verschiedene Themenbereiche. Zum einen sollen künftig mehr Frauen hinter der Kamera arbeiten. Die Produktionsfirmen verpflichten sich, bei gleicher Qualifikation vorrangig Frauen zu engagieren, außerdem wollen sie mehr Familienfreundlichkeit in der Branche schaffen. Zum Zweiten geht es um die Inhalte der Drehbücher. Es soll mehr weibliche Charaktere geben und stereotype Darstellungen der Geschlechter vermieden werden. Hierfür wird in dem zweiseitigen Papier der Bechdel-Test angeführt. Dieser von der Comic-Zeichnerin Alison Bechdel erfundene Test fragt, ob in einem Film mehr als zwei weibliche Charaktere mitspielen, ob die beiden miteinander sprechen und ob sie über etwas anderes miteinander sprechen, als über Männer. Ist dies der Fall, besteht der Film den Bechdel-Test.

Die Erklärung der österreichischen Produktionsfirmen behandelt außerdem das Thema gleiche Bezahlung. Noch immer verdienen Frauen im Schnitt deutlich weniger als Männer. Die Produktionsfirmen verpflichten sich nun, diesen Einkommensunterschied zu beseitigen.

Seit #MeToo ist Gleichberechtigung zum wichtigen Thema in der Filmbranche geworden. Bei der Oscar-Verleihung 2018 hatte die Schauspielerin Frances McDormand in ihrer Dankesrede Werbung für “Inclusion Rider” gemacht. Die Produktionsfirma des Schauspielers Michael B. Jordan hatte daraufhin angekündigt, bei allen künftigen Produktionen einen solchen “Inclusion Rider” anzuwenden, also eine Klausel in Verträgen, die mehr Frauen und Angehörige von Minderheiten am Filmset verlangt.

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