Edmond de Rothschild geht für 2019 und 2020 von tieferem BIP-Wachstum aus

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Genf (awp) – Die Schwäche der Konjunktur in der Eurozone und das “extrem niedrige” Lohnwachstum hierzulande werden die Schweizer Wirtschaft in den kommenden Quartalen belasten, prognostiziert Edmond de Rothschild. Die Genfer Bank erwartet für 2019 und 2020 eine niedrigere Wachstumsrate von jeweils 1,5 Prozent. 2018 betrug das Wachstum noch 2,5 Prozent.

Der Schweizer Arbeitsmarkt werde zunehmend in den europäischen Markt integriert, erklärte die Bank in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie. Dies sei einer der Faktoren, warum die Reallöhne in der Schweiz trotz sehr niedriger Arbeitslosigkeit nur sehr langsam steigen würden. Und die Stagnation der Kaufkraft der Haushalte bremse den Konsum.

Zudem dürften Schweizer Unternehmen aufgrund der anhaltenden Stärke des Frankens und der schleppenden globalen Aktivität – insbesondere im Euroraum – weiterhin in einem schwierigen Umfeld agieren, stellte Rothschild-Ökonom Mathieu Grobéty fest. Die Ausgaben für Investitionsgüter seien gedämpft, zumal die politische Unsicherheit voraussichtlich anhalten werde.

Wachstum unter dem Potenzial

Und die schwierigen Verhandlungen über das institutionelle Abkommen zwischen der Schweiz und der EU stellten eine Bedrohung für die Erneuerung der Börsenäquivalenz dar. Edmond de Rothschild erwartet daher, dass das Schweizer BIP in den Jahren 2019 und 2020 langsamer als sein Potenzial wachsen wird. Der Preisdruck werde aber sehr gering sein, mit einer erwarteten Inflation von 0,5 Prozent für das laufende Jahr und 0,8 Prozent für 2020.

Weltweit erwartet Mathilde Lemoine, Chefökonomin der Edmond de Rothschild Gruppe, eine Verlangsamung des Wachstums auf 3,3 Prozent im Jahr 2019. Die Erhöhung der Zölle im Zuge des chinesisch-amerikanischen Handelsstreits werde sich zunehmend auswirken. Das Wachstum für die Eurozone wird auf 1,4 Prozent, für China auf 6,4 Prozent und für die USA auf 2,7 Prozent nach unten korrigiert.

op/de/ra/yr

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