Meldung: Eltern krank vor Sorge: Fahrer schmeißt Mädchen mitten in der Pampa aus Bus

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Leipzig – An einem Mittwoch Mitte April musste Kai Ober aus Albrechtshain ungewöhnlich lange warten, bis seine siebenjährige Tochter Lydia mit dem Bus von der Schule nach hause kam.

Das Mädchen wusste nicht mehr, wie es alleine nach hause kommen sollte.
Das Mädchen wusste nicht mehr, wie es alleine nach hause kommen sollte.

Seine Tochter war am Nachmittag in einem Bus der Linie 75 auf dem Heimweg von der Schule und wollte an einer Haltestelle auf der Dorfstraße zwischen Naunhof und Albrechtshain aussteigen. Leider hat die Kleine verschlafen, auf den Knopf zu drücken, weshalb der Busfahrer weiterfuhr. Sie ging daraufhin zu dem Fahrer und fragte, ob er kurz anhalten könnte.

Der Busfahrer soll dies jedoch verneint haben. Das kleine Mädchen musste dann bis zur nächsten, etwa 4 Kilometer entfernten Haltestelle mitfahren, wo der Fahrer sie schließlich aus dem Bus bat.

In der Zwischenzeit hatte Kai Ober bereits in der Schule angerufen. Dort wurde ihm gesagt, sein Kind sei wie gewohnt in den Bus eingestiegen. “Meine Nerven lagen blank”, so Ober.

Eine fremde Frau hatte das weinende Mädchen schließlich am Straßenrand entdeckt und nach hause zu ihren besorgten Eltern gebracht. Kai Ober war erleichtert, aber: “Wer weiß, was passiert wäre, wenn sie jemand anderes mitgenommen hätte!” Nicht mehr hatte gefehlt, bis der Familienvater die Polizei alarmiert hätte.

Nach dem Vorfall geht es Lydia schon wieder gut. Als Vorsichtsmaßnahme allerdings hat Kai Ober seiner Tochter ein Handy gekauft, womit er noch einige Jahre warten wollte.

Mittlerweile hat sich die LVB auch zu dem Vorfall geäußert: “Die Sicherheit unserer kleinsten Fahrgäste hat für unser Fahrpersonal oberste Priorität”, bestätigt Pressesprecher Marc Backhaus. Der Vorfall sei eine “unglückliche Verkettung verschiedener Umstände”. “Das Mädchen hatte den Busfahrer erst im weiteren Verlauf der Fahrt an einer Kreuzung kurz vor Verlassen der Ortslage angesprochen. Wegen der unübersichtlichen Verkehrslage an diesem Kreuzungsbereich konnte es unser Fahrer aus seiner Erfahrung heraus nicht verantworten, das Mädchen dort aussteigen zu lassen”, so Backhaus.

Das Verhalten des Busfahrers sei durchaus kritisch zu sehen – man werde die Dienstanweisungen der Fahrer auf den Prüfstand stellen.

Rechtliche Schritte möchte und kann Kai Ober nicht gegen den Busfahrer einleiten. “Ich würde mir freuen, wenn er und seine Kollegen zukünftig ein bisschen mitdenken und unsere Kinder nicht einfach ohne Bedenken im Nirgendwo aus dem Bus schmeißen”, wünscht sich Ober.

An einer Haltestelle etwa 4km von ihrem Zuhause entfernt ließ der Fahrer das Mädchen aussteigen.
An einer Haltestelle etwa 4km von ihrem Zuhause entfernt ließ der Fahrer das Mädchen aussteigen.
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