Kühlen Kopf bewahren

Ähnliche Unterscheidungen gibt es auch für Anleger und auch dort wird nicht
immer sauber getrennt. Vor allem im Zuge der Berichtssaison lassen sich
kurzfristig erhöhte Volatilitäten beobachten. Während Trader erfreuliche
Quartalsbilanzen oftmals zu einem „Sell on Good News“ nutzen, greifen
antizyklische Investoren gerne bei fundamental gesunden Unternehmen zu, die sich
auf Quartalsbasis einen Ausrutscher geleistet haben. Ein kühler Kopf ist dafür
aber die Grundvorrausetzung. Während Eisverkäufer und die Hersteller von
Klimageräten derzeit mit der Produktion kaum nachkommen, bleiben andere
Unternehmen auf ihrer Ware sitzen. So klagte der Online-Modehändler Zalando
zuletzt darüber, dass viele Kunden dem Online-Shopping derzeit wetterbedingt
andere Aktivitäten vorziehen würden. Der enttäuschende Ausblick schickte die
Aktie umgehend auf Talfahrt. Dass der Online-Handel mittel- bis langfristig dem
klassischen Einzelhandel weitere Marktanteile abnehmen wird, gilt gleichwohl als
sicher. Diesen „Megatrend“ wird auch ein Rekordsommer nicht aufhalten oder gar
umkehren.

Dieser Meinung scheint auch Patricia
Neudeck („CFInvestments“) zu sein. Auch
wenn unter den Top-Holdings ihres wikifolios „Megatrends“ keine
Zalando-Aktie zu finden ist, so setzt sie doch klar auf Online-Geschäftsmodelle
und Internet-Themen. Fündig wird sie dabei vor allem in den USA und Asien. Von
dort kommen gleich mehrere ihrer größten wikifolio-Positionen, darunter die
beiden chinesischen Internetkonzerne NetEase und Ctrip sowie das US-Unternehmen
Booking Holdings, das gleich mehrere Online-Reiseportale betreibt. Wachstum und
somit Kursgewinne verspricht sich Neudeck auch vom Bereich mobiles Bezahlen
(Wirecard), von der Biotechnologie (Celgene) und dem Trend zu gesunder Ernährung
und Bio-Lebensmitteln (United Natural Foods).

Die Langfrist-Performance ihres Growth-Ansatzes überzeugt. Seit Start des
wikifolios im Mai 2012 summieren sich die Kursgewinne auf sage und schreibe mehr
als 410%.
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Zu den eher jüngeren wikifolios zählt „Tech &
GreenTech Aktienwerte“, das von Vincent Soltau („Juliette“) gemanagt wird. Dieses
startete im Oktober 2016. Seitdem gelang es Soltau, den Portfoliowert um rund
71% zu steigern. Für diese Leistung wurde ihm bereits die Auszeichnung „Guter
Money Manager“ verliehen. Soltau ist auf das deutsche Nebenwerte-Segment
spezialisiert, wo er unter anderem bei den Aktien von Hypoport, adesso,
technotrans und Dr. Hönle fündig wurde. Dem GreenTech-Segment sind neben
Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien auch Hersteller von
alternativen Antriebstechnologien zuzuordnen. Ein gutes Beispiel hierfür ist der
kanadische Brennstoffzellenhersteller Ballard Power.

Soltau blickt bei seinen Anlageentscheidungen also über den Tellerrand
der deutschen SmallCap-Szene hinaus. Vor dem Hintergrund des eingangs erwähnten
Klima-Trends sollten umweltfreundliche Mobilitätslösungen weiter an Bedeutung
gewinnen. Obwohl Soltaus Anlagehorizont auf die mittlere Frist ausgerichtet ist,
zeigt er sich je nach Markt- und Nachrichtenlage auch offen für kurzfristige
Trades.

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Auch wenn die Zukunft bekanntlich unsicher ist, so versucht Leon Sanders
(„MavTrade“) diese doch
gewinnbringend in seinem wikifolio „Zukunftsbranchen“ abzubilden. Er setzt vor
allem auf Nebenwerte, da diese häufig klarer in besagten Zukunftsbranchen
positioniert sind. Ausnahmen bilden derzeit der Zahlungsabwickler Wirecard,
immerhin ein Dax-Anwärter und die mit Abstand größte Position des wikifolios,
sowie das soziale Netzwerk Facebook. Auch der Lachsproduzent Marine Harvest
bringt bereits fast 10 Milliarden Euro auf die Börsenwaage.
Überdurchschnittliche Wachstumspotenziale sieht Sanders derzeit in den Bereichen
Mobile Payment, Internetsicherheit, Elektromobilität und Blockchain.

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Das sollten Anleger im Auge behalten

Die nächsten Konjunkturdaten werden weiteren Aufschluss darüber geben,
inwieweit der nun bereits seit Monaten andauernde Handelskonflikt zwischen den
USA und dem Rest der Welt die bislang robuste Konjunktur ausbremsen könnte. So
stehen am Dienstag die Daten zum deutschen und zum Eurozonen-BIP auf der Agenda.
Hier erwarten Analysten bislang einen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr von 2,3%,
respektive 2,1%.

Auch die Zahlen zur Industrieproduktion im zweiten Quartal werden für
Dienstag erwartet. Der ZEW-Index (Dienstag, 11 Uhr) gibt zudem Auskunft über
die
Stimmung der Finanzmarktprofis, ist aber bekanntermaßen volatil. Am
Freitag erwartet uns schließlich der Verbraucherpreisindex in der Eurozone, aus
dem sich Rückschlüsse auf die allgemeine Preisentwicklung ziehen lassen. Die
Erwartungen liegen für die Kernrate momentan bei einem Plus von 1,1% im
Jahresvergleich. Rechnet man die Entwicklung der Energie- und Lebensmittelpreise
hinzu, so dürfte sich der Anstieg auf 2,1% p.a. beschleunigt
haben.

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