Wird es in Zukunft genügend Wasser geben?

Der durchschnittliche Mensch in Europa verbraucht 3000-5000 Liter Wasser pro Tag, von denen der Löwenanteil für die Nahrungsmittelproduktion aufgewendet wird – ein beträchtlicher Teil auf der anderen Seite der Welt. Die begrenzten Wasserressourcen der Welt werden mit zunehmender Bevölkerungszahl und dem Klimawandel zu einem immer dringlicheren Thema. Die Dürren im globalen Süden und Norden sind die Folge. Obwohl Studien bereits eine Reihe von Möglichkeiten zur Reduzierung unseres Wasserverbrauchs aufgezeigt haben, bleiben diese wertvollen Informationen oft ungenutzt.

Wasserforscher der Aalto University wollten Forschungsergebnisse besser an ein breiteres Publikum vermitteln. Der Wasserknappheitsatlas, eine Webanwendung des Postdoktoranden Joseph Guillaume und des Assistenzprofessors Matti Kummu, bietet mit interaktiven Weltkarten eine Einführung in die Probleme, die sich aus der begrenzten Wasserknappheit ergeben – und Möglichkeiten, diese zu bekämpfen.

Entscheidungen, die die Verbraucher hier im Norden treffen, wirken sich auf der anderen Seite der Welt aus. Das Verständnis der Wasserknappheit und der Auswirkungen Ihres Handelns ist der erste Schritt zur Gestaltung der Zukunft. Wir wollten ein Instrument zum Aufbau von Kapazitäten schaffen, damit die Menschen besser verstehen können, was ihre Entscheidungen nachhaltig macht oder nicht“, erklärt Dr. Guillaume.

Der Atlas visualisiert, wie sich die Wasserknappheit in den letzten 100 Jahren entwickelt hat und stellt mögliche Szenarien für den Rest dieses Jahrhunderts dar. Der Nutzer kann erforschen, wie sich verschiedene Faktoren wie Ernährungsumstellung und Nahrungsmittelverluste auf die Wasserressourcen auf der ganzen Welt auswirken.

Mit zunehmendem Wasserverbrauch wird es immer schwieriger, die Ressource nachhaltig zu erschließen. Weniger Fleisch zu essen und Lebensmittelabfälle zu vermeiden, kann den Wasserverbrauch reduzieren. Wir müssen Initiativen von Regierungen, NGOs und Unternehmen mit Programmen zur Wasserbewirtschaftung unterstützen. Es ist schwierig, ein Gleichgewicht zwischen ökologischen und menschlichen Bedürfnissen herzustellen, besonders wenn nicht genügend Wasser vorhanden ist, um es zu umgehen. Wir können zusammenarbeiten, um Landwirten und anderen Wassernutzern bei der Einführung neuer Techniken zu helfen und effektive Bewirtschaftungsvereinbarungen zu treffen“, sagt Dr. Guillaume.

Der Wasserknappheitsatlas basiert auf modernster Forschung. Es entstand in Zusammenarbeit mit dem International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA), das Zukunftsszenarien für die Wassernutzung in Haushalten und Industrie entwickelt hat. Aalto kombinierte Analysen des Potenzials zur Reduzierung des Wasserverbrauchs und globale Daten zur Wassernutzung und -verfügbarkeit, die von mehreren Forschungsgruppen weltweit im Rahmen des Inter-Sectoral Impact Model Intercomparison Project (ISIMIP) modelliert wurden. Die Visualisierungen wurden mit dem finnischen Startup-Unternehmen Lucify entwickelt.

Der Atlas fungiert auch als Plattform für Forscher, die sich mit Wasserknappheit auf globaler Ebene befassen. Der Atlas verfügt über eine Publikationsdatenbank und eine Datensatzdatenbank.

Wir ermutigen Forscher, ihre eigene Arbeit in den Atlas einzubringen. Die meisten Daten liegen in verstreuten Zeitschriftenartikeln vor. Unsere Plattform ermöglicht es allen, die an globaler Wasserknappheit interessiert sind, sich auf dem neuesten Stand der Forschung zu halten – und zwar auf eine zugängliche Weise.

Die erste Entwicklung des Atlas wurde von der Akademie Finnland im Rahmen des Projekts „Global Water Scarcity Atlas: understanding resource pressure, causes, consequences, and opportunities (WASCO)“ für den Zeitraum 01.10.2016-30.09.2018 gefördert.

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