Winzige Dornschnecke, die in Panamas Hinterhof entdeckt wurde.

Die Entdeckungen der Biodiversität auf der lilaiputanischen Ebene sind mühsamer als bei größeren Tieren wie z.B. Elefanten. Darüber hinaus reicht eine Analyse, die einen DNA-Barcode erzeugt – ein taxonomisches Verfahren unter Verwendung eines kurzen Ausschnitts der DNA eines Organismus – nicht aus, um ihn bis auf die Ebene der Spezies ausreichend zu identifizieren.

Im Falle winziger Dornschnecken – die als winzige weiße Flecken erscheinen, die in feuchter, zersetzender Blattstreu grasen – ist es die Hülle, die zusätzliche und zuverlässige Informationen liefert, die benötigt werden, um die molekulare Bewertung dieser ansonsten unscheinbaren Lebewesen zu überprüfen oder in Frage zu stellen.

Mit 2 mm sind Dornschnecken jedoch zu klein und zerbrechlich in der Handhabung und die wenigen, wenn überhaupt, greifbaren Details an der Außenseite der Schalen sind nur mit einem leistungsstarken Mikroskop und computertomographischen (CT)-Bildern zu sehen.

So auch das interdisziplinäre Team von Dr. Adrienne Jochum, Naturhistorisches Museum der Burgergemeinde Bern (NMBE) und Universität Bern, Dr. Bernhard Ruthensteiner, Zoologische Staatssammlung München, Dr. Bernhard Ruthensteiner, Zoologische Staatssammlung München, Deutschland. Marian Kampschulte, Universitätsspital Gießen und Marburg, Gunhild Martels, Justus-Liebig Universität Gießen, Jeannette Kneubühler, NMBE und Universität Bern, und Dr. Adrien Favre, Forschungsinstitut Senckenberg und Naturhistorisches Museum Frankfurt, gelang es, die Identität einer neuen panamaischen Art zu klären. Ihre Studie ist in der Open-Access-Zeitschrift ZooKeys veröffentlicht.

Obwohl die molekulare Analyse auf das hinwies, was später als die neue wissenschaftliche Spezies Carychium panamaense bezeichnet werden sollte, hinterließ die Untersuchung keine Hülle für die Beschreibung der neuen Schnecke, die abgeschlossen werden sollte, geschweige denn als greifbares Gutscheinmaterial in einer Museumssammlung, die zukünftigen Forschern zur Verfügung steht. Die Mini-Waldkompostpresse musste weitere fünf Jahre warten und Dr. A. Favre, der auf Reisen in Panama frisches Material sammelte.

Die neue Schnecke ist derzeit das zweite Mitglied der Familie Carychiidae, das in Panama entdeckt wird. Das erste panamaische und südlichste Mitglied seiner Art auf der westlichen Hemisphäre ist C. zarzaae, das auch von Dr. A. Jochum und ihrem Team zusammen mit zwei Schwesterarten aus Nord- und Mittelamerika beschrieben wurde. Die Studie wurde im vergangenen Jahr in ZooKeys veröffentlicht.

Ähnlich wie Röntgenaufnahmen, die den Grad der Schädigung eines gebrochenen Knochens zeigen, visualisieren CT-Bilder den Grad der Sinusförmigkeit des kartoffelchipartigen Keils (Lamelle) entlang des spindelförmigen Mastes (Columella) im Inneren der Dornschnecke. Diese Strukturen bieten Stabilität und Oberfläche, auf die die Schnecke muskuläre Traktion ausübt, während sie die unhandliche und spitze, charakteristische dornartige Schale in enge Winkel und Ecken manövriert. Die Ausrichtung und der Welligkeitsgrad der Lamelle auf der Columella wird auch von Malakologen (Muschelspezialisten) zur Unterscheidung der Arten genutzt.

Normalerweise würde eine Studie über die Schale einer Dornschnecke das Ausbohren von winzigen „Fenstern“ in die Schale erfordern, indem man eine feine Nadel unter einer hohen Mikroskopvergrößerung verwendet.

„Diese miserable Methode erfordert viel Geduld und Geschicklichkeit und allzu oft öffnet sich die Schale in Vergessenheit oder zerfällt unter Druck in Staub“, erklärt Dr. A. Jochum. „Durch die Freilegung der empfindlichen Lamelle mittels nichtmanipulativer CT-Bildgebung wird wertvolles Hüllenmaterial erhalten und eine unbekannte Vielfalt an Dornschnecken für weitere Untersuchungen und nachfolgende Erhaltungsmaßnahmen zugänglich gemacht.“

Die Autoren hoffen, dass C. panamaense und C. zarzaae, die beide im La Amistad International Park, Chiriquí, leben, zusammen mit anderen tierischen Schätzen wie dem Resplendent Quetzal, dem Dreischiffigen Glockenvogel und den Haubenadlern eine Schutzpriorität bleiben werden.

Der Park gilt als das erste binationale Biosphärenreservat, da er sowohl in Costa Rica als auch in Panama Land einnimmt und seit 1990 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Mehr Informationen:
Adrienne Jochum et al, Fulfilling the taxonomic consequence after DNA Barcoding: Carychium panamaense sp. n. (Eupulmonata, Ellobioidea, Carychiidae) aus Panama wird mit Hilfe der Computertomographie (CT), ZooKeys (2018) beschrieben. DOI: 10.3897/Zooschlüssel.795.29339

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