Werden die seit langem vergessenen andromeditischen Meteore heute Abend mit Aufregung zurückkehren?

„In fast allen älteren Sternenbüchern finden Sie eine Dusche, die als Andromediden bekannt ist und zu den Besten gehört und nach denen man suchen muss. Das war mal wahr. In den letzten Jahren hat jedoch die Anziehungskraft eines der Planeten seine Umlaufbahn verschoben, so dass er nicht mehr auf dem Weg der Erde liegt. Jedenfalls sieht es so aus, als müssten die einst berühmten Andromediden aus unserem Meteoritenjagd-Datumbuch gestrichen werden.“

Henry M. Neely
Eine Grundierung für Sternengucker
Harper & Brothers 1946

Es war einmal ein kleiner Komet. Die erste Person, die es sah, war der Franzose Jacques Lebaix Montaigne, 1772. Dann, 1805, wurde es von einem anderen französischen Beobachter, Jean Louis Pons, beobachtet. 1826 wurde der Komet noch ein drittes Mal gefunden, diesmal vom deutschen Skywatcher Wilhelm von Biela, der ihn nicht nur verfolgte, sondern auch eine Umlaufbahn für ihn berechnete und feststellte, dass er etwa alle 6,5 Jahre die Sonne umkreiste. Es war erst der dritte Komet, dessen Umlaufbahn erfolgreich berechnet wurde – und als solcher wurde er Comet Biela genannt. [Fotos: Spektakuläre Kometenansichten von Erde und Weltraum]

Der Komet wurde 1832 vom britischen Astronomen John Herschel erfolgreich geborgen. Es wurde 1839 vermisst, aber im Januar 1846 zeigte eine Beobachtung des amerikanischen Astronomen Matthew Fontaine Maury aus Washington, D.C., dass Bielas Komet unerwartet in zwei verschiedene Stücke zerfallen war. Maurys Beobachtung wurde bald von anderen Beobachtern weltweit bestätigt. In 1852 kehrten die beiden Kometen zurück, aber sie scheiterten 1859 und 1865-66. Der Konsens war, dass beide Kometen zerfallen waren.

Aber 1872 und 1885, als die Erde die Umlaufbahn des jetzt verschwundenen Kometen überquerte, wurden an ihrer Stelle gewaltige Stürme von Tausenden von Meteoriten gesehen. Nach wie vor gab es in den Jahren 1892, 1899 und 1904 bemerkenswerte Meteoritenausstellungen, wenn auch mit zunehmend abnehmender Intensität – danach gab es aber kaum noch etwas.

Wie A.C.B. Lovell in seinem umfangreichen Buch „Meteor Astronomy“ (Oxford at the Clarendon Press, 1952) schrieb, „ist die mit Bielas Kometen verbundene Dusche fast vollständig verschwunden. Dieses Verschwinden, zusammen mit der seltsamen Unterbrechung des Kometen, gibt dem Andromedid-Dusch eine einzigartige Position in der Meteorologie.“

Aber dann, im Jahr 2011, passierte etwas völlig Unerwartetes: Die Andromediden erwachten zum Leben!

Während eines Großteils des 20. Jahrhunderts reichte die Aktivität der Andromediden von spärlich bis fast nicht vorhanden. Viele Jahre lang sahen Beobachter, die sich bemühten, nach ihnen zu suchen, nicht mehr als vielleicht ein oder zwei Meteore pro Stunde. In anderen Jahren wurde eine Aufregung von vielleicht vier oder fünf Personen berichtet, aber solche Vorkommnisse waren sehr selten und sehr weit verbreitet. Astronomen wiesen darauf hin, dass die Quelle des staubigen Materials, aus dem die Andromediden stammen, der Komet von Biela, nicht mehr existierte. Und welche Schlacke sie auch hinterlassen hatte, sie war weit verstreut und wahrscheinlich durch enge Begegnungen mit dem Jupiter negativ beeinflusst worden, dessen Gravitationsfeld die meisten der verbleibenden Reste von Kometenschutt von der Interaktion mit der Erde hätte verschieben können.

Und doch, während der frühen Morgenstunden des 5. Dez. 2011, entdeckten ein halbes Dutzend kanadischer Radarstationen, die Impulse von Radiowellen aussenden, die von Meteoritenpfaden abprallen, durchschnittlich 50 Meteore pro Stunde. Der ungewöhnlich starke Meteorausbruch schien aus einer Region des Himmels in der Nähe des berühmten „W“ der Kassiopeia zu strahlen, das an das Sternbild Andromeda grenzt.

Etwas mehr als ein Jahr später, im „The Astronomical Journal“, kündigten der Astronom Paul A. Wiegert und drei Kollegen der University of Western Ontario in einem Fachbeitrag an, dass der unerwartete Meteorausbruch tatsächlich ein Wiederauftreten des andromediden Meteorschauer war.

Ihre unvorhergesehene Erweckung im Jahr 2011 war die beste Leistung der Dusche seit mehr als einem Jahrhundert.

Mit Hilfe der Computertechnologie modellierten die kanadischen Astronomen die Dusche 2011 und verfolgten den Ursprung der Meteore auf Partikel, die Biela’s Komet 1649 abgeworfen hatte, mehr als ein Jahrhundert bevor der Komet überhaupt bekannt war. Und von ihrem Studium aus sagten Wiegert und seine Kollegen, dass sie der Meinung seien, dass es eine „Chance“ gebe, dass diese Woche ein erneuter Einsatz von Andromediden-Meteoren stattfinden könnte, insbesondere während der Nachtstunden am Mittwochabend (5. Dezember) bis in die Morgenstunden am Donnerstag (6. Dezember).

Die Autoren sagten, dass die Auswirkungen von Andromedid 2018 nicht ganz so stark sein würden wie 2011 – vielleicht nur etwa 70 Prozent der Intensität dieses Jahres. Das bedeutet aber laut Wiegerts Computersimulationen Raten von bis zu vielleicht 35 pro Stunde.

Seine Simulationen deuten auch darauf hin, dass 2023 ein noch stärkerer Ausbruch bevorsteht. Der kanadische Meteorologe Peter Brown bemerkt: „2023 sieht ziemlich solide aus. Wir haben einige Gründe zu vermuten, dass das der Stärkere der Gruppe sein könnte. Es ist kein Sturm, aber es ist ein sehr starker Ausbruch.“

Wie stark? Möglicherweise viermal so groß wie 2011, oder bis zu 200 pro Stunde.

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