Warum haben Vögel bunte Eier? Weil sie Dinosaurier sind

Dinosaurier legten bunte Eier. Vögel legen bunte Eier. Du rechnest es dir aus.

Aber wirklich: Eine Studie aus dem vergangenen Jahr ergab, dass Oviraptoren, ein Dinosaurier der späten Kreidezeit, blaugrüne Eier legten, die die gleichen Pigmente wie moderne Vogeleier enthielten. Dies ließ die Wissenschaftler sich fragen, ob Vögel selbstständig farbige Eier entwickelt haben, oder ob sie die Eifarbe von einem alten Vorfahren geerbt haben. Eine neue Analyse zeigt, dass sich die Eifarbe nur einmal entwickelt zu haben scheint und dass Vögel diese Eigenschaft seit ihren Theropodentagen beibehalten.

„Hier können wir nur einen weiteren Fall zeigen, dass viele einzigartige Eigenschaften von Vögeln ihre Wurzeln viel tiefer in der Dinosauriergeschichte haben“, sagte Mark Norell, Bereichsleiter für Paläontologie am American Museum of Natural History, gegenüber Gizmodo.

Forscher fanden zuvor Beweise dafür, dass Oviraptor-Dinosaurier Pigmente in ihren Eiern hatten, genau wie Vögel. Sie entdeckten dies, indem sie ein Stück eines Dinosauriereiers abschneiden und es durch eine molekülidentifizierende Massenspektrometer-Maschine schieben. Aber für diese aktuelle Studie hofften zwei der Forscher aus dem ersten Papier, zusammen mit Norell, weitaus mehr Proben zu analysieren, so dass sie eine Methode brauchten, die es nicht erforderte, die Fossilien zu schädigen.

„Die Methode war der Schlüssel zur gesamten Arbeit“, sagte Jasmina Wiemann, Absolventin von Yale, gegenüber Gizmodo.

Das Team probierte 19 Eierschalen von Archosauriern, der Gruppe, zu der Krokodile und Dinosaurier gehören, die sowohl ausgestorben als auch lebendig sind (einschließlich Hühner). Anstatt Stücke der Eier zu entnehmen, verwendeten sie die Raman-Spektroskopie, die die Proben mit einem Laser traf und die Wellenlängen des zurückprallenden Lichts erkannte. Die Farben des gestreuten Lichts zeigen, welche Arten von Molekülen in den Eiern vorhanden sind.

Beide Pigmente, die in den heutigen Vogeleiern vorkommen, rotbraunes Protoporphyrin IX und blaugrünes Biliverdin, traten auch in Theropodeneiern (direkten Vogelvorfahren) auf, die wie Vogeleier gesprenkelte Muster hatten. Pigmente traten laut der in Nature veröffentlichten Studie nicht in den Eiern von Krokodilen, Sauropoden oder Ornithischiern (den anderen beiden Dinosauriergruppen) auf. Durch die Kartierung der Verteilung der Eifarbe auf den evolutionären Baum und die Bestimmung, welche Eier gefärbt wurden und welche nicht. Die Forscher fanden ihre Daten unterstützen die Hypothese, dass sich die Eifarbe nur einmal entwickelte.

Aber warum? Wiemann und Norell gingen beide davon aus, dass die Entstehung der Eifarbe von Theropoda herrührt, die ihre Eier nicht mehr in unterirdischen oder bedeckten Nestern legen. Ein offenes Nest bedeutete, dass Eier, die sich eingemischt hatten, eine bessere Überlebenschance hatten als rein weiße Eier – oder in anderen Fällen mussten Theropoda vielleicht ihre eigenen Eier erkennen, falls ein anderes Tier heimlich ein Ei in das Nest legte. Ein Tierfärbeexperte, der nicht an der Studie beteiligt war, Professor Mary Caswell Stoddard in Princeton, dachte, die Forschung würde Gespräche über das Verhalten von Dinosauriern anregen.

„Die aufregende Entdeckung, dass pigmentierte Eierschalen sich in nicht-avischen Theropod-Dinosauriern entwickelt haben, wird die Art und Weise verändern, wie wir über das Nisten und Inkubationsverhalten von Dinosauriern denken“, sagte sie. „Welche Funktionen hatten die verschiedenen Farben und Muster der Eierschale? Waren sie zur Tarnung? Wärmeregulierung? Oder, wie bei einigen parasitären Vögeln, um das Aussehen der Eier eines Wirtes nachzuahmen? Das sind nur einige der Fragen, die sich Verhaltensökologen und Paläontologen in den kommenden Jahren stellen werden.“

Das ist auch das, was Wiemann als nächstes erforschen will – welche Theropoda Eier gefärbt haben und welche nicht, und wie Vogelnester der Ei-Farbe entsprechen. Die Forscher werden nun eine größere Probe von Eierschalen zur Analyse benötigen.

Aber wieder einmal sind Vögel lebende Dinosaurier. Dieses Ergebnis ist ein weiteres Beispiel, das das zeigt.

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tekk.tv

Lange Zeit war Paul Florian in der TV-Branche tätig. Schon immer gab es eine Schublade voller Handys (und später Smartphones) in seiner Wohnung. Als Online-Redakteur hat der Nerd in ihm diese Schublade nun für Tekk geöffnet.

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