Süßwasserschildkröten navigieren mit der Sonne.

Blandings Schildkrötenschlüpfer brauchen nur die Sonne als Kompass, um sie auf ihrem Weg zur nächsten Feuchtgebiete zu führen – und einen Ort der Sicherheit. Dies ist laut John Dean Krenz von der Minnesota State University in den USA, Hauptautor einer Studie in Springers Zeitschrift Behavioral Ecology and Sociobiology. Die Studie konzentrierte sich darauf, wie diese Süßwasserschildkröte, die in den USA und Kanada heimisch ist, nach dem Schlüpfen gezielt in einer relativ geraden Linie reisen kann.

Es gibt viele Beispiele für Arten, die in der Lage sind, große Entfernungen zu überwinden, wie z.B. Zugvögel oder zerstreute Salamander. Einige Tiere, die sich über weite Strecken bewegen, haben einen geomagnetischen Sinn, der sie führt, während andere sich nach dem Sonnenstand orientieren.

Frühere Forschungen haben gezeigt, dass junge Blandings Schildkrötenschlüpfer (Emydoidea blandingii) zunächst visuelle Hinweise wie dunkle Horizonte (die auf eine Wasserquelle hinweisen könnten) verwenden, wenn sie mit der Ausbreitung beginnen, nachdem sie aus einem Nest hervorgegangen sind. Sobald sie sich auf ein visuelles Ziel zubewegen, beginnen sie innerhalb kurzer Zeit, ihr Leitsystem von visuellen Hinweisen auf solare Hinweisen umzustellen, um sie in einer geraden Linie in Bewegung zu halten. Diese Orientierungsfähigkeit wird innerhalb eines Tages voll entwickelt und bleibt erhalten, auch wenn sie ihr Ziel nicht mehr sehen können. Auf diese Weise können die Schildkröten sicher auf Kurs bleiben und den kürzesten, direktesten Weg nehmen, auch wenn sie keine visuellen Hinweise haben.

Um mehr über den Orientierungssinn der Schildkröten zu erfahren, fingen Krenz und seine Kollegen Schlüpfer von etwa einem Tag. Diese befanden sich auf dem Weg nach Westen in Richtung eines großen Feuchtgebietes, das an ein Waldgebiet angrenzt. Während eines zweiphasigen Experiments wurden die Schildkröten in der Mitte einer kreisförmigen Feldarena freigelassen, in der der Mais so hoch stand, dass sie ihr Ziel nicht mehr sehen konnten, aber dennoch den Himmel sehen konnten. Die Schildkröten wurden am Zaun der Arena wieder gefangen, um ihre Fahrtrichtung zu erfassen. In der ersten Phase wurden die Hälfte der Tiere mit Magneten befestigt, die stark genug waren, um ihren geomagnetischen Sinn zu stören, und die andere Hälfte mit nicht-magnetischen Kontrollen.

In der zweiten Phase wurden die Hälfte der Tiere 5 bis 11 Tage lang in einem Labor unter Lichtverhältnissen gehalten, die normale Tages- und Nachtstunden simulieren, und die andere Hälfte wurde durch Einschalten der Beleuchtung manipuliert, um Tageslicht sechs Stunden früher als üblich zu simulieren. Diese Schildkröten erlebten daher eine Uhrenverschiebung von sechs Stunden.

Einmal im Maisfeld ausgesetzt, schafften es die Jungtiere mit und ohne Magnete, ihren Weg nach Westen zu dem Feuchtgebiet, auf das sie vor ihrer Gefangennahme und Umsiedlung zusteuerten, aufrechtzuerhalten. Dies galt auch für die Schildkröten, die keiner Zeitverschiebung unterzogen wurden. Tatsächlich hatten diese Schildkröten auch nach 11 Tagen Haltezeit noch einen lang anhaltenden Orientierungssinn. Diejenigen, die eine Uhrverschiebung erlebten, begannen jedoch in eine Richtung, die etwa 90 Grad anders war als die ursprüngliche Richtung. Das ist sinnvoll, denn 6 Stunden sind ein Viertel eines 24-Stunden-Tages.

„Diese Ergebnisse zeigen, dass der Sonnenkompass notwendig und ausreichend ist, um den Schildkröten von Blanding bei der Orientierung nach dem Schlüpfen zu helfen, auch wenn natürliche Umwelteinflüsse nicht sichtbar sind“, erklärt Krenz.

Die Forscher sind der Meinung, dass die Magnetrezeption und eine magnetische Referenz dazu beitragen können, den anfänglichen Orientierungssinn der Schildkröten in den ersten Stunden nach dem Auftauchen aus ihren unterirdischen Nestern zu entwickeln.

„Beobachtungen eines geomagnetischen Kompasses bei Süßwasserschildkröten wurden erst kürzlich bei Schnappschildkröten (Chelydra-Serpentine) dokumentiert, was darauf hindeutet, dass dies auch bei anderen Süßwasserschildkröten der Fall sein könnte“, sagt Krenz.

Mehr Informationen:
John D. Krenz et al, Use of sun compass orientation during natal dispersal in Blanding’s turtles: in situ field experiments with clock-shifting and disruption of magnetoreception, Behavioral Ecology and Sociobiology (2018). DOI: 10.1007/s00265-018-2590-7

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