Nicht-antibiotische Medikamente beschleunigen auch die Ausbreitung der Antibiotikaresistenz.

Neue Forschungen der University of Queensland haben ergeben, dass nicht-antibiotische Arzneimittel die Ausbreitung der Antibiotikaresistenz durch Bakterienverpaarung signifikant fördern können.

Eine Studie unter der Leitung von Dr. Jianhua Guo vom Advanced Water Management Centre von UQ sagte, dass Antibiotika zwar bekanntermaßen die Antibiotikaresistenz fördern, es aber nicht bekannt war, ob nicht-antibiotische Arzneimittel auch die Bakterienkonjugation erhöhen könnten.

„Bakterielle Konjugation ist der Austausch von genetischem Material zwischen Bakterienzellen durch direkten Zell-zu-Zell-Kontakt oder durch eine brückenartige Verbindung zwischen zwei Zellen“, sagte er.

„Es wird angenommen, dass die bakterielle Konjugation oder die bakterielle Paarung einer der wichtigsten Wege zur Verbreitung von antibiotikaresistenten Genen ist.

„Vor kurzem haben wir uns gefragt, ob nicht-antibiotische Medikamente wie Carbamazepin – ein verschreibungspflichtiges Medikament zur Behandlung von Epilepsie und neuropathischen Schmerzen – die Übertragung von Antibiotikaresistenzen durch Bakterienkonjugation beschleunigen können.“

Mehr als 1.000 Tonnen Carbamazepin werden weltweit pro Jahr verbraucht.

Aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit gegen biologischen Abbau kann es sich ansammeln und jahrelang in verschiedenen Umgebungen verbleiben.

UQ Doktorandin Yue Wang sagte, dass die Forschung festgestellt habe, dass Carbamazepin die bakterielle Konjugation nicht nur innerhalb derselben Bakterienart, sondern auch zwischen verschiedenen Bakteriengattungen signifikant verbessert habe.

„Diese Entdeckung liefert starke Beweise dafür, dass Carbamazepin in umweltrelevanten Konzentrationen den Transfer von Multi-Antibiotikaresistenzgenen direkt fördert“, sagte Dr. Guo.

„Es sind weitere Arbeiten erforderlich, um zu untersuchen, ob ähnliche Effekte durch Carbamazepin in menschlichen Darmmikrobiota verursacht wurden.“

Die Entdeckung, zusammen mit früheren Studien der Gruppe über Triclosan und Fluoxetin, ist eine Warnung, die potenzielle Rolle von nicht-antibiotischen Arzneimitteln bei der Ausbreitung der Antibiotikaresistenz neu zu bewerten.

Die Resistenz gegen antimikrobielle Mittel ist weltweit zu einer großen Bedrohung für die öffentliche Gesundheit geworden, wobei jährlich etwa 700.000 Menschen an antimikrobiell resistenten Infektionen sterben.

Der Befund fällt mit der Weltwoche zur Sensibilisierung für Antibiotika zusammen, die darauf abzielt, das globale Bewusstsein für Antibiotikaresistenzen zu schärfen.

Die Studie wurde im ISME Journal veröffentlicht.

Mehr Informationen:
Yue Wang et al. Antiepileptikum Carbamazepin fördert den horizontalen Transfer von plasmidbasierten multiantibiotischen Resistenzgenen innerhalb und zwischen Bakteriengattungen, The ISME Journal (2018). DOI: 10.1038/s41396-018-0275-x

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