Neukaledonische Krähen können Objekte kombinieren, um neue Verbundwerkzeuge zu konstruieren.

Laut einer neuen Studie, die in der Zeitschrift Scientific Reports veröffentlicht wurde, sind die Neukaledonischen Krähen (Corvus moneduloides) in der Lage, Werkzeuge durch die Kombination von zwei oder mehr ansonsten nicht-funktionalen Elementen zu schaffen, eine Fähigkeit, die bisher nur bei Menschen und Menschenaffen beobachtet wurde.

Neukaledonische Krähe mit einem Stockwerkzeug. Bildnachweis: Auguste von Bayern.

Die Zusammenstellung verschiedener Komponenten zu neuartigen funktionalen und manövrierfähigen Werkzeugen wurde bisher nur bei Affen beobachtet, und Anthropologen betrachten die Herstellung von frühen menschlichen Verbundwerkzeugen als einen bedeutenden Schritt in der Gehirnentwicklung.

Kinder brauchen mehrere Jahre, bevor sie neue Werkzeuge entwickeln, wahrscheinlich weil es notwendig ist, die Eigenschaften von noch unsichtbaren Objekten zu antizipieren.

Eine solche Antizipation oder Planung wird in der Regel so interpretiert, dass sie kreative mentale Modellierung und exekutive Funktionen beinhaltet.

Neukaledonische Krähen gehören zur gleichen Art wie Betty, die 2002 als erstes Tier bekannt wurde, das nachweislich in der Lage war, durch Biegen eines biegsamen Materials ein Hakenwerkzeug herzustellen.

Ornithologen hatten bereits zeigen können, wie diese bemerkenswerten Vögel in der Wildnis und in Gefangenschaft Werkzeuge benutzen und herstellen konnten, aber sie hatten noch nie zuvor gesehen, dass sie mehr als ein Stück zu einem Werkzeug kombinieren konnten.

„Unsere Ergebnisse bestätigen, dass diese Krähen über sehr flexible Fähigkeiten verfügen, die es ihnen ermöglichen, neuartige Probleme schnell zu lösen, aber nicht zeigen, wie sie es tun“, sagte der Studienko-Autor Dr. Alex Kacelnik von der University of Oxford.

„Es ist möglich, dass sie eine Form der virtuellen Simulation des Problems verwenden, als ob ihnen verschiedene mögliche Aktionen im Kopf gespielt würden, bis sie eine brauchbare Lösung gefunden haben, und es dann tun.“

„Ähnliche Prozesse werden nach dem Vorbild künstlicher Intelligenzen modelliert und in physischen Robotern implementiert, um die Tiere besser zu verstehen und Wege zu finden, Maschinen zu bauen, die in der Lage sind, autonome kreative Lösungen für neue Probleme zu finden“.

In der Studie präsentierten Dr. Kacelnik und Kollegen acht wild gefangene neukaledonische Krähen mit einer Puzzlebox, die sie noch nie zuvor gesehen hatten, mit einem kleinen Lebensmittelbehälter hinter einer Tür, der eine schmale Lücke am Boden hinterließ.

Zuerst ließen die Wissenschaftler einige ausreichend lange Stöcke verstreut zurück, und alle Vögel wählten schnell einen von ihnen aus, schoben ihn durch den vorderen Spalt und schoben das Futter in eine Öffnung an der Seite der Box. Alle acht Vögel taten dies ohne Probleme.

In den nächsten Schritten ließ das Team das Essen tief in der Box, stellte aber nur kurze Stücke zur Verfügung, zu kurz, um das Essen zu erreichen.

Diese kurzen Stücke könnten möglicherweise miteinander kombiniert werden, da einige hohl waren und andere in sie passen könnten.

In einem Beispiel gaben sie den Vögeln Fässer und Kolben von zerlegten Injektionsspritzen. Ohne jegliche Hilfe oder Demonstration steckten vier der Krähen teilweise ein Stück in ein anderes und benutzten den daraus resultierenden längeren Verbundstab, um das Futter zu erreichen und zu extrahieren.

Am Ende der fünfstufigen Untersuchung erschwerten die Forscher die Aufgabe, indem sie noch kürzere, kombinierbare Teile lieferten, und fanden heraus, dass ein Vogel, nämlich die „Mango“, in der Lage war, Verbundwerkzeuge aus drei und sogar vier Teilen herzustellen.

„Der Befund ist bemerkenswert, weil die Krähen keine Unterstützung oder Ausbildung bei der Herstellung dieser Kombinationen erhielten, sie haben es selbst herausgefunden“, sagte der Studienko-Leitautor Dr. Auguste von Bayern vom Max-Planck-Institut für Ornithologie und der University of Oxford.

_____

A.M.P. von Bayern et al. 2018. Verbundwerkzeugbau durch neukaledonische Krähen. Wissenschaftliche Berichte 8, Artikelnummer: 15676; doi: 10.1038/s41598-018-33458-z

Teilen Ist Liebe! ❤❤❤ 22 shares ❤❤❤

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

shares