Neandertaler waren KEINE gewalttätigen Rüpel, sie waren „nur“ so aggressiv wie Menschen, sagen Wissenschaftler.

Neandertaler waren nach neuen Erkenntnissen nicht gewalttätiger als moderne Menschen.

Ein Vergleich von mehr als 200 Schädeln, die vor 80.000 Jahren entstanden sind, ergab ähnliche Werte von Kopfverletzungen in beiden Gruppen.

Die Studie fügt immer mehr Beweise dafür hinzu, dass das stereotype Bild unserer primitiven Cousins als knöchelziehende Ochsen sehr weit davon entfernt ist.

Neuere Studien haben gezeigt, dass Neandertalerhirne fast 20 Prozent größer waren, sie lebten in Höhlen, entfachten Feuer und schufen Höhlenkunst.

Sie benutzten auch Heilpflanzen und hatten komplexe soziale Strukturen – darunter die Bestattung ihrer Toten.

Jetzt, in der ersten Analyse ihrer Art, haben Wissenschaftler gezeigt, dass sie nicht wahrscheinlicher waren, in Kämpfe mit Tieren der Eiszeit zu geraten – oder einander – als die koexistierenden Menschen.

Professorin Katerina Harvati vom Institut für Evolution und Ökologie der Universität Tübingen in Deutschland sagte: „Unsere Ergebnisse widerlegen die Hypothese, dass Neandertaler anfälliger für Kopfverletzungen waren als moderne Menschen.

Wir glauben daher, dass das allgemein zitierte Neandertalerverhalten, das zu hohen Verletzungsraten führt – wie gewalttätiges Verhalten und minderwertige Jagdfähigkeiten -, überdacht werden muss.

Die Idee, dass sie sich oft mit Keulen über den Kopf schlugen oder von Höhlenbären oder Hyänen beim Jagen zerfleischt wurden, kam von einzelnen Fossilien.

Aber Professor Harvati und Kollegen fanden heraus, dass diese anekdotischen Geschichten in ihrer einzigartigen bevölkerungsbasierten Studie nicht aufgehoben wurden.

Das Team von Professor Harvati betrachtete die Überreste von mehr als 800 Skeletten von Neandertalern und Menschen, die aus der ganzen Welt gesammelt wurden.

Sie alle hatten vor 20.000 bis 80.000 Jahren gelebt.

Erstere, die vor rund 40.000 Jahren ausgestorben war, hatte die gleiche Anzahl von Kopfwunden wie letztere – was auf einen ähnlichen Lebensstil hindeutet.

Professor Harvati sagte, dass die Ergebnisse, die in der Zeitschrift Nature veröffentlicht wurden, das Stereotyp hinterfragen, dass Neandertaler ein gewalttätigeres Leben führen“.

Ihr Team registrierte Geschlecht, Todesalter, Skelettkonservierung und Standort für jeden Fall.

Die Forscher bewerteten auch Unterschiede in der Prävalenz von Schädeltraumata zwischen den Gruppen.

Sie verwendeten eine statistische Modellierungstechnik, um zu zeigen, dass die Verletzungsraten zwischen Neandertalern und Menschen aus dem Oberpaläolithikum nicht unterschiedlich waren.

Männer in beiden Gruppen zeigten eine höhere Häufigkeit von Verletzungen aufgrund von „geschlechtsspezifischen Verhaltensweisen und Aktivitäten“. Sie waren zum Beispiel eher auf der Jagd.

Das Team durchsuchte das größte derzeit verfügbare fossile Datensatz mit 114 menschlichen Schädeln und 90 Neandertalern – sowohl mit als auch ohne Verletzungen.

Der einzige entdeckte Unterschied war das Alter der Verletzungen – mit größeren Schädelwunden bei jungen Neandertalern unter 30 Jahren.

Die Verletzungsraten unter den modernen Menschen der damaligen Zeit waren in allen Altersgruppen einheitlich.

Die Erstautorin Judith Beier, eine Doktorandin der Universität Tübingen, sagte: „Das könnte bedeuten, dass Neandertaler in einem jüngeren Alter häufiger verletzt wurden als der moderne Mensch im Jungpaläolithikum“.

Es wird angenommen, dass sich die Verletzungen am häufigsten auf den Kopf konzentrieren und auf gewaltsames Sozialverhalten, einen mobilen Jäger-Sammler-Lebensstil in riskanten Eiszeitumgebungen und Angriffe von Fleischfressern wie Höhlenbären oder Höhlenhyänen zurückzuführen sind.

Wichtig ist, dass sie sich auf Nahbereichswaffen wie stechende oder stoßende Speere verlassen haben.

Dies hätte sie bei der Jagd immer wieder in die Nähe von Auseinandersetzungen mit großen Beutetieren gebracht.

Aber Professor Harvati sagte: „Das altersbedingte Muster ist ein neuer Befund. Insgesamt deuten unsere Ergebnisse jedoch darauf hin, dass der neandertalerische Lebensstil nicht gefährlicher war als der unserer Vorfahren – der frühen modernen Europäer.

Es wurde allgemein angenommen, dass Neandertaler ausstarben, weil der Mensch sie einfach überholte – aber die neuesten Forschungen legen nahe, dass ein anderer Grund dafür verantwortlich sein könnte.

Dr. Marta Lahr, Paläoanthropologin an der Cambridge University, die die Studie für die Zeitschrift begutachtete, sagte: „Das bedeutet, dass das Neandertal-Trauma keine eigenen speziellen Erklärungen erfordert, und dass Risiko und Gefahr ebenso Teil des Lebens der Neandertaler waren wie unserer eigenen evolutionären Vergangenheit.

Das Ergebnis ist ein weiterer Beweis dafür, dass die Neandertaler viel mit den frühen menschlichen Gruppen gemein hatten.

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