Mit VRTIGO können Sie Ihre Nerven in der virtuellen Realität testen.

Warum reagieren manche Menschen stärker als andere auf das Unbekannte? Forscher des EPFL-Labors für Verhaltensgenetik unter der Leitung von Professor Carmen Sandi haben sich auf den Weg gemacht, um mit einem neuen Virtual-Reality-Programm mehr zu erfahren. Ihr System bewertet, wie die Persönlichkeitsmerkmale und Vorerfahrungen der Benutzer ihre Reaktionen auf angstauslösende Situationen beeinflussen. Es wurde entwickelt, um an einer großen Anzahl von Freiwilligen getestet zu werden und steht den Besuchern während des Internationalen Filmfestivals Genf vom 5. bis 10. November zur Verfügung, wo es in der Kategorie Digital Out of Competition präsentiert wird.

Beängstigend, aber lustig

Die Entwickler wollen die Überraschung geheim halten, aber der Name des Programms – VRTIGO – gibt eine Vorstellung davon, was die Anwender erwarten können. Die Freiwilligen werden gebeten, ein immersives Headset anzulegen und werden zu einem abgegrenzten Bereich geführt, in dem das Experiment stattfinden wird. Das Programm wird sie in eine virtuelle Welt bringen, die überraschend realistisch erscheint.

„Auch wenn die Nutzer bewusst wissen, dass es sich um eine virtuelle Erfahrung handelt, sagt ihnen die Wahrnehmung, die sie von ihren Sinnen erhalten, etwas anderes. Und ihre Körper reagieren entsprechend – ihre Handflächen beginnen zu schwitzen und sie gehen sehr vorsichtig“, sagen João Rodrigues und Erik Studer, zwei der Forscher, die das Programm entwickelt haben. Der virtuelle Spaziergang ins Unbekannte ist absolut sicher und auf Spaß ausgelegt, ist aber dennoch auf Erwachsene über 18 Jahre beschränkt. „Wir haben ein ausgezeichnetes Feedback von Leuten erhalten, die es ausprobiert haben“, ergänzt Studer. „Und wenn sich das Erlebnis zu intensiv anfühlt, können die Benutzer einfach die Augen schließen oder das Headset abnehmen und ihre Sinneswahrnehmung wird sich wieder normalisieren.“

Wichtige Daten für die Forschung

Die VRTIGO-Erfahrung ist zwar amüsant, liefert aber wertvolle Daten für Wissenschaftler, die sich mit der menschlichen Angst beschäftigen. Die Daten sind völlig anonym; die Freiwilligen werden gebeten, einen kurzen Fragebogen über ihre Vorgeschichte und ihren emotionalen Zustand auszufüllen. Während des Experiments geben die Sensoren des Systems Informationen über die physiologischen Reaktionen der Benutzer weiter, während die Beschleunigungssensoren ihre Körperpositionen, Bewegungen und die Richtungen, in die sie schauen, verfolgen. Außerdem werden Proben aus dem Speichel des Benutzers entnommen, um seinen Cortisolspiegel zu bestimmen – ein Indikator dafür, wie viel Stress er empfindet.

„Diese Tests, die in der Öffentlichkeit durchgeführt werden, werden uns Daten von Menschen unterschiedlichen Alters und Hintergrunds liefern und helfen, unsere Forschung zu diesem Thema voranzutreiben“, sagt Studer. Das Forschungsteam hofft, die Ergebnisse 2019 zu veröffentlichen.

Mehr Informationen:
Weitere Informationen finden Sie unter 2018.giff.ch/de/events/vrtigo-de/vrtigo-de/.

Teilen Ist Liebe! ❤❤❤ 22 shares ❤❤❤

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

shares