Kultur kann erklären, warum Gehirne größer geworden sind.

Eine Theorie namens kulturelle Hirnhypothese könnte außergewöhnliche Zunahmen der Hirngröße bei Menschen und anderen Tieren in den letzten paar Millionen Jahren erklären, so eine Studie, die in PLOS Computational Biology von Michael Muthukrishna von der London School of Economics and Political Science und der Harvard University sowie von Kollegen der University of British Columbia und der Harvard University veröffentlicht wurde.

Der Mensch hat ein außergewöhnlich großes Gehirn, das sich in den letzten Millionen Jahren verdreifacht hat. Auch andere Tiere erlebten eine signifikante, wenn auch geringere Zunahme der Gehirngröße. Diese Erhöhungen sind rätselhaft, denn Hirngewebe ist energetisch teuer, d.h. ein kleineres Gehirn ist kalorienreicher zu halten. Aufbauend auf bestehenden Lernforschungen modellierten Muthukrishna und Kollegen analytisch und rechnerisch die Vorhersagen der kulturellen Hirnhypothese und fanden heraus, dass diese Theorie nicht nur diese Zunahme der Hirngröße erklärt, sondern auch eine Vielzahl anderer Beziehungen zu Gruppengröße, Lernstrategien, Wissen und Lebensgeschichte.

Die Theorie basiert auf der Idee, dass sich die Gehirne erweitern, um mehr Informationen zu speichern und zu verwalten. Das Gehirn wächst als Reaktion auf die Verfügbarkeit von Informationen und Kalorien. Die Verfügbarkeit von Informationen wird durch Lernstrategien, Gruppengröße, Paarungsstruktur und die Länge der Jugendzeit beeinflusst, die sich mit der Größe des Gehirns entwickeln. Das Modell erfasst diese Koevolution unter verschiedenen Bedingungen und beschreibt auch die spezifischen und engen Bedingungen, die zu einem Abheben der Hirngröße führen können – ein möglicher Weg, der zu einer außergewöhnlichen Expansion unserer eigenen Spezies führte. Die Autoren nannten diesen Satz von Vorhersagen die kumulative kulturelle Hirnhypothese. Diese Theorien wurden durch Tests mit vorhandenen empirischen Daten unterstützt. Zusammengenommen können die Ergebnisse dazu beitragen, die schnelle Expansion des menschlichen Gehirns und andere Aspekte der Lebensgeschichte und Psychologie unserer Spezies zu erklären.

„Dies ist eine brandneue Theorie, um die Entwicklung des menschlichen Gehirns und des Gehirns im Allgemeinen zu erklären. Es zeigt, wie verschiedene Merkmale einer Art tatsächlich durch einen gemeinsamen evolutionären Prozess intrinsisch verbunden sind“, sagt Muthukrishna. „Die Grenzen für größere Gehirne sind unsere Fähigkeit, sie zu gebären, aber wie diese Theorie andeutet, geht dieser Prozess weiter – wir erweitern jetzt unsere Jugendzeit und stoßen an eine neue biologische Grenze in unserer Fähigkeit, sich im Alter zu vermehren“.

Als nächstes wollen die Forscher die Vorhersagen der Theorie testen, die sich auf das individuelle und nicht auf das soziale Lernen beziehen, und Erweiterungen der Theorie entwickeln.

Mehr Informationen:
Michael Muthukrishna et al. Die Cultural Brain Hypothesis: How culture drives brain expansion, sociality, and life history, PLOS Computational Biology (2018). DOI: 10.1371/journal.pcbi.1006504

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