Kopernikus Sentinel-5P Ozon erhöht die täglichen Prognosen

Messungen des atmosphärischen Ozons vom Kopernikus-Satelliten Sentinel-5P werden nun in täglichen Prognosen der Luftqualität verwendet.

Der im Oktober 2017 gestartete Copernicus Sentinel-5P – kurz für Sentinel-5 Precursor – ist der erste Kopernicus-Satellit, der der Überwachung unserer Atmosphäre gewidmet ist. Es ist Teil der Flotte der Copernicus Sentinel-Missionen, die die ESA für das Umweltüberwachungsprogramm der Europäischen Union entwickelt.

Der Satellit trägt ein fortschrittliches multispektrales bildgebendes Spektrometer namens Tropomi. Es erkennt die einzigartigen Fingerabdrücke atmosphärischer Gase in verschiedenen Teilen des elektromagnetischen Spektrums, um ein breites Spektrum von Schadstoffen genauer und mit einer höheren räumlichen Auflösung als je zuvor abzubilden.

Und früher als erwartet nimmt der Copernicus Atmosphere Monitoring Service (CAMS), der vom European Centre for Medium-Range Weather Forecasts (ECMWF) im Auftrag der Europäischen Union umgesetzt wird, nun in sein tägliches Analyse- und Prognosesystem nahezu in Echtzeit Sentinel-5P-Ozondaten auf.

Ozon ist sowohl gut als auch schlecht, je nachdem, wo es sich befindet.

Hoch oben in der Stratosphäre ist Ozon wichtig, weil es das Leben auf der Erde vor den schädlichen Strahlen der Sonne durch ultraviolette Strahlung schützt.

Aber tiefer in der Atmosphäre ist Ozon ein Luftschadstoff – der Hauptbestandteil des urbanen Smog. Es kann zu Atembeschwerden und zur Schädigung der Vegetation führen.

Bevor CAMS die Entscheidung traf, die neuen Copernicus Sentinel-5P Ozondaten in sein Prognosesystem aufzunehmen, mussten die Daten sehr sorgfältig überwacht und getestet werden.

Seitdem die Daten im Juli erstmals verfügbar waren, nutzt CAMS sie in Forschungsexperimenten parallel zu ihrem Betriebssystem. Auf diese Weise konnten eventuelle Kinderkrankheiten gelöst werden.

Als gut erachtet, wurden die Daten dann passiv in das operative System aufgenommen, so dass Unterschiede zwischen dem Prognosemodell und den tatsächlichen Beobachtungen berechnet werden konnten.

Die Senior Scientistin des CAMS, Antje Inness, erklärte: „Erstens ist viel technische Arbeit erforderlich, um neue Daten in die Verarbeitungskette des ECMWF aufzunehmen.

„Dann beginnt die wissenschaftliche Arbeit. Wir überwachen die Daten passiv und arbeiten mit dem Team des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, DLR, zusammen, um Probleme zu lösen.

„Schließlich kann die Assimilation der Daten beginnen, und die Daten beeinflussen nun die CAMS-Prognosen.“

Der Leiter des Dienstes, Vincent-Henri Peuch, fügte hinzu: „Bald nach dem Start von Copernicus Sentinel-5P Ende 2017 begannen wir mit der Überwachung der gesamten Kolonne in Forschungsexperimenten und seit Juli in unserem Betriebssystem.

„Das hat gezeigt, dass die Daten von guter Qualität sind, und wir beginnen jetzt, sie aktiv in unserem System zu nutzen.“

Claus Zehner, Mission Manager der ESA für Kopernikus Sentinel-5P, bemerkte: „Die Aufnahme dieser ersten Datenprodukte in das CAMS ist ein wirklich wichtiger Meilenstein – glücklicher könnten wir nicht sein.“

CAMS überwacht auch routinemäßig die Stickstoffdioxid- und Kohlenmonoxiddaten der Mission, die ebenfalls vielversprechend für die nahe Zukunft sind.

Die Kopernikus Sentinel-5P-Mission bietet nicht nur eine beispiellose Genauigkeit, sondern ermöglicht auch mit ihrem 2600 km breiten Schwad den gesamten Planeten alle 24 Stunden zu kartieren.

Alle Messungen der Mission an atmosphärischen Gasen und Aerosolen sind „Kolumendaten“, d.h. sie decken die gesamte Tiefe der Atmosphäre ab.

Teilen Ist Liebe! ❤❤❤ 17 shares ❤❤❤

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

shares