Kinder, die zu Beginn des Schuljahres geboren wurden, haben die doppelte Chance, ins Parlament gewählt zu werden. 

Kinder, die früher im Schuljahr geboren wurden, werden viel häufiger ins Parlament gewählt, wie eine neue Studie ergab.

Forscher fanden heraus, dass Kinder, die die ältesten ihrer Klasse sind – also September-Babys in Großbritannien – doppelt so häufig gewählt werden wie ihre jüngeren Kollegen.

Dieser „relative Alterseffekt“ (RAE) wird angenommen, weil Kinder, die früh im Schuljahr geboren wurden, größer sind, mehr Verantwortung erhalten und psychologisch stärker sind als ihre Altersgenossen.

Die Existenz eines RAE in verschiedenen professionellen Sport- und Bildungsleistungen ist gut dokumentiert“, schrieben Forscher der London School of Economics and Political Science (LSE) in ihrer Arbeit.

Sie analysierten, ob die Jahreszeit der Kindergeburtstage die Wahrscheinlichkeit beeinflusst, dass sie als politische Kandidaten erfolgreich sein werden.

Die Autoren betrachteten eine Stichprobe von Daten aus Finnland zwischen 1996 und 2012.

In Finnland, obwohl das Schuljahr jedes Jahr im September beginnt, wird das Schuljahr einer Person durch das Kalenderjahr bestimmt.

Die Autoren fanden heraus, dass die Geburt am 1. Januar statt am 31. Dezember in Finnland (das entspricht dem 1. September und 31. August im britischen System) fast die doppelte Chance bietet, ins Parlament gewählt zu werden.

Sie fanden heraus: „Je näher das genaue Geburtsdatum eines im Januar geborenen Kandidaten für das neue Jahr liegt, desto größer ist seine Wahrscheinlichkeit, bei Parlamentswahlen gewählt zu werden“.

Derzeit werden 44 Prozent der Männer im britischen Kabinett zwischen September und November geboren.

Laut der im European Journal of Political Economy veröffentlichten Studie können solche „künstlichen Regeln der Gesellschaft zu anhaltender Ungleichheit führen“.

Diese Diskrepanz könnte zu einem „irreversiblen Verlust an potenziellen Talenten unter den relativ jungen Menschen in vielen Bereichen des menschlichen Lebens“ führen.

Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Männer davon profitieren, dass sie von Anfang an erfolgreich mit ihren Altersgenossen konkurrieren können“, sagte Dr. Janne Tukiainen, Gastprofessorin im Department of Government an der LSE.

Angesichts unserer Ergebnisse wäre es wichtig, dass Schulen und beispielsweise Sportvereine mehr Wert auf geistige und körperliche Reife legen und nicht auf das Alter bei der Aufteilung der Kohorten, um die Bedingungen zu schaffen, unter denen alle Menschen ihr volles Potenzial ausschöpfen können.

Der relative Alterseffekt zeigte sich weder bei weiblichen Kandidaten noch bei den relativ weniger kompetitiven Kommunalwahlen.

Frühgeborene Frauen und potenzielle kommunale Kandidaten können überproportional nach Karrieremöglichkeiten in anderen Sektoren suchen, schlagen Forscher vor.

Dr. Tukiainen sagt, dass der „Humankapitalakkumulationsprozess“ bedeutet, dass ältere Kinder in jungen Jahren mehr Selbstvertrauen aufbauen.

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tekk.tv

Lange Zeit war Paul Florian in der TV-Branche tätig. Schon immer gab es eine Schublade voller Handys (und später Smartphones) in seiner Wohnung. Als Online-Redakteur hat der Nerd in ihm diese Schublade nun für Tekk geöffnet.

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