Großflächiger Landerwerb in Afrika beeinträchtigt die Fähigkeit der Bauern, ihre eigenen Lebensmittel zu produzieren.

Um Wasserkonflikte zu vermeiden und die Nahrungsmittelproduktion in Subsahara-Afrika zu stimulieren, sollte der groß angelegte Landerwerb geregelt werden und sich auf die Nahrungsmittelproduktion konzentrieren. Dies sind die Ergebnisse einer neuen Doktorarbeit der Universität Lund in Schweden.

Emma Johanssons Dissertation untersucht, wie sich die Landnutzung durch den groß angelegten Grundstückserwerb, auch als Landnahme bezeichnet, vor allem in Tansania, auswirkt. Das Land wird oft von internationalen Unternehmen erworben, die große Flächen kaufen oder mieten. Der Großteil der Anbaufläche wird für die Forstwirtschaft, aber auch für die Biokraftstoffproduktion genutzt; die häufigsten Kulturen sind Palmöl und Zuckerrohr. Inzwischen wird ein großer Teil der in Subsahara-Afrika konsumierten Lebensmittel importiert.

„Der Schwerpunkt muss auf Lebensmitteln und technologischen Lösungen liegen, die auf den lokalen Bedürfnissen und Umständen basieren. Die Unternehmen sollten essbaren Pflanzenanbau betreiben und Methoden anwenden, die weniger Wasser verbrauchen. Die Dorfbewohner müssen auch die Möglichkeit haben, sich zu beteiligen, sonst sind die am stärksten entwicklungsbedürftigen Menschen benachteiligt“, sagt Emma Johansson, Absolventin der Physikalischen Geographie und Ökosystemwissenschaften und assoziierte Forscherin am Lund University Centre for Sustainability Studies.

In ihrer Arbeit analysiert sie unter anderem die Verfügbarkeit und Nutzung von Wasser unter Verwendung von Ökosystemmodellen. Das Ergebnis zeigt, dass die Regionen, in denen große Flächen für den Anbau von Palmöl und Zuckerrohr genutzt werden, viel Wasser benötigen, während Nahrungspflanzen wie Reis, Mais und Sojabohnen weniger benötigen. Die Verwendung von viel Wasser für die Bewässerung kann zu einem erhöhten Risiko von Wasserkonflikten beitragen, da Flüsse, Grundwasser und andere Oberflächengewässer von vielen Interessengruppen in der Gesellschaft gemeinsam genutzt werden.

Darüber hinaus zeigt Johanssons These, dass nur drei Prozent aller gekauften oder gepachteten Flächen in Afrika kultiviert werden, wobei nur wenige starke Interessengruppen wie China, die USA und Großbritannien hinter einem großen Teil der globalen Landkäufe stehen.

„Die Unternehmen bauen fast keine Nahrungspflanzen an, und was angebaut wird, benötigt enorme Mengen an Wasser. Insgesamt scheint es eine schlechte Lösung für die Kleinbauern in Afrika zu sein, da nur wenigen von ihnen Arbeitsplätze oder andere Möglichkeiten angeboten werden, für sich und ihre Familien zu sorgen. Die Mehrheit ist von der Landwirtschaft abhängig, und da die Landkäufe weitergehen, ist ihr Zugang zu Land und Wasser negativ beeinflusst“, sagt Emma Johansson.

Der Studie zufolge ist es unerlässlich, die heimische Landwirtschaft zu entwickeln, damit die Länder in Subsahara-Afrika ihre Nahrungsmittelimporte im Laufe der Zeit reduzieren können.

„Die Agrarpolitik schützt derzeit nicht die Interessen der Kleinbauern. Die Regierungen dieser Länder scheinen sich mehr um internationale Investitionen zu kümmern, als wenn das Land tatsächlich genutzt wird. In meiner Feldarbeit sah ich Land, das eingezäunt, aber nicht bebaut war, und die Dorfbewohner durften das Land nicht nutzen“, sagt Emma Johansson.

Nach Johanssons Ansicht muss der globale Markt für den Grunderwerb, auf dem Unternehmen oft liquidiert werden, ihr Land verkaufen oder brachliegen lassen, reguliert werden. Einige Regionen haben ihre Naturschutzgebiete im Rahmen der Bemühungen um den Erhalt der biologischen Vielfalt erweitert, was wiederum die Expansion von Kleinbauern in diese Gebiete verhindert. Der Klimawandel könnte auch die Situation der Kleinbauern verschlechtern, wenn die Region trockener wird und der Wassermangel zunimmt.

„Kleinbauern stehen zwischen der Natur und den Unternehmen. Es steht weniger Land zur Verfügung, und viele der von mir befragten Dorfbewohner äußerten Bedenken, dass sie kein Land haben werden, das sie an ihre Kinder weitergeben können“, sagt sie.

Emma Johansson hat auf der Grundlage ihrer Forschung eine Reihe von Empfehlungen für den groß angelegten Grunderwerb erarbeitet. Sie bauen auf früheren Empfehlungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) auf.

„Meine Empfehlungen sind notwendig. Gleichzeitig muss die Landnutzung und ihre Auswirkungen auf die Möglichkeiten der Landwirte zur Selbstversorgung aus verschiedenen Perspektiven untersucht werden, wobei landwirtschaftliche Investitionen, Migration, Bevölkerungswachstum und Projekte zur Erhaltung der biologischen Vielfalt zu berücksichtigen sind. Diese Faktoren beeinflussen die Ergebnisse auf unterschiedliche Weise und sollten gemeinsam untersucht werden“, schließt Emma Johansson.

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