Google-Daten zeigen, dass das öffentliche Interesse an Naturschutz wächst.

Das Interesse der Öffentlichkeit an Naturschutz steigt, so eine neue Analyse der Princeton University.

Basierend auf einer angepassten Version von Google Trends, die die Benutzersuche bei Google verfolgt, zeigen die Ergebnisse, dass Menschen genauso oft nach Schutz suchen wie beim Klimawandel.

Während die Forscher nicht genau sagen können, warum Menschen die von ihnen gesuchten Begriffe gefunden haben, sind sie zuversichtlich, dass die Ergebnisse auf das Interesse der Öffentlichkeit an beiden Themen hinweisen. Die Autoren des Berichts, der in der Zeitschrift Frontiers in Ecology and the Environment veröffentlicht wurde, fordern die Naturschutzwissenschaftler auf, dieses wachsende Interesse zu fördern und in eine tatsächliche Unterstützung des Naturschutzes umzuwandeln.

„Einige Leute haben ihre Besorgnis darüber geäußert, dass, als die Öffentlichkeit begann, den Klimawandel als die wichtigste Umweltbedrohung zu identifizieren, das Interesse an anderen Umweltfragen nachließ, aber wir finden das Gegenteil der Fall“, sagte die Hauptautorin Zuzana Burivalova, Postdoc-Stipendiatin im Labor von Professor David Wilcove an der Woodrow Wilson School of Public and International Affairs der Princeton University.

„Wir glauben, dass unsere Arbeit den Wert hervorhebt, objektive, evidenzbasierte Erkenntnisse über die Erhaltung auf eine zugängliche, engagierte und verknüpfbare Weise zu präsentieren. Dies ist besonders wichtig in einer Zeit wachsender politischer Polarisierung und Fehlinformationen“, sagte Wilcove, Professor für Ökologie und Evolutionsbiologie und Public Affairs sowie das Princeton Environmental Institute.

Burivalova, eine Tropenwaldökologin und Naturschutzwissenschaftlerin, begann dieses Nebenprojekt, weil sie enttäuscht war, als sie hörte, dass das öffentliche Interesse an Naturschutz nachließ. Sie fragte sich, ob das Desinteresse an der verwendeten Terminologie lag, wie z.B. dem Wort „Biodiversität“, das für einige verwirrend sein könnte, oder ob der Klimawandel alle anderen umweltbezogenen Recherchen übertrumpft hat.

Unter der Leitung von Wilcove und mit Hilfe von Rhett Butler, Gründer der Umweltnachrichtenagentur Mongabay, wandte sich Burivalova an Google Trends, eine Website von Google, die Top-Suchanfragen analysiert. Google Trends wird häufig für Geschäfts- und Werbezwecke eingesetzt und wurde auch zur Untersuchung lokaler Gesundheitsausbrüche wie Grippe oder Windpocken eingesetzt.

Die Forscher verwendeten Daten von Google Trends, die sie mit ihrem eigenen Modell von Schätzungen darüber kombinierten, wie sich die Gesamtzahl der Suchanfragen im Laufe der Zeit verändert hat, Informationen, die derzeit nicht von Google bereitgestellt werden. Sie untersuchten die monatlichen Suchergebnisse zwischen 2004 und 2017.

Neben den Begriffen „Naturschutz“ und „Biodiversität“ wurden auch verwandte Begriffe wie „Umweltschutz“, „Ökotourismus“ und „Nationalparks“ berücksichtigt. Um den Zusammenhang zwischen der Suche nach Klimawandel und Naturschutz zu untersuchen, verglichen sie die Begriffe „Klimawandel“ und „globale Erwärmung“ mit „Biodiversität“, „Aussterben“ und „bedrohten Arten“.

Die Ergebnisse zeigen, dass das Online-Interesse an Naturschutz (rund 110.000 Suchanfragen pro Monat) in einer ähnlichen Größenordnung liegt wie das Interesse an Armut, das bei rund 165.000 Suchanfragen pro Monat liegt. Interessanterweise gab es zwischen 2004 und 2017 in vielen ostafrikanischen Ländern sowie in Indien und Nepal einen deutlichen Anstieg der Internetrecherchen nach „Schutz“.

Im Laufe der untersuchten Zeitspanne begann das öffentliche Interesse an Klimawandel und globaler Erwärmung 2007 zu steigen, möglicherweise aufgrund der Veröffentlichung von „An Inconvenient Truth“, einem Dokumentarfilm über den Klimawandel im Jahr 2006, so die Forscher. In dieser Zeit kam es auch zu einem allgemeinen Anstieg der Einzelspenden an den Naturschutz und den World Wildlife Fund.

„Natürlich verstehen wir, dass Interesse nicht unbedingt gleichbedeutend ist mit Unterstützung“, sagte Burivalova. „Wissenschaftler und Naturschützer sollten daher weiterhin neue Wege der Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse erforschen, z.B. durch Kooperationen mit Pädagogen, Journalisten, Geschichtenerzählern und mehr.“

Die Studie weist auf zwei ihrer wichtigsten Einschränkungen hin. Google Trends richtet sich an entwickelte Länder mit Zugang zum Internet. Die verfügbaren Daten beinhalten auch nicht die Motivation der Nutzer für die Suche.

Das Papier „Analysieren von Google-Suchdaten, um Mythen über das Interesse der Öffentlichkeit am Naturschutz zu entlarven“ wurde in der November-Ausgabe von Frontiers in Ecology and the Environment veröffentlicht.

Mehr Informationen:
Zuzana Burivalova et al., Analysieren von Google-Suchdaten, um Mythen über das Interesse der Öffentlichkeit an Naturschutz, Grenzen in Ökologie und Umwelt zu entlarven (2018). DOI: 10.1002/Gebühr.1962

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