Erste Versuche mit innovativen, nicht-invasiven Mineralexplorationstechnologien

In ihrem kürzlich veröffentlichten Aktionsplan für Batterien, in dem die EU-weiten Quellen für die zur Herstellung von Batterien benötigten Mineralien genannt werden, hat die Europäische Kommission die entscheidende Rolle hervorgehoben, die mineralische Rohstoffe spielen werden, um Europa in eine kohlenstoffarme und kreisförmige Wirtschaft zu verwandeln und gleichzeitig die Produktions- und Wertschöpfungsketten Europas zu stärken. Das 36-monatige Projekt INFACT, das im Rahmen des Horizont-2020-Programms der Europäischen Union für Forschung und Innovation finanziert wird, ist vollständig auf diese Strategie ausgerichtet. Unter der Leitung des Helmholtz-Instituts Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf haben sich Universitäten, Forschungseinrichtungen, regionale Behörden, internationale Non-Profit-Organisationen und Dienstleistungsunternehmen zusammengeschlossen, um innovative, nicht-invasive und sozial akzeptable Technologien zur Mineralexploration zu entwickeln und zu testen. Einige dieser Methoden werden oder wurden bereits im Sommer 2018 und 2019 an den drei Referenzstandorten des Projekts in Deutschland (Geyer), Finnland (Sakatti) und Spanien (Cobre Las Cruces, Sevilla und Minas de Ríotinto, Huelva) getestet.

Nach einer sozialwissenschaftlichen Analyse – siehe http://www.infactproject.eu/deliverables/ -, die dazu beigetragen hat, die historischen und wirtschaftlichen Faktoren zu verstehen, die die soziale Akzeptanz für Bergbauaktivitäten in der Umgebung von Geyer, Sakatti und Sevilla bestimmen, hat das Projektteam derzeit erste Technologieversuche abgeschlossen. Diese fanden an jedem der Referenzstandorte im Sommer 2018 statt. Im Juni und Anfang Juli waren Konsultationen mit den Interessengruppen geplant, um die Bürger auf lokaler und regionaler Ebene über die geplanten Aktivitäten zu informieren. Im August und Anfang September wurden an jedem der Standorte Hubschrauberflüge durchgeführt, um gute geologische Kenntnisse der Gebiete zu erlangen. Mit allen Aktivitäten, die auf das Ziel ausgerichtet sind, nicht-invasive Methoden als nützliches Instrument voranzubringen, um den Bergbau nachhaltiger und damit sozial akzeptabler zu machen.

Die Flugkampagne in Finnland begann im August 2018 mit dem Ziel, geologische Merkmale im Zusammenhang mit Mineralansammlungen in verschiedenen Tiefenbereichen der Finnischen Referenzstation zu erfassen, gefolgt von Datenerfassungskampagnen in Deutschland und Spanien. Während dieser Versuche waren weitere Bürgerbeteiligungsaktivitäten geplant, um sicherzustellen, dass die Bewohner auf transparente Weise über die Forschungsanstrengungen informiert werden, um so die Lücke zwischen dem Bedarf Europas an heimischen Bodenschätzen und dem oft genannten Mangel an Kommunikation mit der Öffentlichkeit zu schließen.

An jedem Standort werden die natürlichen Bedingungen der Referenzstation berücksichtigt. Exemplarisch ist das Referenzgebiet Sakatti als Teil eines Natura 2000-Gebietes, das zum Schutz der natürlichen Vielfalt geschaffen wurde und für einen Kampagnenplan erforderlich ist, der die Nistzeit mehrerer Vogelarten und den Höhepunkt der Aktivität für die Rentierhaltung im Juli bzw. September nicht behindert. Die arktischen Bedingungen und insbesondere das Vorhandensein einer dünnen glazialen Bodenschicht für frühe Zeitdaten stellen ebenfalls eine Herausforderung für die geophysikalische Akquisitionskampagne dar. Darüber hinaus wurden die zu jeder Kampagne gehörenden öffentlichen Veranstaltungen auf die Bedürfnisse der Bevölkerung zugeschnitten. Bei der Präsentation von Sakatti bedeutete dies eine große öffentliche Veranstaltung am Flughafen Sodankylä, wo die Bürger die Möglichkeit hatten, einen Blick auf den Hubschrauber und die Erkundungstechnologien zu werfen, während das INFACT-Team für Fragen zur Verfügung stand.

Während sich das Projekt derzeit in einer frühen Kampagnenphase befindet, plant das INFACT-Team bereits, wie die jeweiligen Referenzstandorte langfristig zum technologischen Fortschritt beitragen können.

Ein zentraler Bestandteil dieser Planung ist die technologiebedingte Entwicklung regionalspezifischer Geschäftsmodelle, in denen das Fraunhofer IAO-Team Strategische F&E/Kooperation mit ihrem Leiter Frank Wagner verantwortlich ist.

Ausgehend von einer ersten Workshopreihe Anfang Juli 2018 in Sevilla will das Fraunhofer-Team bis 2020 iterativ ein langfristiges Erfolgskonzept entwickeln. Dabei werden die technischen, wirtschaftlichen und sozialen Anforderungen bei der Kombination der individuellen Merkmale der vor- und nachgelagerten Interessengruppen in Finnland, Deutschland und Spanien berücksichtigt.

Obwohl der dreieckige Geschäftsmodellierungsansatz in der Literatur und Geschäftspraxis kein neues Thema ist, betritt das Fraunhofer IAO ein neues Forschungsfeld, da verschiedene Sensortechnologien, darunter quantentechnologische Sensoren, eine der wichtigsten technologischen Schichten der an den Referenzstandorten zu testenden nicht-invasiven Methoden sind.

Daher ist das Fraunhofer-Team bestrebt, Eigenschaften zu identifizieren, die für diese Art von Technologien einzigartig sind, um als erstes ein erfolgreiches Geschäftsmodell für technologische Tests unter unterschiedlichen technischen, natürlichen und sozialen Bedingungen zu entwickeln.

Mehr Informationen:
Weitere Informationen finden Sie auf der Projektseite: www.infactproject.eu

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