Einzigartige Studie zeigt, wie Fledermäuse manövrieren

Erstmals ist es den Forschern gelungen, die Aerodynamik von fliegenden Tieren beim Manövrieren in der Luft direkt zu messen. Früher galt der Aufschlag der Flügel im Vergleich zum starken Abschlag als relativ unbedeutend, aber in einer neuen Studie haben Biologen der Universität Lund in Schweden beobachtet, dass sich Fledermäuse oft beim Aufschlag der Flügel drehen.

„Bisher wussten wir nicht viel darüber, was Tiere tatsächlich tun, wenn sie fliegen, da wir uns auf den stationären Flug konzentriert haben. Stetiger Flug ist in der Tat nicht sehr verbreitet für Tiere, die in freier Wildbahn fliegen. Wir haben jetzt direkte aerodynamische Messungen an Fledermäusen durchgeführt und können sehen, wie flexibel sie sind. Sie drehen sich auf verschiedene Weise, je nachdem, wo sie sich im Flügelschlag befinden“, erklärt Per Henningsson, Biologe an der Lund University.

„Es ist wirklich faszinierend zu sehen, wie komplex und elegant das Bewegungsmuster ist und wie die Fledermäuse die beste Lösung wählen, während sie sich entscheiden, ein Manöver zu starten“, fährt er fort.

Für die Fledermäuse ist die Flugtechnik mit schnellen Manövern bei hoher Geschwindigkeit wichtig, um Insekten im Flug erfolgreich zu fangen und Kollisionen mit verschiedenen Hindernissen wie Bäumen und Gebäuden zu vermeiden.

Die Ergebnisse könnten für die Entwicklung der nächsten Generation von Drohnen von Bedeutung sein.

„Eine der größten Herausforderungen für die Industrie besteht darin, Kontrolle und Stabilität zu gewährleisten und es Drohnen zu ermöglichen, Hindernisse leicht zu umgehen. In diesem Zusammenhang sind unsere Ergebnisse sehr relevant“, sagt Per Henningsson, der nicht ausschließt, dass zukünftige Drohnen mit Schlagflügeln ausgestattet werden können.

Die Studie wurde an zwei langohrigen Fledermäusen durchgeführt, die für das Fliegen in einem Windkanal ausgebildet wurden. Als Beute benutzten die Forscher Mehlwürmer, die an einem Gerät befestigt waren, das sich seitlich bewegen ließ. Durch die Bewegung des Gerätes nach rechts oder links ließen die Forscher die Fledermäuse sich drehen, um der Richtung der Beute zu folgen. Die Forscher visualisierten den Luftstrom und filmten die Tiere mit Hochgeschwindigkeitskameras. So konnten sie die Aerodynamik mit den Bewegungen verknüpfen.

Mehr Informationen:
Per Henningsson et al. Aerodynamik des Manöverfluges bei braunen Langohrenfledermäusen (Plecotus auritus), Journal of The Royal Society Interface (2018). DOI: 10.1098/rsif.2018.0441

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