Eine Eiszeit in 120 Sekunden: Der Zeitraffer zeigt, wie sich die Alpen in 115.000 Jahren verändert haben.

Wissenschaftler haben die dramatischen Veränderungen in den Alpen nach dem Beginn der letzten Eiszeit der Erde simuliert, die vor 115.000 Jahren die Landschaft zu verändern begann.

Während dieser Zeit rückten die Gletscher in der gesamten Region vor und zurück, brachen Täler aus und hinterließen Felsbrocken und Vorgebirge.

Die hypnotische Simulation mit dem Supercomputer Piz Daint kondensiert Zehntausende von Jahren auf nur zwei Minuten und zeigt, dass es möglicherweise viel mehr Bewegungen gegeben hat als bisher angenommen.

Die Simulation wurde von einem internationalen Forscherteam mit dem CSCS-Supercomputer „Piz Daint“ und einem Modell namens Parallel Ice Sheet Model (PISM) durchgeführt.

Das Team nutzte Daten über Berg- und Gletschertopographie, Gesteinseigenschaften, Wärmefluss und Klimabedingungen, um Eisbildung und Gletscherausbreitung zu simulieren.

Dazu kombinierten sie aktuelle Wetterdaten und Paläoklimaaufzeichnungen auf Basis von Sediment- und Eiskernproben.

Nach Ansicht der Forscher deuten die Simulationen darauf hin, dass die Alpen eine häufigere Vergletscherung erlebten, mit Gletschern, die in den letzten 120.000 Jahren mehr als zehnmal vor- und zurückgingen.

Es wurde vorher angenommen, dass das Gebiet mindestens vier Gletscher erlebte. Aber in den letzten Jahrzehnten haben die Forscher zunehmend die Vorstellung unterstützt, dass diese Zahl viel größer sei.

Die Simulation zeigt, dass sich vor rund 25’000 Jahren Eisschollen am weitesten in die Voralpen, nach Bern, Zürich und in die Bodenseeregion ausgedehnt haben.

Diese ultraschnelle Rekonstruktion zeigt, wie die Gletscher über Jahrtausende in das Schweizer Mittelland vordrangen, Merkmale wie das Rhônetal ausschnitten und massive Felsbrocken durch das Schweizer Mittelland, die Alpentäler und das Juragebirge ablagerten.

Schließlich ging die Welt in die aktuelle Interglazialzeit über, wie die Simulation zeigt.

Mit Gletschermodellen wie PISM auf Supercomputern wie dem Piz Daint können wir die Geschichte der Gletscher mit einem bisher unerreichten Detaillierungsgrad rekonstruieren“, sagt Julien Seguinot vom Labor für Hydraulik, Hydrologie und Glaziologie der ETH Zürich.

Nach Ansicht der Forscher kann das Eis auch dicker gewesen sein, als frühere Schätzungen vermuten ließen.

Im oberen Rhônetal zum Beispiel kann es bis zu 800 Meter dicker gewesen sein als gedacht.

Die Forscher sagen, dass solche Simulationen dazu beitragen werden, das Verständnis der Vereisung zu verbessern.

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