Die Gesichtserkennungssoftware, die Tausende von Gesichtern auf Bürgerkriegsfotos identifizieren konnte.

Die Gesichtserkennung wird verwendet, um amerikanische Bürgerkriegssoldaten zu identifizieren, die ansonsten im Sand der Zeit verloren sein könnten.

Der Informatiker und Geschichtswissenschaftler Kurt Luther schuf eine frei zugängliche Website namens Civil War Photo Sleuth, die mit Hilfe der Gesichtserkennungstechnologie klassische Fotos mit einer Datenbank vergleicht und hoffentlich unbekannten Personen einen Namen zuweist.

Luther wurde zum Start der Website inspiriert, nachdem er auf ein Kriegsporträt seines Ururgroßonkels gestoßen war, der im Bürgerkrieg Unionsfeldwebel war.

Der amerikanische Bürgerkrieg dauerte von 1861 bis 1865.

In einem Medium-Post beschrieb Luther den Moment, in dem er auf das Foto seines Vorfahren bei einer Ausstellung mit dem Titel „Pennsylvania’s Civil War“ im Heinz History Center in Pittsburgh im Jahr 2013 stieß.

In einer bescheidenen Vitrine in einer Ecke der Ausstellung befand sich ein bemerkenswertes ledergebundenes Album von cartes de visite“, schrieb Luther.

Meine Augen fixierten sich auf die Inschrift über dem rechten Bild: „Croxton, tot 1880.

Darunter blickte mich ein sitzender Union Korporal, der einen Sakko, einen Vollbart und einen ernsten Ausdruck trug, an.

Wir konnten unser Glück nicht glauben… Ich sah dort zum ersten Mal meinen Bürgerkriegsvorfahren, meinen Ururgroßonkel Oliver, und schloss eine Lücke von 150 Jahren“, sagte Luther.

Die Erfahrung veranlasste Luther, in diesem Sommer den Bürgerkrieg mit Photo Sleuth zu beginnen.

Um es auszuprobieren, laden die Benutzer ein Bild auf die Website hoch und kennzeichnen es mit allen sichtbaren Identifikatoren, die auf dem Foto zu finden sind, wie z.B. Einheits- und Rangabzeichen, Fotografenangaben und Beschriftungen gemäß Militärbildern.

Solche Details können bei Versuchen, jemanden zu identifizieren, einen Unterschied machen.

Z.B. bedeuten drei Chevrons und ein Stern einen Rang des Ordnungsfeldwebels für Unions- und Konföderiertenarmeen, notierte Slate.

Dann geht die Gesichtserkennungstechnologie des Standorts ans Werk, die bis zu 27 „Gesichtsmale“ abbildet.

Anhand dieser Gesichtsmale wird das Foto mit den mehr als 10.000 identifizierten Fotos im Archiv der Website verglichen.

Außerdem wird die Gesichtserkennungssoftware nicht durch Bärte oder Koteletten gestört – beides waren im 19. Jahrhundert beliebte Stile.

Sobald die Querverweise abgeschlossen sind, wird die Website eine Übersicht über mögliche Übereinstimmungen und Namen liefern.

Unsere ersten Tests zeigen, dass die Gesichtserkennung wirklich eine Nadel im Heuhaufen finden kann“, erklärte Luther.

„In wenigen Sekunden können wir ein mysteriöses Foto eines unbekannten Soldaten unter mehr als 15.000 Möglichkeiten identifizieren.

Luther arbeitete mit Ron Coddington, dem Herausgeber der Zeitschrift Military Images, Paul Quigley, dem Direktor des Virginia Center for Civil War Studies und Studentenforschern von Virginia Tech zusammen, um die Website zu erstellen.

Coddington glaubt, dass es etwa 40 Millionen Fotos gab, die während des Bürgerkriegs aufgenommen wurden, was ihnen ein beträchtliches Sample-Set gibt, aus dem sie für das Archiv ziehen können.

Ich habe einmal berechnet, dass es 40 Millionen Fotos von Unionssoldaten gab, die während des Bürgerkriegs gemacht wurden“, sagte Coddington gegenüber Military Images.

„Selbst wenn nur 10 Prozent überleben, gibt es heute 4 Millionen Bilder da draußen.

Andere Experten schätzen, dass nur 10 bis 20 Prozent der während des Bürgerkriegs gesammelten Bilder identifiziert wurden.

Luther hofft, dass Bürgerkrieg Photo Sleuth helfen kann, diese Zahl auf 100 Prozent zu erhöhen.

Bisher waren sie ziemlich erfolgreich.

Bürgerkrieg Foto Sleuth protokollierte ungefähr 88 Spiele in einem einzigen Monat, von denen 75 Prozent „wahrscheinlich oder definitiv korrekt“ waren, sagte Luther.

Und je mehr Menschen es nutzen, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Website in der Lage sein wird, Personen zu identifizieren, fügte er hinzu.

Schließlich bringt die Seite neues Leben in Luthers Hobby des Bürgerkriegsfotografen.

Es ist wichtig, diesen Gesichtern Namen zu geben“, sagte Luther zu Slate. „Bilder sind mächtig, und sie humanisieren diese Menschen, die sonst nur wie Namen auf einer Liste oder Zahlen in einem Verlustbericht erscheinen könnten.

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tekk.tv

Lange Zeit war Paul Florian in der TV-Branche tätig. Schon immer gab es eine Schublade voller Handys (und später Smartphones) in seiner Wohnung. Als Online-Redakteur hat der Nerd in ihm diese Schublade nun für Tekk geöffnet.

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