Die CO2-Emissionen in Russland steigen mit dem Wirtschaftswachstum bis zu einem gewissen Punkt.

Die Verschmutzung in Russland nimmt mit dem Wirtschaftswachstum zu, aber nur bis zu einer bestimmten Schwelle, von der aus sie zu sinken beginnt, zeigt eine aktuelle Studie von Prof. Natalya Ketenci, Yeditepe University, Türkei.

Die Gültigkeit des Phänomens, das als ökologische Kuznets-Kurve anerkannt ist, zeigt einen vielversprechenden Fortschritt für die Umweltpolitik und -praxis in der Russischen Föderation. Die im Open-Access Russian Journal of Economics veröffentlichte Studie zielt auch darauf ab, die Zusammenhänge und Kausalitäten zwischen der Verschmutzung, die durch Kohlendioxid-(CO2)-Emissionen quantifiziert wird, und den Hauptfaktoren, die sie beeinflussen, zu identifizieren.

Dazu verwendet der Autor jährliche Daten über Energieverbrauch, Realeinkommen, internationalen Handel, Bildungsniveau und Urbanisierungsgrad für den Zeitraum 1991-2016, die aus der Datenbank der Weltbank für Entwicklungsindikatoren stammen. Als Ergebnis liefert das Forschungspapier Empfehlungen für politische Entscheidungsträger in Russland, die für die Umweltqualität auf nationaler Ebene verantwortlich sind.

Den Daten zufolge ist Russland nach China, den USA und Indien der viertgrößte CO2-Emittent der Welt, gemessen an den Gesamtkilotonnen, liegt aber vor den USA, wenn man das Bruttoinlandsprodukt (BIP) berücksichtigt. Während die USA mit 0,33 kg CO2-Emissionen pro 2010 Dollar BIP beitragen, entfallen 0,99 kg auf Russland. Darüber hinaus nimmt Russland trotz der globalen Tendenz zur Verringerung der jährlichen CO2-Emissionen weiter zu.

Interessanterweise hat Russland zwar seine gesamten CO2-Emissionen seit 1998 um 14% (8% seit 2009) erhöht, aber seine Menge ist bei Betrachtung des BIP tatsächlich um 45,6% (7,3% seit 2009) gesunken. In Übereinstimmung mit der Hypothese der Umweltkurven von Kuznets ist dies auf den schrittweisen Einsatz umweltfreundlicherer Geräte in einer wachsenden Wirtschaft zurückzuführen.

Bei der Untersuchung der Schlüsselfaktoren für die Umweltverschmutzung kommt Prof. Natalya Ketenci zu dem Schluss, dass Energieverbrauch, Realeinkommen, Bildung und Urbanisierungsgrad wichtige Faktoren sind und der offene Handel keine Auswirkungen hat.

Abschließend schlägt die Forscherin vor, dass die politischen Entscheidungsträger in Russland die Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung fortsetzen müssen, um so umweltfreundlichere Technologien zu fördern.

Auch die Bemühungen um die Sensibilisierung der Bevölkerung für die Umwelt stehen im Vordergrund. Interessanterweise ist die Bildung in Russland zwar mit einem besseren Zugang zu fortschrittlichen, aber energieintensiven Technologien verbunden, aber durch Bildung können die Menschen motiviert werden, die Umweltqualität zu verbessern und so zu Praktiken wie Recycling und Verzicht auf nicht erneuerbare Produkte zu überzeugen.

Auch bei der Urbanisierung sind die Auswirkungen auf die Umweltbelastung recht unklar. Obwohl im Allgemeinen mit einem Anstieg der CO2-Emissionen infolge einer größeren und dichteren Bevölkerung verbunden, tragen verbesserte Recyclingorganisation und Hygienevorschriften in städtischen Gebieten zur Verbesserung der Umweltqualität bei. Daher empfiehlt der Autor, dass der Schwerpunkt für städtische Gebiete auf die Beibehaltung der derzeitigen Politik und die Verringerung der Energieintensität gelegt werden sollte, während es in ländlichen Gebieten wichtig ist, neue effiziente Umweltpolitiken umzusetzen.

Mehr Informationen:
Natalya Ketenci, The environmental Kuznets curve im Falle Russlands, Russian Journal of Economics (2018). DOI: 10.3897/j.ruje.4.28482

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