BMW Gewinn sinkt in „volatilen“ Zeiten

Der deutsche High-End-Automobilhersteller BMW verzeichnete am Mittwoch einen starken Rückgang des Quartalsgewinns, da neue Emissionstests, globale Handelsspannungen und kostspielige Rückrufaktionen das Ergebnis belasteten.

Die in München ansässige Gruppe sagte, dass der Reingewinn zwischen Juli und September im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro (1,6 Milliarden US-Dollar) gesunken sei und damit hinter den Erwartungen der Analysten zurückbleibe.

Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 4,7 Prozent auf 24,7 Milliarden Euro, getragen von einer regen Nachfrage nach den Fahrzeugen des Konzerns, zu denen der kompakte Mini- und Luxus-Rolls-Royce gehört.

Der Konzern hatte bereits im September eine seltene Gewinnwarnung herausgegeben, als er angesichts einer Reihe von Rückschlägen gezwungen war, seinen Ausblick für das Gesamtjahr zu senken.

Vor allem die Einführung harter neuer EU-Emissionstests, der so genannten WLTP, die konkurrierende Automobilhersteller dazu veranlassten, vor Ablauf der Frist am 1. September nicht konforme Modelle mit erheblichen Rabatten für die Käufer zu wechseln.

Dies führte zu einem „unerwartet intensiven Wettbewerb“, so BMW.

Die Gruppe ist auch von der schwelenden Handelsstreitigkeit von US-Präsident Donald Trump mit China betroffen, bei der beide Seiten Tit-for-Tat-Zölle eingeführt haben, und von seinen Drohungen, hohe Zölle auf Autoeinfuhren aus der Europäischen Union zu erheben.

„Die anhaltenden internationalen Handelskonflikte haben die Marktsituation verschärft und die Unsicherheit der Verbraucher verstärkt“, sagte BMW, die über Fabriken in Europa, den USA und China verfügt.

Auch der Autohersteller spürte den Kneifen einer Massenrückrufaktion von Dieselfahrzeugen über ein Brandrisiko, für das er im dritten Quartal 679 Millionen Euro zurücklegen musste.

Ebenfalls ergebnisbelastend wirkten sich die gestiegenen Ausgaben von BMW für Elektro- und selbstfahrende Autos aus, da die Branche nach dem Skandal um die betrügerischen Emissionen des „Dieselgate“ für sauberere, intelligentere Fahrzeuge steht.

„Gerade in diesen volatilen Zeiten richten wir unseren Blick auf die Zukunft und treffen die Entscheidungen, die zum Erfolg von morgen führen“, sagte Vorstandsvorsitzender Harald Krueger.

Im Rahmen dieser Bemühungen plant BMW, „die begehrten“ Rohstoffe zu sichern, um Batteriezellen wie Kobalt in Zukunft selbst herzustellen und diese dann den Lieferanten zur Verfügung zu stellen.

WLTP-Schmerz „bis 2019“.

Die BMW Aktie sank in Frankfurt um 1050 GMT um 1,8 Prozent auf 75,55 Euro und entwickelte sich damit schlechter als der DAX Blue-Chip-Index, der um 1,1 Prozent zulegte.

Der Konzern bestätigte seinen getrimmten Ausblick für 2018 und rechnet mit einem „leicht niedrigeren“ Umsatz im Automobilgeschäft als im Vorjahr.

Das Ergebnis vor Steuern „wird voraussichtlich gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgehen“ und nicht auf dem Niveau des Vorjahres von 10,7 Milliarden Euro liegen.

Mit Blick auf die Zukunft warnte Finanzvorstand Nicolas Peter in einer Telefonkonferenz, dass der WLTP-Fallout voraussichtlich „bis in die erste Jahreshälfte 2019“ anhalten werde.

„Die Volatilität ist noch nicht vorbei“, sagte er Reportern.

BMW hatte nicht die gleichen Produktionsengpässe wie die neuen EU-Vorschriften bei den Konkurrenten Daimler und Volkswagen, aber der Preiskampf um die Abschaffung von Nicht-WLTP-Modellen hat sich für alle Automobilhersteller in einem für die deutsche Wirtschaft wichtigen Sektor als schmerzhaft erwiesen.

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