Gesundheit: Schützt die Ehe vor Schlaganfällen und Herzkrankheiten?

Eine aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass der Beziehungsstatus Einfluss auf das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen hat.

Im Zuge einer weltweiten Studie unter der Leitung der Keele University im Vereinigten Königreich in Zusammenarbeit mit der Macquarie University in Sydney kamen Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass der Familienstand als eigener Risikofaktor für Herzkrankheiten und Schlaganfälle mit einbezogen werden sollte.

Bekannte Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen sind bisher das Alter, Geschlecht, hoher Blutdruck, hohe Cholesterinwerte, Diabetes und Rauchen. Diese machen 80 Prozent aus, die fehlenden zwanzig Prozent waren bisher nicht bekannt. Dazu könnte neuesten Erkenntnissen zufolge nun also auch der Familienstand zählen

Unverheiratete Menschen mit erhöhtem Risiko

„Unsere Analysen haben gezeigt, dass verglichen mit verheirateten Menschen, unverheiratete Personen eher in Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und tödlichen Schlaganfällen gebracht werden konnten“, so Dr. Anastasia Mihailidou vom Department of Biomedical Sciences von der Macquarie University.

Zu dem Ergebnis kamen die Wissenschaftler nach der Auswertung von zahlreichen Forschungsprojekten, in deren Zuge sie mehr als zwei Millionen Menschen im Alter von 42 bis 77 auf der ganzen Welt betrachtet haben. Bei dieser Pool-Analyse zeigte sich, dass unverheiratete Menschen im Vergleich zu verheirateten ein um 42 Prozent erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ein um 16 Prozent erhöhtes Risiko für Herzgefäßerkrankungen aufwiesen. Zudem war auch das Risiko für tödliche Herzgefäßerkrankungen (42 Prozent) oder tödliche Schlaganfälle (55 Prozent) bei den Nichtverheirateten erhöht. 

Familienstand als eigener Risikofaktor

Aus diesem Grund sollte laut der Wissenschaftler immer auch der Beziehungsstatus als Risikofaktor für Herzkrankheiten und Schlaganfälle betrachtet werden, um Patienten mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko zu identifizieren. Es sei wichtig, die sozialen Umstände und den Familienstand des Patienten einzubeziehen, damit gegebenenfalls spezielle Unterstützung im Rahmen der Patientenfürsorge geleistet werden könne. 

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