Marco Reus begeistert Borussia Dortmund Comeback gegen Bayern

Im Laufe des Abpfiffs brach das Westfalenstadion in einen spontanen Gesang aus. „Deutsche Meister? Nur BVB!“ sangen sie.

Also los geht’s. Deutschland hat lange genug gewartet. Borussia Dortmund ist zurück und die Bundesliga hat endlich ein Titelrennen.

Zwei Tore von Marco Reus und eine durchweg explosive zweite Halbzeit am Samstagabend gaben den Startschuss für eine spannende Saison. Diesmal wirklich, diesmal.

Dortmund kam zweimal von hinten, um am Samstagabend die Bayern mit 3:2 zu schlagen. Ihre Leistungen in der Vorsaison hatten ihnen Vergleiche mit der Zeit von Jürgen Klopp eingebracht, und Dortmund setzte sich gegen Bayern durch.

Diese Spitze des Sechs-Punkte-Tisches war Fußball, wie Klopp es gerne hätte. Unpolitisch, aber unterhaltsam. Ein bisschen Chaos, ein bisschen Qualität und viel Herz.

Dortmund war nicht in Bestform, aber mit dem Sieg liegen sie sieben Punkte vor Bayern an der Spitze der Bundesliga. Manchmal haben die Bayern gezeigt, dass sie das Potenzial haben, diese Lücke zu schließen. Manchmal sahen sie aus wie ein rostiges, klobiges altes Team, das von den strahlenden jungen Dortmunder Dingen gebeutelt wurde.

Nachdem die Bayern zweimal mit brutaler Effizienz die Führung übernommen hatten, wurde sie schließlich von einem Team rückgängig gemacht, das sich von den Nerven löste, um eine temperamentvolle, berauschende Leistung zu erbringen und verdiente drei Punkte zu holen.

Mit dem Rücken zur Wand vor diesem Spiel knurrte der Bayern in den ersten Minuten in Aktion, drängte Dortmund zurück in sein letztes Drittel und schüchterte sie mit heftigem Druck ein. Vor allem Jadon Sancho sah nervös aus und verlor den Ball mit ein paar schweren Berührungen früh.

Wenn Bayern bereit für einen Luftkampf gewesen wäre, dann war Dortmund katzenartig und verließ sich auf die Schärfe von Mario Gotze und Marco Reus, um den Ball zu stehlen und Gegenangriffe zu starten. Nach zehn Minuten hätten sie die Führung übernehmen sollen, denn Reus verließ Jerome Boateng rotgesichtig, schickte aber einen zahmen Schuss direkt auf Neuer.

Fünf Minuten später wurde Neuer wieder in Aktion gesetzt und schnappte Sancho in letzter Minute ein niedriges Cross ab. Bei all den schweren Berührungen kam der Youngster in gute Positionen.

Die Bayern übernahmen jedoch methodisch die Kontrolle über das Spiel und schafften nach 26 Minuten einen verdienten Auftakt. Serge Gnabry schickte von rechts ein eintauchendes Kreuz und Lewandowski, aus irgendeinem Grund nicht markiert, führte den Ball aus nächster Nähe an.

Sowohl auf der Tribüne als auch auf dem Platz waren die Gelben zunehmend frustriert von einem Spiel, das für Dortmund nicht schreiben wollte. Als sich die Halbzeit näherte, heulte die Gelbe Mauer vor Wut über die Spielkunst von Robert Lewandowski und vor Verzweiflung über die Fehler der eigenen Mannschaft.

Doch Sancho, der Ende der ersten Halbzeit noch positiv deflationiert aussah, gab ihnen direkt nach der Pause etwas zum Anfeuern. Sein durchgehender Ball wählte Reus aus, der ihn kurz vor Neuer erreichte und vom Bayern-Torwart zum Sturz gebracht wurde. Reus verwandelte dann den Elfmeter und als die Bayern-Fans im Auswärtsspiel Leuchtfeuer machten, hatte das Feuerwerk auf dem Spielfeld begonnen.

Ein paar Minuten Angriffswut blieben für Dortmund aus, bevor die Bayern am anderen Ende einen kalten Schlag landeten.

Joshua Kimmichs Pfeil rannte rechts hinunter, Dortmund streckte sich aus, und der Full-Back zersplitterte Lewandowski einen zierlichen Ross. Wieder einmal nicht markiert, fand der Pole das Netz. Dortmund war für alle drei Minuten auf dem Niveau.

Favres Nachwuchs war jedoch unbeeindruckt und zwang schnell zwei Chancen aus der ersten Reihe. Zuerst verneinte Neuer Jacob Bruun Larsen mit einem Weltklasse-Sparer, und wenige Minuten später rannte Sancho um Neuer herum und rechnete mit Reus. Nur ein Sprungblock von Kimmich hielt den Dortmunder Kapitän davon ab, eine Sekunde zu verlieren.

Selbst Kimmich konnte Reus Minuten später nicht aufhalten, da er einen schwülen Salve in die untere Ecke schickte und Dortmund wieder ausgeglichen war.

Inspiriert vom Halbzeit-Vertreter Mahmoud Dahoud, dehnte Dortmund plötzlich den Bayern im Mittelfeld aus und brachte die Innenverteidiger in kalten Schweißausbrüchen zum Vorschein. Nach 74 Minuten fand Axel Witsel’s verheerender Durchschuss Paco Alcacer in der Mitte. Der Spanier, der ebenfalls von der Bank gekommen war, behielt seine Ruhe und drückte den Ball über Neuer. Innerhalb von sechs Minuten hatte die Heimmannschaft das Spiel auf den Kopf gestellt.

Wenn Favres Ersetzungen inspiriert worden wären, schien Kovacs Entscheidung, Renato Sanches für Serge Gnabry einzusetzen, eine passend mittelmäßige letzte Runde für Bayern zu sein. Dennoch kam man einem späten Ausgleich nahe, Lewandowski zog sich in den letzten Sekunden durch die Flagge des Linienmanns zurück.

Da waren sie also, und jetzt geht’s los. Ein ungeschliffener, aber explosiver junger Organismus gegen eine veraltete, aber effektive alte Maschine. Es war ein spannender Kampf am Samstagabend. Bis Mai wird es ein spannender Kampf sein.

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tekk.tv

Lange Zeit war Paul Florian in der TV-Branche tätig. Schon immer gab es eine Schublade voller Handys (und später Smartphones) in seiner Wohnung. Als Online-Redakteur hat der Nerd in ihm diese Schublade nun für Tekk geöffnet.

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