Aaron Ramsey ist vielleicht kein Hemdenverkäufer für den Bayern München…. aber er könnte eine wichtige Unterschrift unter Beweis stellen.

Es ist dreißig Jahre her, dass ein Waliser zuletzt das rote Trikot des Bayern München getragen hat. Am 14. Mai 1988 beendete ein gewisser Mark Hughes seinen saisonalen Aufenthalt in Deutschland in gewohnter Spießigkeit, der nach nur 19 Minuten gegen Stuttgart abgesagt wurde. Bayern gewann das Spiel, verlor aber den Titel. Hughes kehrte nach Manchester zurück.

Der Stürmer war dennoch ein Hit unter den Bayern-Gläubigen, die ihm den Spitznamen „Prince of Wales“ gaben. Drei Jahrzehnte später haben sie vielleicht einen Erben von Hughes‘ Krone gefunden, da die Bayern angeblich Aaron Ramsey nahe standen.

Berichte aus dieser Woche deuten darauf hin, dass der Bundesligameister das Rennen um die Unterzeichnung von Ramsey anführt, der im nächsten Sommer Arsenal verlassen wird, nachdem der Verein ein Vertragsverlängerungsangebot zurückgezogen hat.

Der 27-Jährige, der in dieser Saison gerade einmal sechs Starts unter Unai Emery absolviert hat, würde zu einem kostenlosen Transfer nach Bayern kommen, wenn sich Verein und Spieler auf Vorverträge einigen können. Wenn sie das tun, wäre Ramsey erst der vierte Brite, der in der Bundesliga-Ära für Bayern spielt und in die Fußstapfen von Hughes, Alan McInally und Owen Hargreaves tritt.

Es ist ein Gerücht, das in Deutschland und England unterschiedliche Meinungen hervorgerufen hat. Da Bayern in dieser Saison kämpfen und ihren Status als eine der europäischen Eliten verteidigen wollen, mag Ramsey für einige ein unterbewertetes Ziel erscheinen. Ein 27-Jähriger, der einen ersten Teamplatz bei Arsenal nicht halten kann, ist kaum die bullische Absichtserklärung, die Juventus mit der Unterzeichnung von Cristiano Ronaldo abgegeben hat.

Bayern sind aber keine Tassen. Seit über fünf Jahren halten sie mit Real Madrid, Barcelona und Co. Schritt, ohne zu sehr in die astronomische Inflation des Transfermarktes hineingezogen zu werden. Ramsey mag kein Hemdenverkäufer sein, aber er könnte sich durchaus als ein entscheidendes Zeichen für einen Club im Wandel erweisen.

In München braut sich derzeit ein Sturm zusammen, denn Bayern liegt mit sieben Punkten Rückstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund auf Platz fünf. Im Moment liegt der Druck nicht so sehr auf Trainer Niko Kovac, sondern auf die Spieler. Als die alten Superstars nachlassen, wird immer häufiger von einer kompletten Truppenüberholung gesprochen.

Wir müssen den Spielern sagen, dass sie in den nächsten Monaten unter Druck stehen. Wir werden sehen, wen wir benutzen können und wen nicht“, sagte Bayerns Präsident Uli Hoeness diese Woche und versprach, dass Bayern im nächsten Sommer im Transferfenster viel tun würde.

Das bedeutet einen Ausschluss von den Veteranen, die in dieser Saison nicht auf dem Laufenden waren, wie Thomas Muller, Manuel Neuer und Javi Martinez, die möglicherweise im Fadenkreuz stehen. Andere, wie James Rodriguez, sind vielleicht sogar vor dem Sommer weg.

Im Gegenzug wird Bayern nach frischem Blut suchen. Leon Goretzka, Serge Gnabry und Niklas Sule werden gebeten, in die Mannschaft aufzusteigen, während der Verein versucht, weitere Jugendliche wie Kai Havertz, Benjamin Pavard und Luka Jovic nach München zu locken.

Es wäre ein enormer Generationswechsel, der eine dringend notwendige Verjüngung dieser Bayern-Mannschaft bewirken würde. Doch Bayern haben noch nie allein auf die Jugend gesetzt, und genau da setzt Ramsey an.

Wenn Martinez und Thiago abreisen, bleibt Bayern nur wenig Erfahrung im zentralen Mittelfeld. Das Gleiche gilt für die breiten Positionen, wenn einer oder beide von Arjen Robben und Franck Ribery in diesem Sommer endlich die Zeit für ihre Bayern-Karriere nutzen. Ramsey, mit seiner Erfahrung und seiner unbestreitbaren Qualität, wäre der ideale Lückenfüller, der eingesetzt wird, um die Mannschaft auszugleichen und das Schaukelboot zu stabilisieren.

Borussia Dortmund wandte die gleiche Logik an, als er Axel Witsel im vergangenen Sommer unter Vertrag nahm, was sich als Unterzeichnung der Saison erweist. Witsel, ein Jahr älter als Ramsey, ist keine Weltklasse, aber seine Erfahrung und Führung haben es jungen Stars ermöglicht, sich zu entwickeln. Bayern wird es nicht übersehen haben.

Einen solchen Spieler für einen kostenlosen Transfer zu gewinnen, ist typisch für die Transferpolitik des Bayern in den letzten Jahren. Verzweifelt darum bemüht, nicht in Bieterkriege mit reicheren europäischen Vereinen zu geraten, haben sie sich stattdessen darauf konzentriert, junge Spieler zu gewinnen und den heimischen Markt zu dominieren. Wenn sie weiter in die Ferne schweifen mussten, haben sie nach einem Schnäppchen gesucht. Es hat mit James funktioniert, und es könnte mit Ramsey funktionieren.

Und was ist mit dem Waliser selbst? Er wird sicherlich wissen, dass die Starts in Bayern genauso schwer zu erreichen sein werden wie im Arsenal, und er wird wahrscheinlich wissen, dass er wie Hughes eher eine Fußnote als ein Kapitel in der glitzernden Geschichte Bayerns sein wird.

Doch für Hughes war es vor dreißig Jahren in diesem Jahr in München eine stotternde Karriere, die wieder in Gang kam. Mit 24 Jahren kam er zu Bayern, und er gewann zwei Premier League-Titel und einen Europapokal der Pokalsieger mit United.

Obwohl ein wenig älter, wird Ramsey auch eine Chance ausspionieren, seine Karriere neu zu starten und vielleicht etwas Besteck zu kaufen. Wenn sich das Glücksspiel auszahlt, hat dies alle Merkmale einer Win-Win-Situation für Bayern und seinen neuen Prince of Wales zur Folge.

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