Timmermans wird Spitzenkandidat der Sozialdemokraten

Die europäischen Sozialdemokraten haben sich darauf geeinigt, dass Frans Timmermans um das Amt des EU-Kommissionspräsidenten kämpfen soll. Noch in dieser Woche wird sein größter Konkurrent festgelegt.

Seine Kandidatur hatte er bereits im Oktober bekannt gegeben, jetzt hat sich sein einziger innerparteilicher Mitbewerber zurückgezogen: Der Niederländer Frans Timmermans soll für die Sozialdemokratische Partei Europas (SPE) das Amt des EU-Kommissionspräsidenten erobern. Bei der Europawahl im Mai 2019 wird er der Spitzenkandidat seiner Partei sein. Das teilte die SPE mit.

Mitbewerber Maros Sefcovic zog seine Kandidatur zurück. Der Slowake soll aber eine wichtige Rolle im Wahlkampf spielen und unterstütze Timmermans, hieß es. „Seit heute hat die SPE einen starken gemeinsamen Kandidaten – Frans Timmermans“, erklärte Parteichef Sergei Stanishev. Damit machen sich die Sozialdemokraten wenige Tage vor der Europäischen Volkspartei (EVP) startklar für die Wahlkampagne.

Bei der Europawahl im Mai wird zwar nicht über den EU-Kommissionschef abgestimmt. Die Spitzenkandidaten der großen europäischen Parteien haben dann aber grundsätzlich Chancen, im Herbst 2019 Nachfolger des Luxemburgers Jean-Claude Juncker an der Spitze der mächtigen EU-Behörde zu werden. Nötig ist dafür eine Nominierung durch den Rat der EU-Länder und eine Mehrheit im Europaparlament. Beides wird wohl nur mit einem größeren Parteienbündnis zustande kommen.

EVP entscheidet am Donnerstag über ihren Spitzenkandidaten

Derzeit werden den Sozialdemokraten Verluste vorhergesagt. Stärkste Partei dürfte nach jetzigem Stand wieder die EVP werden. Diese hätte somit die besten Aussichten auf die Juncker-Nachfolge, die Sozialdemokraten hätten eher Außenseiterchancen. Die EVP will am Donnerstag in Helsinki entscheiden, ob der CSU-Politiker Manfred Weber oder der ehemalige finnische Ministerpräsident Alexander Stubb ihr Spitzenkandidat wird.

Timmermans wuchs in Paris, Brüssel, Rom und im niederländischen Heerlen auf und spricht sieben Sprachen. Als erster Stellvertreter Junckers in der EU-Kommission ist der 57-Jährige unter anderem zuständig für Nachhaltigkeit und Rechtsstaatlichkeit. So startete er im Auftrag der Kommission auch das Verfahren gegen Polen wegen der möglichen Gefährdung von EU-Grundwerten durch den Umbau der Justiz.

SPD-Chefin Andrea Nahles hatte Timmermans bereits vor Wochen ihre Unterstützung zugesagt. Unabhängig vom europäischen Spitzenkandidaten hat die SPD bereits Justizministerin Katarina Barley als deutsche Spitze für den Europawahlkampf nominiert. Sie soll ein Duo mit Udo Bullmann bilden, dem sozialdemokratischen Fraktionschef im Europaparlament.

Anmerkung der Redaktion: Im ersten Absatz wurde korrigiert, dass die Abkürzung für die Sozialdemokratische Partei Europas „SPE“ lautet.

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