Reuters-Reporter legen Berufung gegen Urteil in Myanmar ein

Than Zaw Aung (L) and L.Khun Ring Pan, the lawyers of jailed Reuters journalists Wa Lone and Kyaw Soe Oo, files an appeal to the High Court in Yangon, Myanmar, November 5, 2018. REUTERS/Ann Wang

Rangun (Reuters) – Die Anwälte der beiden in Myanmar inhaftierten Reuters-Journalisten haben Berufung gegen das Gefängnisurteil eingelegt.

Ihnen sei von der Polizei eine Falle gestellt worden, hieß es in der Begründung am Montag. Zudem gebe es nicht ausreichend Beweise für ein Vergehen. Die Nachrichtenagentur Reuters rief Myanmar zur Freilassung der beiden Reporter Wa Lone und Kyaw Soe Oo auf. Damit zeige das Land, dass es sich Rechtsstaatlichkeit, Meinungsfreiheit und Demokratie verpflichtet sehe. Die Journalisten waren Anfang September zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Nach Auffassung des Gerichts haben sie gegen ein Gesetz zur Verletzung von Staatsgeheimnissen verstoßen. Regierungschefin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi verteidigte das Urteil.

Zum Berufungsantrag wollte sich ein Regierungssprecher nicht äußern. Zunächst muss nun ein Berufungsgericht dem Antrag zustimmen. Anschließend können Staatsanwaltschaft und Verteidiger ihre Einschätzung sowohl schriftlich als auch mündlich erläutern, bevor der Richter eine Entscheidung bekanntgibt.

Die Journalisten hatten sich mit dem gewaltsamen Vorgehen gegen die muslimische Minderheit der Rohingya im Land beschäftigt und bei ihrer Festnahme für einen Artikel über die Ermordung von zehn Männern und Jungen recherchiert, die dieser Volksgruppe angehörten. Ihrer eigenen Darstellung zufolge war ihnen eine Falle gestellt worden. Zwei Polizisten, die sie nie vorher gesehen hätten, hätten ihnen in eine Zeitung eingerollte Dokumente übergeben, sagten sie. Unmittelbar darauf seien sie von Beamten in Zivil in ein Auto gezerrt worden.

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