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DAS THEMA DES TAGES

Der Verschwörungspraktiker: Maaßens provozierter Rauswurf

Fast wäre die schwarz-rote Koalition von Angela Merkel in diesem Sommer zerbrochen – am Streit um Hans-Georg Maaßen, bis vor wenigen Stunden Chef des Verfassungsschutzes. Der hatte die Berichte über Hetzjagden bei den Krawallen in Chemnitz kritisiert, von gezielten Falschinformationen gesprochen.

Es ging Hin und Her, erst sollte Maaßen befördert, dann versetzt werden – auf den Posten eines Sonderberaters. Doch so weit kommt es nicht: Innenminister Horst Seehofer, der Maaßen zunächst verteidigt hatte, schickt den Geheimdienstler in den einstweiligen Ruhestand.

Fast sieht es so aus, als habe es Maaßen selbst darauf angelegt. In seiner Abschiedsrede vor den Chefs der europäischen Inlandsgeheimdienste in Warschau hatte er eine Art Verschwörungstheorie vorgetragen. Seine Äußerungen über Chemnitz seien für „linksradikale Kräfte in der SPD“ ein willkommener Anlass gewesen, den Bruch der Koalition zu provozieren. So steht es im Manuskript der Rede, das meine Kollegen Martin Knobbe und Wolf Wiedmann-Schmidt dokumentieren.

Selbstverständlich könne so ein Mann nicht mehr länger vom Staat beschäftigt werden, schreibt mein Kollege Stefan Kuzmany in seiner Kolumne „Agitation und Propaganda“, die heute bei SPIEGEL ONLINE startet..

Maaßen, Seehofer

Doch Maaßen dachte in seiner Rede offenbar auch selbst laut über seine eigene Zukunft nach – und sah sich ebenfalls nicht mehr zwingend im Innenministerium. Er könne sich auch „ein Leben außerhalb des Staatsdienstes zum Beispiel in der Politik oder in der Wirtschaft vorstellen“. Die Gelegenheit dazu hat er jetzt.

DIE ZAHL DES TAGES


67 Prozent

So groß ist der Anteil der Europäer, die meinen, die Welt sei früher ein besserer Ort gewesen. Das ist zumindest das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Besonders nostalgisch sind übrigens die Italiener: 77 Prozent trauern demnach der Vergangenheit nach. In Polen sind es dagegen nur 59 Prozent der Befragten, in Deutschland 61 Prozent.

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Ich wünsche Ihnen einen schönen Feierabend.

Herzlich

Kevin Hagen vom Daily-Team

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