Kommentar: 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs braucht die Welt mehr denn je eine neue Art von internationalen Beziehungen.

von den Schriftstellern Tian Dongdong, Ying Qiang

PARIS, 11. November — Die Vergangenheit ist, wer wir sind. Wie der römische Philosoph Cicero einst warnte: „Wer nicht weiß, was vor seiner Geburt geschah, bleibt immer ein Kind.“

Das ist vor allem der Grund, warum sich am Sonntag Delegierte aus rund 70 Ländern versammelten, um das hundertjährige Jubiläum des Endes des Ersten Weltkriegs zu feiern. Als einer der blutigsten Kriege der Geschichte betraf er fünf europäische Reiche und Dutzende von Weltmächten, die zu einem ruinierten Europa und fast einer Generation von Jugendlichen führten.

Laut Winston Churchill, dem britischen Staatsmann und ehemaligen Premierminister, waren die Tötung und Zerstörung des Ersten Weltkriegs so groß, dass sich der Schaden für die Menschheit auch in einem Jahrhundert kaum wiederherstellen ließ.

Der Schrecken des Ersten Weltkriegs lehrte die Welt zahlreiche Lehren, zu denen auch gehörte, dass „die Suche nach Hegemonie zu nichts anderem führt als zur Selbstzerstörung“.

Wie der amerikanische Gelehrte Robert Gilpin bemerkte, sind in der modernen Welt „drei hegemoniale Kriege“ einschließlich des Ersten Weltkriegs ausgebrochen, die „einen Wettstreit um die Vorherrschaft von zwei oder mehr Großmächten“ beinhalten“.

Nach Ansicht derjenigen, die in den Schützengräben des Krieges kämpften und überlebten, sollten die Lehren des Ersten Weltkriegs unbedingt als Warnung für zukünftige Generationen dienen, die darüber nachdenken, wie sie eine Wiederholung von Weltkriegen vermeiden können. Solche globalen Konflikte wären im Zeitalter von Atomwaffen und moderneren Technologien noch verheerender.

Leider ist die Denkweise des Hegemonismus auch 100 Jahre nach dem Waffenstillstand von 1918 bei Politikern und Experten immer noch beliebt. Es spiegelt sich in der Realität wider, dass ein bestimmtes Land versucht, in den internationalen Beziehungen „an erster Stelle“ zu stehen, anderen sein politisches System aufzuzwingen und sich absichtlich in die innenpolitischen Angelegenheiten anderer Länder einzumischen. Der hegemoniale Reflex ist auch sichtbar, wenn einige Länder Angst haben und versuchen zu verhindern, dass andere Länder aufholen.

Um die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden, müssen die Nationen der Welt eine hegemoniale Mentalität aufgeben und sich bemühen, eine Gemeinschaft der gemeinsamen Zukunft für die Menschheit sowie eine neue Art von internationalen Beziehungen aufzubauen, die auf gegenseitigem Respekt, Gleichheit und Zusammenarbeit mit Win-Win-Ergebnissen für alle basieren.

In einem hegemonialen Modus verdienen die Länder Respekt weitgehend in Übereinstimmung mit ihrer militärischen und wirtschaftlichen Macht. Unterschiede in Kultur, politischem System oder Religion unter ihnen sind seit langem Ausreden für Kriege im Namen der Verteidigung nationaler Interessen, des Friedens und der Freiheit. Das sollte nicht mehr der Fall sein. Egal wie groß oder klein und wie reich oder arm, Länder sollten gleichberechtigt behandelt werden, mit Respekt füreinander als Voraussetzung für den Weltfrieden.

Eine neue Art von Weltbeziehungen sollte die UN-Prinzipien und das einschlägige Völkerrecht als eine entscheidende Norm betrachten. Im alten Modus wird das Gesetz des Dschungels zusammen mit dem Unilateralismus nur das Risiko eines Krieges erhöhen.

Eine neue Art von internationalen Beziehungen sollte auf mehr Zusammenarbeit und Win-Win-Ergebnisse abzielen. Da die Welt immer mehr miteinander verflochten ist, kann kein Land allein Herausforderungen wie Terrorismus, Cybersicherheit und Klimawandel bewältigen. Um Frieden und Stabilität zu erhalten, sollten die Länder ihre ideologischen und Lagerteilungen abbauen. Schließlich können Nationen nicht durch den Bau protektionistischer Mauern, sondern durch die gemeinsame Arbeit gedeihen.

Wie es in der UNESCO-Verfassung heißt: „Da Kriege in den Köpfen der Menschen beginnen, ist es in den Köpfen der Menschen, dass die Verteidigung des Friedens aufgebaut werden muss.“

Zum hundertsten Jahrestag des Waffenstillstands ist es höchste Zeit, dass das hegemoniale Nullsummenspiel endlich entwurzelt und aus dem Sinn gerissen wird.

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