Israelitische Kultusgemeinde kritisiert Linz

Israelitische Kultusgemeinde kritisiert Linz

LINZ. Nein zu „Stolpersteinen“ in der Stadt sei ein herber Rckschlag im Gedenkjahr.

Das Nein von SP und FP im Linzer Gemeinderat zum „Stolpersteine“-Projekt und damit zu einem permanenten Holocaust-Gedenken im ffentlichen Raum bedauert jetzt auch die Israelitische Kultusgemeinde Linz.

In einer Mischung aus vagen Beschwichtigungen und wuchtigen Trotzerklrungen habe Brgermeister Klaus Luger (SP) das Abstimmungsergebnis gerechtfertigt, heit es in einer Aussendung. Und weiter: Einerseits lasse man sich nicht „auf Zuruf“ Politik aufzwingen, womit die von der israelischen Botschafterin Talya Lador-Freshner geuerte Kritik am Fehlen personalisierter NS-Gedenksttten in Linz gemeint ist, andererseits habe man bereits den Kulturdirektor „mit einem Projekt“ beauftragt.

Kein „konkretes Projekt“

Das Problem fr die Israelitische Kultusgemeinde: Von einem konkreten Projekt sei nichts bekannt. Stattdessen sei ein gleichwertiges Gedenken im ffentlichen Raum zuerst versichert, dann aufgeschoben und letztlich durch die Abstimmung der vergangenen Woche bis auf Weiteres offiziell abgewrgt worden. Somit wrden am Ende „leere Versprechen und eine schiefe Optik“ bleiben, die gerade im Gedenkjahr einen herben Rckschlag im Linzer Umgang mit der Geschichte bedeuteten. Und das unmittelbar vor dem 9. November, an dem sich die Reichspogromnacht zum 80. Mal jhrt.

Dass die Stadt Linz mit einer Vielzahl kultureller Projekte zur Aufarbeitung der Geschichte beitrage, wie Luger versicherte, ist fr die Israelitische Kultusgemeinde wertvoll und bedeutsam. Dennoch knne damit nicht das Abstimmungsverhalten im Zusammenhang mit den „Stolpersteinen“ entschuldigt werden. „Eine derartige Form des Gedenkens prgt das Stadtbild und bezieht dadurch die Bewohner durch permanente Erinnerung in den Gedenkprozess ein.“

Grundstzlich wrde die Israelitische Kultusgemeinde nicht auf „Stolpersteinen“ als einzig legitimer Darstellungsform bestehen. Man hoffe aber auf einen Sinneswandel der Stadt Linz.

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