Haruki Murakami macht sein Archiv zugänglich

Der japanische Bestsellerautor führt ein zurückgezogenes Leben. Nun hat er sich erstmals seit 37 Jahren wieder bei einer Pressekonferenz geäußert – und ein Herzensprojekt vorgestellt.

Sein Anliegen macht er mehr als einmal deutlich: Die Bibliothek mit seinen Manuskripten, Übersetzungen und einer großen Auswahl seiner Musiksammlung soll ein Ort sein, der einen offenen kulturellen Austausch zwischen Studenten, Wissenschaftlern und Fans seiner und der japanischen Literatur ermöglicht. Der japanische Bestsellerautor Haruki Murakami vermacht seiner ehemaligen Universität, der Waseda in Tokio, sein umfangreiches Archiv.

„Ich bin mehr als glücklich, wenn diese Materialien für jene von Nutzen sein können, die meine Arbeiten studieren möchten, egal, ob sie Japaner oder Nicht-Japaner sind“, sagte Murakami bei der Ankündigung in Tokio. Die genauen Details würden noch ausgearbeitet, erste Stücke würden aber bereits Anfang 2019 für die Öffentlichkeit zugänglich sein, teilte die Universität mit. „Das Archiv soll ein Must-See-Place für alle Murakami-Fans auf der ganzen Welt werden“, sagte der Waseda-Präsident Kaoru Kamata.

Murakami zählt zu den berühmtesten japanischen Gegenwartsautoren, seine Werke wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt und zum Teil als Filme oder Bühnenstücke adaptiert. Der 69-Jährige wird auch immer wieder als Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt.

Übersetzungen namhafter Autoren

Er begann 1975 nach seinem Studium der Theaterwissenschaften an der Waseda Universität mit dem Schreiben, gleichzeitig jobbte er in einem Plattenladen und eröffnete in Tokio eine Jazz-Bar. Seine ersten beiden Romane, „Wenn der Wind singt“ und „Pinball 1973“, bilden zusammen mit „Wilde Schafjagd“ die Trilogie der Ratte.

Der 1987 veröffentlichte Roman „Naokos Lächeln“ wurde zu Murakamis erstem Bestseller, weltweit wurden 13 Millionen Exemplare davon verkauft. 2010 kam der gleichnamige Film in die Kinos. Im Januar dieses Jahres erschien sein aktueller Roman „Die Ermordung des Commendatore“. (Lesen Sie hier die SPIEGEL-ONLINE-Rezension.)

Murakamis Erfolg in Europa und Amerika erklären Experten unter anderem mit der westlichen Orientierung Murakamis, die Lesern im Westen den Zugang zu seinen Werken erleichtere. Murakami zählt Franz Kafka, Fjodor Dostojewski, Honoré de Balzac, J. D. Salinger, F. Scott Fitzgerald und Raymond Carver zu seinen Lieblingsautoren. Übersetzungen von Werken der von ihm bewunderten Autoren werden ebenso wie seine umfangreiche Musiksammlung in dem Archiv zugänglich sein.

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