„Es gibt fetzige Orgelstcke, aber sie sind verpnt“

„Es gibt fetzige Orgelstcke, aber sie sind verpnt“

Der Musiker und Maler Anton Reinthaler ist neuer Hauptorganist der Linzer Stadtpfarrkirche.


„Bruckner htte seine Freude gehabt mit dieser Orgel. Das ist eine Orchesterorgel, mit Schweller und allem Drum und Dran“, freut sich Anton Reinthaler und greift in die Tasten. Satte, warme Klnge tnen feierlich durch die Linzer Stadtpfarrkirche. Neben dem Vornamen teilt der 68-Jhrige mit dem Meister jenes Amt, das auch Anton Bruckner zwlf Jahre innehatte: Er ist neuer Hauptorganist der Stadtpfarrkirche Linz.

In eine Handwerkerfamilie aus Offenhausen geboren, wollte er eigentlich Architekt werden. „Aber im Petrinum ist alles anders geworden.“ Er spielte Klavier, Orgel und sang „irrsinnig viel“. Auch seine zweite Leidenschaft entdeckte er im Bischflichen Gymnasium in Linz: „Die langen Gnge waren alle voll mit Kunstdrucken von Drers Holzschnitten. Das hat mich fasziniert. Mit 16 Jahren habe ich Bilder mitgenommen und kopiert. Dann hat es geheien: Entscheide dich fr Musik oder Malerei.“ Er studierte Kirchenmusik, Lied und Oratorium, Musik- und Gesangspdagogik in Wien. „1974 habe ich als erster hauptberuflich angestellter Kirchenreferent in Linz angefangen.“

Von 1986 bis 2003 war Anton Reinthaler Domkapellmeister am Linzer Mariendom, wo er auch den Chor frisch aufbaute. Am Dizesankonservatorium lehrte er Chorsingen und -leitung. Aus seiner Feder stammen zudem Messen, Motetten und Chorlieder. Und seine „Musik-Bilder“, inspiriert von Zitaten aus Notenhandschriften. „Mich haben immer die Farben fasziniert. Mit Musik und Malerei wird das Leben bunt. Ich male nicht gegenstndlich, das habe ich nie gelernt. Ich liebe die Farbmischungen“, die sichtbaren wie hrbaren. Er schlgt einen Akkord an. 37 Register nennt die 2002 renovierte Knigin der Instrument ihr Eigen. „Dass mir diese Orgel zur Verfgung steht, ist ein groes Geschenk“, das er knftig in den Sonntagsmessen um 9.15 Uhr mit dem Publikum teilen wird.

berraschungen nach der Messe

„Die Organisten spielen oft hochgeistige Sachen. Dabei gibt es wirklich fetzige Orgelstcke, aber sie sind verpnt.“ Ein verschmitztes Lcheln huscht ber sein Gesicht: „Nach der Messe werde ich immer etwas spielen. Ich hab’s dem Pfarrer schon gesagt: ,Bitte bleib stehen.’“ Organisten htten es nicht leicht, heit es doch oft: „Es spielt die Orgel.“ Er lacht.

Auch Konzerte mit Sngern hat er geplant. „Die Orgel ist ideal zum Begleiten, weil ich die Dynamik mit dem Schweller regulieren kann.“ Er greift wieder beherzt in die Tasten, seine Fe tanzen ber die Pedale: „Bringen S’ ein bissl was. Die Orgel verdient’s.“ Und ein Organist, der sie hingebungsvoll spielt.

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