Deutsche Wirtschaft sieht Iran-Sanktionen der USA als Affront

Iran’s national flag is pictured at Iran’s embassy to Germany in Berlin December 1, 2011. Germany has recalled its ambassador to Iran for consultation after the British diplomatic mission in Tehran was stormed on Tuesday, German media reported on Wednesday. REUTERS/Stringer (GERMANY – Tags: POLITICS CITYSPACE)

Berlin (Reuters) – Die deutsche Wirtschaft bewertet die neuen US-Sanktionen gegen den Iran auch als einen Akt gegen europäische Interessen.

Der Außenhandelsverband BGA sprach am Montag von einem “weiteren Affront der US-Regierung gegenüber Europa”. Das unterstreiche die Notwendigkeit, sich von der US-Außenwirtschaftspolitik zu emanzipieren. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht als Folge das Geschäft deutscher Firmen mit dem Iran im Niedergang. “Der Zeiger zur Rettung der deutsch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen steht bereits auf fünf vor zwölf”, warnte DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Das deutsche und europäische Iran-Geschäft laufe in die Gefahr, gänzlich zum Erliegen zu kommen.

Die Bundesregierung erklärte, deutsche Firmen nicht umfassend vor negativen Auswirkungen der US-Sanktionen schützen zu können. Man könne allenfalls versuchen, für kleine und mittlere Firmen Erleichterungen zu verschaffen. Es gebe aber weiterhin Geschäfte mit dem Iran, die nach europäischen Recht legal seien.

Schweitzer sagte voraus, die iranische Wirtschaft dürfte auf absehbare Zeit deutlich schrumpfen. Deutsche Unternehmen zögen sich vermehrt aus dem Land zurück. “Neben der mangelnden Verfügbarkeit von Banken, die das Geschäft mit dem Iran abwickeln und finanzieren, treibt viele Unternehmen auch die Sorge um, ihr US-Geschäft zu verlieren, wenn sie weiterhin im Iran aktiv sind”. Leichte Hoffnung gebe, dass die EU über eine Art Tauschbörse weiter Iran-Geschäfte ermöglichen wollen.

Die USA haben am Montag wie angekündigt verschärfte Sanktionen gegen den Iran in Kraft gesetzt. Diese treffen neben der Ölindustrie auch die iranische Luft- und Seefahrt sowie den Bankensektor. Im Zentrum steht die Ölförderung des Iran, die rund ein Drittel der Staatseinnahmen ausmacht.

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