Bundesfinanzminister behält Kampf gegen Cum-Ex-Tricks im Visier

FILE PHOTO: German Finance Minister and vice-chancellor Olaf Scholz attends the weekly cabinet meeting in Berlin, Germany August 1, 2018. REUTERS/Joachim Herrmann/File Photo

Brüssel (Reuters) – Bundesfinanzminister Olaf Scholz will in Deutschland und auf europäischer Ebene erneute Versuche von Dividenden-Steuertricks (“Cum-Ex”) verhindern.

In Deutschland seien seit einiger Zeit zwar gesetzliche Vorkehrungen dagegen getroffen worden, sagte Scholz am Montag in Brüssel zu Reuters. “Jetzt kommt es darauf an zu verhindern, dass nicht neuerliche Versuche der aggressiven, grenzüberschreitenden Steuerbetrügereien erfolgen.” Er habe sein Haus deshalb angewiesen, jeglichen neuen Hinweisen auf solche Geschäfte nachzugehen. Gleichzeitig müssen die europäischen Staaten die Möglichkeiten für eine vertiefte Zusammenarbeit ausloten.

“Es ist gut, wenn wir auch auf EU-Ebene miteinander besprechen, wie gut der Informationsaustausch untereinander ist und ob wir ihn an Stellen noch verbessern müssen”, sagte der SPD-Politiker.

Scholz kommt am Montag und Dienstag mit seinen europäischen Ressortkollegen in Brüssel zusammen. Auch wenn die Cum-Ex-Geschäfte nicht auf der Agenda stehen, dürfte das Thema angesprochen werden. “Unser gemeinsames Ziel muss es sein, solche Steuertricks zu unterbinden”, sagte er.

Bei “Cum-Ex” ließen sich Anleger die einmal gezahlte Kapitalertragsteuer mit Hilfe ihrer Bank mindestens zwei Mal erstatten. Dadurch sind dem Fiskus in Deutschland nach Angaben des Bundesfinanzministeriums mehr als fünf Milliarden Euro entgangen, bevor die Gesetzeslücke 2012 geschlossen wurde. Europaweit summiert sich der Schaden auf über 55 Milliarden Euro, wenn man weitere undurchsichtige Steuerkonstruktionen hinzu zählt.

Teilen Ist Liebe! ❤❤❤ 22 shares ❤❤❤

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

shares