Überlebender Krebs im Kindesalter erhöht das Risiko von Herzerkrankungen im Erwachsenenalter

Forscher aus Deutschland haben den langfristigen Gesundheitszustand von Menschen, die in ihrer Kindheit Krebs überlebt haben, im Vergleich zur übrigen Bevölkerung untersucht. Die Studie ergab, dass die Überlebenden als Erwachsene im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko hatten.

Die Studie ergab, dass die medizinischen Fortschritte die Behandlungs- und Überlebensraten für diejenigen, bei denen Krebs im Kindesalter diagnostiziert wurde, signifikant verbessert haben. Dies bedeutete aber auch, dass mehr Aufmerksamkeit auf die Beobachtung unerwünschter Spätfolgen bei Überlebenden gelenkt wurde.

Zwischen Oktober 2013 und Februar 2016 wurden insgesamt 951 deutsche Kinderkrebsüberlebende untersucht. Die Individuen, die im Alter zwischen 23 und 48 Jahren waren, waren Teil der Studie mit dem Namen „kardiale und vaskuläre Spätfolgen bei Langzeitüberlebenden von Kinderkrebs“. Die Forscher überprüften die Krankengeschichte der Teilnehmer und beurteilten, ob sie rauchten und ob ein Familienmitglied Herzprobleme hatte. Die Ergebnisse wurden mit denen von über 15.000 Menschen aus der Allgemeinbevölkerung verglichen.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass diese Überlebenden von Kinderkrebs eine wesentlich erhöhte Belastung durch vorzeitig auftretende traditionelle kardiovaskuläre Risikofaktoren und Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben“, sagte die Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Deutschland, Professor Joerg Faber, der die Studie mit leitete.

Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt typischerweise mit zunehmendem Alter. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Überlebende von Kinderkrebs ein noch größeres Risiko haben können als der Durchschnitt, was möglicherweise zu einem früheren Tod führen kann.

Bluthochdruck und Blutfettwerte wurden als wichtige Faktoren identifiziert, die zur Entstehung von Herzerkrankungen und Schlaganfällen führten. Diese Bedingungen traten bei den Teilnehmern früher auf als in der Allgemeinbevölkerung, wobei 23 Prozent mit Bluthochdruck und 28 Prozent mit Dyslipidämie diagnostiziert wurden.

„Wir fanden auch heraus, dass eine bemerkenswerte Zahl an ihrer klinischen Untersuchung für diese Studie mit bisher nicht identifizierten kardiovaskulären Risikofaktoren und Herz-Kreislauf-Erkrankungen teilnahm. Zum Beispiel wussten nur 62 von 269, dass sie eine Dyslipidämie hatten. Folglich wurden 207, also etwa 80 Prozent, erst zu diesem Zeitpunkt diagnostiziert. Das gilt auch für Bluthochdruck in den Arterien“, erklärt Co-Autor Professor Philipp S. Wild, der ebenfalls an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz arbeitet.

Dyslipidämie, gekennzeichnet durch anormale Mengen an Cholesterin oder Fetten (Lipiden) im Blut, kann die Wahrscheinlichkeit einer Verstopfung der Arterien im Herzen erhöhen. Aber Frühwarnsignale bei Patienten können übersehen werden, wenn die langfristige Nachsorge mehr auf die mögliche Rückkehr ihres Krebses ausgerichtet ist.

„In der Regel werden Überlebende nur fünf bis zehn Jahre nach Abschluss der Therapie verfolgt, wobei der Schwerpunkt auf dem Risiko der Rückkehr des Krebses und den akuten Nebenwirkungen ihrer Behandlung liegt und nicht auf anderen Erkrankungen“, fügte Professor Faber hinzu. „Aktuelle Richtlinien empfehlen Herz-Kreislauf-Bewertungen nur für Untergruppen, die als gefährdet bekannt sind, wie z.B. für Patienten, die mit Anthrazyklintherapie und/oder Strahlentherapie behandelt wurden.“

Chemotherapie und Strahlentherapie, die zur Behandlung von Krebs bei Kindern eingesetzt werden, haben bekanntlich Auswirkungen auf Herzzellen und Blutgefäße. Im Hinblick auf vorbeugende Maßnahmen empfahl Professor Wild ein frühes systematisches Screening mit dem Schwerpunkt Blutdruck- und Lipidmessung.

„Dies könnte dazu beitragen, langfristige Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch frühzeitiges Eingreifen zu verhindern, z.B. durch eine Änderung des Lebensstils und die Behandlung von Bluthochdruck“, sagte er.

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