Leuchtende fluoreszierende Chemikalien könnten Neurochirurgen helfen, Hirntumore zu entfernen.

Wissenschaftler aus Großbritannien fanden einen Weg, der revolutionieren könnte, wie Neurochirurgen Krebstumore aus dem Gehirn entfernen.

In einer Studie, die auf der Konferenz des National Cancer Research Institute 2018 in Glasgow vorgestellt wurde, schlugen Wissenschaftler die Verwendung von fluoreszierenden Chemikalien vor, die die Krebstumore hervorheben können, die aus dem Gehirn entfernt werden sollten. Dies, so behaupten sie, kann das Überleben der Patienten verbessern.

Hirntumore, die leuchtend rosa leuchten
Die Chemikalie befindet sich noch in der Erprobung, wurde aber bereits bei Patienten eingesetzt, die ein Gliom vermutet haben – die häufigste Form von Hirnkrebs. Bei der Einnahme lässt die Chemikalie den Krebstumor rosa leuchten, hebt ihn von anderen gesunden Hirngeweben ab und erleichtert den Prozess der Entfernung für Chirurgen.

Die Forscher verwendeten 5-Aminolävulinsäure oder 5-ALA, die sich in schnell wachsenden Krebszellen ansammelt und rosa leuchtet, wenn ein Licht auf sie scheint. Dies verkürzt die Zeit, die benötigt wird, um Behandlungsoptionen für Patienten mit Gliom zu identifizieren.

„Gliome sind schwer zu behandeln, da die Überlebenszeiten oft in Monaten und nicht in Jahren gemessen werden. Viele Patienten werden operiert und das Ziel ist es, so viel Krebs wie möglich sicher wie möglich zu entfernen“, erklärt Kathreena Kurian, außerordentliche Professorin an der Universität Bristol. „Sobald ein Tumor entfernt wurde, wird er an einen Pathologen weitergeleitet, der die Zellen unter dem Mikroskop untersucht, um zu sehen, ob es sich um „hochwertige“, schnell wachsende Zellen oder „minderwertige“, langsamer wachsende Zellen handelt.“

Testen von 5-ALA bei Hirnkrebs-Patienten
Die Chemikalie erwies sich als hilfreich, wenn sie an Patienten verabreicht wurde, die sich einer Operation unterziehen sollten. Ärzte berichteten, dass sie bei 85 der 99 Patienten, denen vor der Operation ein 5-ALA-Marker verabreicht wurde, Fluoreszenz sahen. Pathologen bestätigten weiter, dass 81 der Patienten ein hochgradiges Gliom haben, drei konnten nicht beurteilt werden, und einer davon hatte ein niedriggradiges Gliom.

Die Ärzte sahen keine Fluoreszenz in den Hirngeweben der restlichen 14 Patienten, die auch dazu gebracht wurden, 5-ALA-Marker vor der Operation zu nehmen. Allerdings wurden alle sieben von einem Pathologen untersuchten Tumore als minderwertiges Gliom identifiziert.

Die Studie zeigt, dass die Chemikalie bei der Identifizierung hochwertiger Tumore bei Patienten helfen kann. Forscher hoffen, 5-ALA bei jüngeren Patienten zu testen, bei denen Hirntumore diagnostiziert wurden. Das Team hofft auch, die neue Technik zu testen, um das Tumorgewebe aus dem Narbengewebe bei Patienten zu identifizieren, deren Hirntumore wieder aufgetreten sind.

Die Forscher warnten jedoch davor, dass die Chemikalie bei Patienten eingesetzt wurde, bei denen der Verdacht auf hochgradige Gliome bestand. Für die Erkennung von minderwertigen Tumoren kann ein anderer Marker erforderlich sein.

Das National Institute for Health and Clinical Excellence hat den Einsatz von 5-ALA bei Patienten vor einer Hirntumoroperation bereits genehmigt.

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