Kann Mitgefühl erlernt werden? Virtuelle Realität könnte helfen, die Empathie zu stärken.

Könnte Virtual Reality das Gegenmittel für Menschen sein, die mit Empathie und Mitgefühl kämpfen?

Wie wir wissen, ermöglicht die aufkommende Technologie es den Menschen, in den Schuhen eines anderen zu laufen – auf eine immersivere Weise, als wenn man einen Roman liest oder eine Fernsehsendung anschaut. Allerdings untersuchen die Forscher noch, wie VR die Einstellungen der Menschen beeinflussen könnte.

In einer neuen Studie zeigten Stanford-Psychologen, wie die Technologie im Vergleich zu anderen Medien wie Text ein länger anhaltendes Mitgefühl bei Menschen entwickeln könnte. Im Gegensatz zu früheren Forschungen, die sich nur mit kurzfristigen Einflüssen beschäftigten, untersuchte diese Studie den langfristigen Effekt auf die Empathie, der über eine Woche hinausging.

„Wir neigen dazu, Empathie als etwas zu betrachten, das man entweder hat oder nicht hat“, sagte Jamil Zaki, ein Assistenzprofessor für Psychologie und Mitautor der Arbeit. „Aber viele Studien haben gezeigt, dass Empathie nicht nur eine Eigenschaft ist. Es ist etwas, an dem man arbeiten und in verschiedenen Situationen auf- oder abtauchen kann.“

Die Teilnehmer waren eine vielfältige Gruppe mit über 560 Personen im Alter von 15 bis 88 Jahren, darunter mindestens acht ethnische Gruppen. Einigen der Teilnehmer wurde „Becoming Homeless“ gezeigt, ein siebenminütiges VR-Erlebnis, das von der Stanford University entwickelt wurde.

Als Teil der interaktiven Erfahrung erlebten die Teilnehmer eine Reihe von VR-Szenarien, in denen sie schwierige Umstände nach dem Verlust eines Arbeitsplatzes untersuchten. In einer Szene mussten sie Habseligkeiten auswählen, um sie zu verkaufen, um die Miete zu bezahlen. In einem anderen Fall nutzen sie einen öffentlichen Bus als Unterkunft – was bedeutete, ihr Hab und Gut vor dem Diebstahl durch einen Fremden zu schützen.

„Die Perspektive anderer in der VR zu nehmen, erzeugt mehr Empathie und prosoziales Verhalten bei Menschen unmittelbar nach dem Durchlaufen der Erfahrung und im Laufe der Zeit, im Vergleich zu der bloßen Vorstellung, wie es wäre, in den Schuhen eines anderen zu stehen“, sagte Fernanda Herrera, eine Doktorandin im Department of Communication und Hauptautorin der Arbeit.

Tatsächlich tendierten die Teilnehmer, die die VR-Erfahrung machten, zu einer positiven Einstellung gegenüber Obdachlosen und waren fast 20 Prozent eher bereit, eine Petition zur Unterstützung von erschwinglichem Wohnen zu unterzeichnen.

Dies im Vergleich zu Teilnehmern, die die gleichen Szenarien über andere Medien wie das Lesen einer Erzählung oder die Interaktion mit einer zweidimensionalen Version der Szenen am Computer erlebten.

Das Stanford-Team nannte es einen „spannenden Fund“ und arbeitet an weiteren Studien, um ein besseres Verständnis dafür zu gewinnen, wie VR Empathie beeinflusst. Sie waren besonders erfreut zu sehen, dass sich die Einstellungsänderungen nach langer Zeit fortgesetzt hatten.

„Lange nachdem unsere Studien abgeschlossen waren, schickten mir einige Forschungsteilnehmer eine E-Mail, um darüber nachzudenken, wie sie sich danach stärker in das Thema einzubringen begannen. Einer von ihnen freundete sich mit einem Obdachlosen in ihrer Gemeinde an und schrieb mir erneut, als dieser ein Zuhause gefunden hatte“, sagte Herrera. „Es war wirklich inspirierend, diese positive, dauerhafte Wirkung zu sehen.“

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