Junge Transsexuelle Menschen leiden mehr unter psychischen Gesundheitsproblemen als Gleichaltrige.

In einer großen Kohortenstudie, die von Kaiser Permanente durchgeführt wurde, wurden bei transgender und geschlechtsneutraler Jugend höhere Werte für psychische Erkrankungen festgestellt als bei geschlechtsneutraler Jugend, die sich mit dem Geschlecht identifizierte, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Die Ergebnisse wurden am 16. April in der Zeitschrift Pediatrics veröffentlicht.

„Wir hoffen, dass diese Forschung ein Bewusstsein für den Druck schafft, den junge Menschen auf ihre geschlechtsspezifische Identität ausüben können, und wie sich dies auf ihr geistiges Wohlbefinden auswirken kann“, sagte die Hauptautorin Dr. Tracy A. Becerra-Culqui, eine Forscherin des Kaiser Permanente Southern California Department of Research and Evaluation. Sie fügte hinzu, dass es für Ärzte von entscheidender Bedeutung ist, über ausreichende Kenntnisse und Ressourcen zu verfügen, um „ihre jungen Patienten, die ihre Geschlechtsidentität herausfinden, sozial und pädagogisch zu unterstützen“.

Bisher waren solche Studien oft durch Selbstauskünfte und kleine Stichprobengrößen eingeschränkt. Aber die neue Kohortenanalyse betrachtete Daten aus elektronischen Krankenakten über eine Gruppe, die zwischen 2006 und 2014 in ein umfassendes Versorgungssystem aufgenommen wurde. Im Alter von 3 bis 17 Jahren waren sie alle Mitglieder der Kaiser Permanente in Georgia und Kalifornien.

44% der Gruppe waren transfeminin (Jugendliche, deren Geschlecht bei der Geburt männlich war) und 56% transmaskulin (Jugendliche, deren Geschlecht bei der Geburt weiblich war). Die Forscher maßen Fälle von Zuständen wie Angst, Depressionen und Selbstmordgedanken. Eine hohe Prävalenz von Diagnosen der psychischen Gesundheit wurde in der Gruppe der nicht konformen Transgender/Geschlechter gefunden.

„Unter diesen Jugendlichen waren die häufigsten Diagnosen Aufmerksamkeitsstörungen (ADD) bei Kindern im Alter von 3 bis 9 Jahren und depressive Störungen bei Jugendlichen im Alter von 10 bis 17 Jahren“, erklärte Dr. Becerra-Culqui. Die Ergebnisse zeigten, dass die Zahl der Fälle von ADD war 3 bis 7 mal höher als die übereinstimmende cisgender Referenzgruppe, während die Zahl der Fälle von depressiven Störungen war 4 bis 7 mal höher.

Der Unterschied in Fragen der psychischen Gesundheit kann auf eine geschlechtsspezifische Dysphorie sowie auf Faktoren wie Diskriminierung, Mobbing in der Schule, ein höheres Risiko für Drogenmissbrauch usw. zurückgeführt werden.  In den letzten Jahren hat die Debatte über Geschlechterpronomen versus Meinungsfreiheit im Westen, insbesondere in Kanada, an Bedeutung gewonnen. Auch die sozialen Einstellungen und die Herausforderungen im Gesundheitswesen haben sich erheblich verändert. Aber da diese Gespräche in der Vergangenheit nicht so bekannt oder angesprochen wurden, sind viele Fachleute immer noch unvorbereitet und unerfahren, um Menschen zu helfen, die mit Problemen im Zusammenhang mit der Geschlechteridentität konfrontiert sind.

„Was wir nicht verstehen, ist, wie Geschlechterdysphorie im Laufe eines Lebens bei Kindern aussieht, die unterstützt werden“, sagte Dr. Johanna Olson-Kennedy, Ärztin des Center for Transyouth Health and Development am Children’s Hospital in Los Angeles.

„Mit der Zeit, da sich mehr Aufmerksamkeit der Forschung auf transgendere Individuen konzentriert, werden wir anfangen, ein besseres Verständnis der Faktoren zu bekommen, die mit einer besseren versus schlechteren psychischen Gesundheit verbunden sind“, fügte sie hinzu.

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