Die Stimulation des Rückenmarks mit dem Impulsgeber kann verletzten Menschen helfen, wieder zu gehen: Studie

Die Stimulation des Rückenmarks mit Hilfe eines implantierten Pulsgenerators hat es drei Männern ermöglicht, die Kontrolle über ihre Beinmuskulatur zurückzugewinnen und mit etwas Hilfe wieder zu gehen.

Die neue Technik, die von Grégoire Courtine, einer Neurowissenschaftlerin am Eidgenössischen Institut, und seinem Team entwickelt wurde, heißt Epidurale Elektrostimulation. Sie befindet sich noch im Anfangsstadium, hat aber bisher Wirbelsäulenverletzungen bei Patienten in verschiedenen Lähmungsphasen korrigiert.

Epidurale Elektrostimulationstherapie
Verletzungen des Rückenmarks werden entweder durch einen traumatischen Schlag auf die Wirbelsäule oder durch eine schwere Krankheit wie Krebs verursacht. Da sie die Verbindung zwischen Gehirn und Rückenmark stört, können Verletzungen zu motorischen und sensorischen Defiziten oder manchmal zu Lähmungen führen.

In den meisten Fällen verliert jedoch eine Person, die ein verletztes Rückenmark hat, diese Verbindung zwischen Gehirn und Motoneuronen nicht vollständig. Es gibt einige noch intakte Verbindungen, die aber möglicherweise nicht ausreichen, um Mobilität zu ermöglichen.

In solchen Fällen wirkt die epidurale Elektrostimulation von Courtine. Während der Studie nutzten sie die elektrische Stimulation, um Motoneuronen zusätzlich zu erregen und die verbleibenden Verbindungen zum Gehirn zu verstärken.

Die elektrische Stimulation kommt von einem Gerät, das dem Patienten implantiert wurde, der aufgrund von Rückenmarksverletzungen eine motorische Beeinträchtigung erfährt. Zuerst musste das Team die Bereiche des Rückenmarks, die am Gehen beteiligt sind, ausarbeiten. Anschließend sendet das Gerät elektrische Signale an die Bereiche, die für die Bewegungsfreiheit erforderlich sind. Die genaue Zeit und Lage des elektrischen Signals ist entscheidend für die Erzeugung der beabsichtigten Bewegung.

Verbesserte Mobilität bei gelähmten Patienten
Die am 31. Oktober in der Zeitschrift Nature veröffentlichte Studie ergab, dass die Technik bereits signifikante Fortschritte bei Menschen mit Rückenmarksverletzungen gezeigt hat. Drei Patienten haben die motorischen Funktionen unterhalb ihrer Verletzungen beibehalten.

„Unsere Ergebnisse basieren auf einem tiefen Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen, das wir durch jahrelange Forschung an Tiermodellen gewonnen haben“, sagte Courtine. „Wir konnten so in Echtzeit nachahmen, wie das Gehirn auf natürliche Weise das Rückenmark aktiviert.“

Die Studienautorin Jocelyn Bloch vom Universitätsspital Lausanne prahlte, dass alle an der Studie beteiligten Patienten innerhalb einer Woche wieder mit Körpergewichtsunterstützung laufen konnten.

„Ich wusste sofort, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, fügte sie hinzu.

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tekk.tv

Lange Zeit war Paul Florian in der TV-Branche tätig. Schon immer gab es eine Schublade voller Handys (und später Smartphones) in seiner Wohnung. Als Online-Redakteur hat der Nerd in ihm diese Schublade nun für Tekk geöffnet.

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