Viele Verletzte bei Massenprotest


Bukarest (dpa). Bei regierungskritischen Massenprotesten sind in Rumnien mehrere Zehntausend Menschen auf die Strae gegangen. Am Rande der Demonstration in der Hauptstadt Bukarest kam es am Freitagabend zu Zusammensten mit der Polizei, die Trnengas, Wasserwerfer und Schlagstcke einsetzte. Es gab viele Verletzte.

Mindestens 440 Menschen mussten rztlich versorgt werden, 65 von ihnen in Krankenhusern, wie die Nachrichtenagentur Mediafax am Samstag berichtete. Es waren die seit Monaten massivsten Proteste gegen die sozialliberale Regierung, die aus Sicht der Demonstranten bis ins Mark korrupt ist.

Die Menge rief Parolen wie „Gerechtigkeit statt Korruption!“ und verlangte den Rcktritt der von den Sozialdemokraten (PSD) gefhrten Regierung. Auerdem forderten sie die Rcknahme jngst beschlossener Gesetze, die prominente Politiker vor Strafverfolgung wegen Korruption schtzen sollen.

Zu den Mrschen aufgerufen hatten erstmals Auslandsrumnen, von denen viele den Sommer in der Heimat verbringen. Sie hatten sich ber soziale Netzwerke verabredet und fr die Mrsche geworben. Es war aber auch zum ersten Mal, dass die Proteste durch vermummte, gewaltbereite Demonstranten eine gewaltttige Note erhielten.

Ein paar Dutzend Vermummte versuchten abends, den Regierungssitz zu strmen – worauf die Polizei gegen die Demonstranten vorging. Unter den Verletzten waren auch 24 Polizisten. Die Polizei nahm 33 Personen fest und erstattete gegen acht von ihnen Strafanzeige. Auch in anderen rumnischen Stdten gingen Tausende auf die Strae, so etwa in Timisoara (Temeswar), Sibiu (Hermannstadt), Brasov (Kronstadt) und Cluj-Napoca.

Seit Februar 2017, als die PSD-Regierung mit einer ersten Eilverordnung die Korruptionsbekmpfung erschweren wollte, gehen Rumniens Brger immer wieder in groer Zahl auf die Strae. Zuletzt war aber die Protestbewegung abgeflaut. Die Kundgebungen am Freitag waren die grten seit Monaten.

Staatsprsident Klaus Iohannis verurteilte die aus seiner Sicht bermige Polizeigewalt. „In einer echten Demokratie hat jeder das Recht zu demonstrieren, doch ist Gewalt – unabhngig von den politischen Ansichten – inakzeptabel“, schrieb der brgerliche Politiker in der Nacht zum Samstag auf seiner Facebook-Seite. Das Vorgehen der Polizei sei „gemessen am Verhalten der Mehrheit der Demonstranten vllig unverhltnismig“ gewesen.

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