Straburger Sommerprogramm verrgert die Anwohner


Whrend das dreigeteilte Ton- und Licht-Spektakel, das in diesem Jahr als Straburger Sommerprogramm bei den Zuschauern gut ankommt, auch viele Einheimische kommen gleich mehrmals wieder, fhlen sich einige Anwohner – vor allem in der Neustadt und im Altstadtviertel La Petite France in ihrer Nachtruhe gestrt. In einem offenen Brief an die Stadtverwaltung und in den sozialen Netzwerken haben sie in den vergangenen Wochen ihrem rger Luft gemacht.

Vor allem die Basstne in der Begleitmusik zu den Lichterspektakeln auf dem Universittspalais und am Barrage Vauban weckten sie aus dem Schlaf. Wie berichtet, werden die Auffhrungen von 22 Uhr bis Mitternacht mehrfach wiederholt – und das jeden Abend bis zum 2. September.

Nimmt die Stadtfhrung zu wenig Rcksicht auf die Anwohner?

Der Stadtfhrung seien die Touristen wichtiger als die Anwohner, wird in den sozialen Netzwerken geschimpft, man knne auch Attraktionen anbieten, mit denen nicht gleichzeitig die Anwohner geqult wrden, ist dort zu lesen. Die Stadtregierung verteidigt sich damit, dass man gerade bei der Vorfhrung auf dem Universittsplatz die Lautstrke der Musik bereits um 30 Prozent reduziert habe und sie auerdem an die Zahl der Zuschauer anpasse.

Sicher scheint bereits, dass der Universittspalast im nchsten Jahr nicht mehr ins Sommerspektakel einbezogen wird. Einige wenige Brger melden sich mit einer anderen Meinung zu Wort: Man msse aufpassen, dass die Innenstadt nicht aussterbe, wenn selbst temporre Veranstaltungen aufgrund von Anwohnerprotesten nicht mehr mglich seien.

Das Meinau-Stadion wird saniert

Es scheint etwas Besonderes zu sein, was die Elssser mit dem Straburger Fuball-Erstligisten Racing verbindet: Wenn Racing im veralteten Stadion im Stadtteil Meinau aufluft, sind die 27.000 Pltze zu 92 Prozent besetzt – das ist die zweitbeste Quote in ganz Frankreich, hinter Paris Saint Germain (PSG). Die Fans haben ihrem Verein auch die Treue gehalten, als er bis in die vierte Liga abstrzte und 2011 pleite war. Im Volksmund wird das Meinau-Stadion manchmal als Straburgs zweites Mnster bezeichnet, was damit zusammenhngt, dass dort bei allen Spielen zusammengenommen knapp eine halbe Million Besucher verzeichnet werden. In der vergangenen Saison besaen 15.650 Fuballfans eine Dauerkarte frs Stadion, ein Rekord, der in der kommenden Saison mit wohl mehr als 19.000 verkauften Dauerkarten eingestellt sein drfte.

Inzwischen ist klar, dass ein Neubau nicht infrage kommt, vielmehr soll das Meinau-Stadion fr 100 Millionen Euro saniert, um- und so ausgebaut werden, dass es knftig mindestens 32.000 Zuschauer aufnehmen kann. Die Verbundenheit nicht nur der Straburger, sondern der Elssser insgesamt ist so gro, dass alle politischen Gremien die Mitfinanzierung des Stadionprojekts einstimmig beschlossen haben: Die Rgion Grand Est und die Euromtropole de Strasbourg zahlen je 20 Millionen Euro, zehn Millionen steuern die Stadt Straburg und das Dpartement Bas-Rhin (Unter-Elsass) bei. Die brigen 40 Millionen muss der Club bringen. Verworfen wurde inzwischen auch das Modell PPP (Public Private Partnership). 2019 knnte geplant und ab 2020 gebaut werden. Wenn alles glatt luft, knnten sich Fuballclub und -fans Ende 2022/Anfang 2023 ber ein quasi neues Stadion freuen.

Gefhrlich: Immer mehr Menschen baden in der Ill

Ob es der Hitzewelle oder der Ankndigung der Stadt Straburg, dass man fr den nchsten Sommer plane, das Baden in bestimmten Bereichen der Ill zu erlauben, geschuldet ist: Immer mehr Menschen im Straburger Stadtgebiet suchen offenbar Abkhlung in der Ill, so dass sich die Stadtverwaltung gezwungen sieht, auf die Gefahren hinzuweisen. Das Springen von den Brcken ist zwar schon immer verboten, was unvernnftige Zeitgenossen jedoch nicht davon abhlt, Passanten ein wagemutiges Schauspiel zu bieten.

Das Problem ist dabei weniger die Wasserqualitt als der Umstand, dass am Grund des Flusses allerhand Unrat liegt – von Baustellenabsperrungen, ber Fahrrder bis zu Einkaufswagen aus Supermrkten. Die Verletzungsgefahr fr die Springer ist daher hoch. Auerdem ist die Ill im Stadtgebiet stark befahren, zu den Ausflugsbooten, die in der Hauptsaison in engem Takt starten, gesellen sich inzwischen auch die elektrischen Mietboote.

Die Strmung des kanalisierten Bereichs des Flusses ist ebenfalls nicht zu unterschtzen, wie jeder feststellen kann, der auf den neuen Pontons am Quai des Bateliers sitzend, die Beine im Wasser baumeln lsst. Die Untersuchung, ob das Baden in der Ill freigegeben werden kann, bezieht sich daher auf das sogenannte Herrenwasser in der Nhe der groen Moschee. Die Badeerlaubnis soll sich auf einen etwa zwei Kilometer langen Abschnitt erstrecken, die Stadt will weder einen Strand anlegen, noch WCs oder Duschen installieren. Die Wasserqualitt soll regelmig untersucht werden. Die Studie darber, ob sich diese Plne im nchsten Sommer umsetzen lassen, soll im September ausgeschrieben werden.

Sommerprogramm

Blumencorso: Mit Zehntausenden Dahlien geschmckte Festwagen bilden den Blumencorso am Samstag und Sonntag in Slestat. Zum ersten Mal seit 89 Jahren wird von den Besuchern kein Eintrittsgeld erhoben. Das Motto des Blumencorsos lautet: wie ein offenes Buch. Um 16 Uhr beginnt am Samstag die Unterhaltung in den Straen der Stadt, um 18 Uhr findet der erste Umzug statt, um 22 Uhr der Nachtumzug. Um Mitternacht wird ein Feuerwerk gezndet. Am Sonntag wird weitergefeiert, die zwlf Festwagen knnen aus der Nhe betrachtet werden, eine Weinmesse, Musik und Folklore erwarten die Festgste.

Knstlermarkt: Kreative aus dem Elsass bieten am Samstag und Sonntag, jeweils von 10 bis 19 Uhr erstmals am neugestalteten Quai des Bateliers in Straburg ihre Produkte an. Ob Dekoratives oder Produkte aus Leder, Stoff oder Holz: Alles ist 100 Prozent „Made im Elsass“.

Pfifferdaj: Nur jedes zweite Jahr wird in Bischwiller der Pfifferdaj gefeiert. Das Fest hat seinen Ursprung im 17. Jahrhundert. Noch bis einschlielich Sonntag versetzt sich die Gemeinde zurck ins Mittelalter mit einem Markt, mit Magiern, mit Dorfmusikanten, Hufschmieden, Bttchern und Apothekern. Am Samstagabend um 21.30 Uhr sowie am Sonntagnachmittag um 14, 15 und 16 Uhr findet eine Wasser-, Licht- und Lasershow statt, ein Lichterumzug und Zirkusvorfhrungen, so wie einst in Versailles. Fr Kinder gibt es Workshops. Der Eintritt zum Pfifferdaj und allen Vorfhrungen ist frei.

Stubbehansel-Fest:An das Massaker, das der Herzog von Wrttemberg 1331 in Benfeld angerichtet hat, erinnert das Fest des Stubbehansels, das seit diesem Freiotag eine Woche lang gefeiert wird. Der Stubbenhansel soll den Ort verraten haben, so geht zumindest die Legende. „Une Etoile dans la Nuit“, ein Stern in der Nacht, heit die Ton- und Lichtschau, die von heute Abend an bis 17. August, jeweils um 21 Uhr, zu erleben sein wird. Nur am 13. August findet keine Vorfhrung statt. Am Sonntag findet in den Straen von Benfeld ein Flohmarkt statt.

Hochzeit von Freund Fritz: Den Feiertag Maria Himmelfahrt am 15. August nutzt Freund Fritz in Marlenheim, um seine schne Suzel zu heiraten. Bereits am Dienstag um 17 Uhr beginnt das Fest mit einem Markt regionaler und kunsthandwerklicher Produkte, um 19 Uhr findet ein Folklore-Abend statt, um 23 Uhr wird ein Feuerwerk abgebrannt. Am Sonntag wird der Markt fortgesetzt, um 9.45 Uhr ist das Hochzeitspaar bei der Messe zu Maria Himmelfahrt zugegen; der Ehevertrag wird um 11.30 Uhr unterzeichnet, was durch ein Aperitif-Konzert begleitet wird. Um 14 Uhr sammelt sich der Hochzeitszug im Schlosshof, es folgen die Nachstellung der kirchlichen Hochzeit und der Zug durch die Straen.

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